Kampf um Deutsche Meisterschaft

Serie gerissen, Aus im Titelrennen: Bittere Tage für Tischtennis-Ass Sabine Winter aus Hechendorf

Titeltraum ade: Sabine Winter aus Hechendorf und ihr TSV Schwabhausen scheitern im Play-off-Viertelfinale.
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Titeltraum ade: Sabine Winter aus Hechendorf und ihr TSV Schwabhausen scheitern im Play-off-Viertelfinale.

Nach 16 Siegen in Folge stottert bei Bundesliga-Tischtennisspielerin Sabine Winter der Motor. Die Hechendorferin scheidet mit dem TSV Schwabhausen aus dem Titelrennen aus.

Hechendorf – Große Enttäuschung bei Sabine Winter: Die Tischtennis-Nationalspielerin aus Hechendorf verpasste mit dem TSV Schwabhausen den Einzug in das Play-off-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gegen den Hauptrundensieger und amtierenden Meister TTC Berlin eastside. Trotz des 6:2-Hinspielerfolgs im Viertelfinale beim ESV Weil reichte es für den Bundesligisten aus dem Dachauer Hinterland in eigener Halle gegen den Aufsteiger nicht.

Nach der 3:5-Niederlage musste nur 24 Stunden später ein drittes Spiel die Entscheidung bringen. Auch diese Partie ging mit 3:5 verloren. „Es waren Spiele auf Augenhöhe“, bilanzierte Winter. „Am Ende war Weil vielleicht einfach nervlich etwas besser und hatte weniger zu verlieren. Wir hatten doch ein wenig die Favoritenrolle“, so die 28-Jährige. „Unsere Gegnerinnen haben gut gespielt und ihre Chancen eiskalt genutzt.“

16 Spiele in Folge gewonnen: Dann setzt es Niederlagen für Sabine Winter

Das ist kein April-Scherz: Ausgerechnet am 1. April endete die beeindruckende Siegesserie der Hechendorferin. 16 Spiele in Folge hatte Sabine Winter in der 1. Bundesliga gewonnen. Dann setzte sich völlig überraschend Weils Polina Trifonova im ersten Viertelfinal-Duell gegen die TSV-Spitzenspielerin in fünf hart umkämpften Sätzen durch. Die ersten beiden Vergleiche in dieser Saison hatte Winter souverän mit 3:0 gewonnen und in den sechs Sätzen nur 30 Punkte abgegeben.

Doch am Gründonnerstag war alles anders. „Meine Gegnerin hat besser gespielt als in der Vor- und Rückrunde. Auf der anderen Seite bin ich leider noch nicht in Topform“, analysierte Schwabhausens Nummer eins. „Allerdings würde ich trotzdem sagen, dass meine spielerische Leistung sogar einen Tick besser war als am vergangenen Wochenende gegen Böblingen und Bingen.“

Tischtennis: Großer Vorsprung reicht für Sabine Winter nicht aus

Winter hatte ausreichende Möglichkeiten, den 17. Sieg in Serie einzufahren. Beim Stand von 1:1-Sätzen reichte ein 9:7-Vorsprung nicht zum Gewinn des dritten Umlaufs. Im letzten Durchgang ließ die mehrfache Doppel-Europameisterin einen 5:1-Vorsprung liegen. In der anschließenden Verlängerung des finalen Satzes wehrte Winter zunächst fünf Matchbälle ab, hatte dann aber mit 13:15 doch das Nachsehen.

„Zum Glück hat diese Niederlage der Mannschaft nicht geschadet“, sagte TSV-Trainer Alexander Yahmed. Er hatte eine „überragend aufspielende“ Polina Trifonova beobachtet, während Winter „einige Probleme im Aufschlag-Rückschlag-Spiel hatte“. Davon war im zweiten Spiel gegen Ievgeniia Sozoniuk nichts mehr zu sehen. Im Eiltempo feierte die Hechendorferin einen mühelosen 3:0-Erfolg. „Ich habe nicht nur besser gespielt, sondern war auch mit meiner Rückhand aktiver“, befand sie.

Pech in entscheidenden Momenten: Winter und Schwabhausen scheitern

Über eine ausgeglichene Bilanz kam die Nationalspielerin auch in den beiden Partien in Schwabhausen nicht hinaus. Erneut verlor Winter gegen Trifonova trotz deutlicher Führungen jeweils im fünften Durchgang mit zwei Punkten Unterschied. Anschließend folgten souveräne Siege gegen Sozoniuk.

Ich kann mir nichts vorwerfen, weder habe ich taktisch dumm noch besonders schlecht gespielt.

Sabine Winter

Im ersten Heimspiel „war ich enttäuscht von mir“, sagte Sabine Winter. Trotz deutlicher Leistungssteigerung reichte es aber auch im dritten Duell mit dem ESV nicht zu einem Sieg gegen Trifonova. „In den entscheidenden Phasen kam leider Pech hinzu“, erklärte die 28-Jährige. Weils Nummer zwei gelangen einige Netz- und Kantenbälle. Winter: „Ich kann mir nichts vorwerfen, weder habe ich taktisch dumm noch besonders schlecht gespielt.“

Nächstes Ziel von Sabine Winter: Die Tischtennis-EM im Juni in Warschau

Die Bundesliga-Saison 2020/21 gehört für Sabine Winter damit der Vergangenheit an. Wann die nächsten Wettkämpfe anstehen, ist wegen der Corona-Pandemie noch völlig offen. Im internationalen Terminkalender sind die Europameisterschaften in Warschau vom 22. bis 27. Juni platziert.

„Das wäre aktuell die nächste Veranstaltung, aber ich muss für die EM erst einmal nominiert werden“, so Winter. Nun hofft sie, dass zuvor noch Turniere des Weltverbandes ITTF stattfinden können. „Monate lang nur zu trainieren, ohne Wettkämpfe zu haben, ist nämlich nicht leicht für den Kopf.“

Marco Steinbrenner

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