Dreier in Schweinfurt

Serientäter FC Pipinsried auswärts stärker als 1860

Brachte den FC Pipinsried am Samstag in Schweinfurt schon in der 10. Minute in Führung: Ati Lushi, einer der torgefährlichsten FCP-Kicker. Foto: or

Sie können es nicht lassen. Die Seriensieger aus Pipinsried fuhren auch aus Schweinfurt mit drei Zählern heim. Nach dem 2:1-Erfolg in Unterfranken belegt der Aufsteiger den zweiten Platz in der Auswärtstabelle.

Erfolg macht süchtig, keine Frage. Wer hätte gedacht, dass der FCP im Laufe der Saison zu vier Siegen am Stück kommt? Wohl kaum jemand...

Drei der jüngsten Siege feierten die Pipinsrieder auf fremden Plätzen, wo sie nunmehr 20 Punkte gesammelt haben. Das sind zwei Drittel der Gesamtausbeute. Mit solch einer Auswärtsbilanz kann derzeit nicht einmal der große TSV 1860 München aufwarten...

Das negative Torverhältnis spricht als Paradoxon für das Phänomen Pipinsried. Der Abstiegskampf ist bis auf Weiteres obsolet. Sieben Zähler beträgt der Abstand auf die Gefahrenzone. Bleibt die Formkurve in den restlichen Herbst-Partien konstant hoch, könnte sich der FCP frühzeitig jeglicher Sorgen entledigen und zur rechten Zeit Planungen für die kommende Spielzeit vorantreiben.

Frühe Führung spielt Pipinsried in die Karten

Fabian Hürzeler hält am ausgegebenen Ziel der 30 Punkte fest, er hätte aber freilich gegen einen weiteren Dreier, am kommenden Samstag daheim gegen Eichstätt, nichts einzuwenden. Schweinfurt war praktisch das Heim-Pendant der Pipinsrieder. Sie sind vor eigenem Publikum hinter den Löwen das stärkste Team. Hürzeler sah die 05er nach den jüngsten Punktverlusten gegen andere Neulinge „gewillt, aber auch unsicher“. Die Kaltschnäuzigkeit aus dem Hinspiel ging den Mainfranken nahezu komplett ab. Zudem sicherte sich Pipinsried gleich in der Anfangsphase einen wichtiger und zur Strategie passenden Vorteil in Form des Führungstreffers.

Christoph Burkhardts Hereingabe von der rechten Seite erreichte im Zentrum das Haupt von Atdhedon Lushi. „Das hat uns in die Karten gespielt, das war wirklich optimal“, kommentierte der Spielertrainer den frühen Vorsprung.

Mit einer Führung im Rücken lässt es sich noch besser verteidigen und umschalten. Fast wäre es noch besser gekommen, doch Manuel Müller traf am Ende eines schnellen Gegenstoßes nur den Pfosten. „Das hätte das 2:0 sein müssen“, betonte Hürzeler.

FCP nach der Pause im Glück

So wäre es womöglich gar nicht erst zum zwischenzeitlichen Ausgleich gekommen. Da liefen die Gäste ihrerseits nach eigenem Eckball in einen Konter. Schweinfurts Adam Jabiri veredelte einen Steilpass zum 1:1.

Nach dem Seitenwechsel galt es dann zunächst eine gallige Druckphase der Schnüdel zu überstehen. „Da sind wir geschwommen und hatten etwas Glück gehabt“, räumte Hürzeler ein.

Der 24-Jährige reagierte, brachte Philip Grahammer für Müller, stärkte so das Mittelfeld. Mit Erfolg. Pipinsried agierte fortan wieder kompakter und kam zu zwei veritablen Möglichkeiten durch Ünal Tosun und Kasim Rabihic. Der erlösende zweite Treffer fiel gleichwohl erst in der Schlussphase. Schweinfurt öffnete, der FCP konterte. Über Rabihic, dessen Schuss Schweinfurts Keeper Alexander Eiban akkurat vor die Beine von Tosun parierte, der nur noch einzuschieben brauchte.

Hürzeler hält den Ball flach

Danach beschränkte sich der FCP auf das Verteidigen des Vorsprungs, überstand unter anderem eine strittige Zweikampfszene im Strafraum, gab sich aber bei den hohen Bällen der Schweinfurter keine Blöße mehr.

Wie gewohnt drückte Hürzeler nach dem Überraschungssieg in Schweinfurt geflissentlich das Pedal mit der Aufschrift Euphoriebremse: „Nach der Niederlage gegen Seligenporten war noch total Land unter bei uns.“ Den Reifeprozess seines Teams wollte er dennoch nicht unerwähnt lassen. „Man sieht langsam die Entwicklung“, bilanzierte er nach dem achten Saisonerfolg.

1. FC Schweinfurt 05 – FC Pipinsried 1:2 1. FC Schweinfurt 05: Eiban, Strohmaier (81. Messingschlager), Paul, Billick, Fery, Weiß, Krautschneider, Kling (61. Jelisic), Kracun (81. Pieper), Willsch, Jabiri - Trainer: KlausFC Pipinsried: Reichlmayr, Burkhard, Achatz, Grassow, Schuster, Segashi, Berger, Rabihic (85. Herzig), Hürzeler, Müller (55. Grahammer), Lushi (68. Tosun) - Trainer: HürzelerSchiedsrichter: Söder (Ochenbruck) - Zuschauer: 671Tore: 0:1 Lushi (11.), 1:1 Jabiri (33.), 1:2 Tosun (82.)

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Weber: "Wünsche mir, dass Spieler ihre Verträge einhalten"
Weber: "Wünsche mir, dass Spieler ihre Verträge einhalten"
Schmitt über Steimel-Abgang: "Herber Verlust"
Schmitt über Steimel-Abgang: "Herber Verlust"
Ismaning ist genervt, weil Kornburg erneut absagt
Ismaning ist genervt, weil Kornburg erneut absagt
Haching legt sich in Osnabrück zwei Eier selbst ins Nest
Haching legt sich in Osnabrück zwei Eier selbst ins Nest

Kommentare