Geforderte Sanierung wird durch auslaufenden Pachtvertrag behindert

SG Eichenfeld vor dem Aus? Hohe Hürden für den Fortbestand der Fußballer

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Die neu gewählte Abteilungsleitung der SG Eichenfeld: (von links): Thomas Feye, Ludger Reuter, Erwin Maurer, Gerhard Wimmer, der neue Abteilungsleiter Bernhard Gschlössl und Florian Warmuth. 

Was die Mitglieder der SGE bei der Versammlung der Fußball-Abteilung zur hören bekamen, war besorgniserregend: Ob auf dem schönen Sportgelände in Eichenfeld weiterhin Fußball gespielt werden kann, ist sehr fraglich.

Eichenfeld – Clubchef Peter Aschenbrenner berichtete vom Stand des geplanten Umbaus des Trainingsplatzes, der sich in einem katastrophalen Zustand befindet und kein vernünftiges Training mehr zulässt. Auf dem Platz müssen laut einer Auflage der Stadt Freising die Flutlichtmasten bis Ende 2019 saniert oder ersetzt werden. Ebenso sind die Fangzäune zu erneuern und eine Bewässerungsanlage zu installieren, um den Platz bespielbar zu halten. Die Kosten hierfür liegen im sechsstelligen Bereich und sind für die SG Eichenfeld nur mit entsprechenden Zuschüssen von der Stadt und vom BLSV zu tragen. Aber genau das ist das Problem: Diese Zuschüsse gibt es nur unter der Voraussetzung eines mindestens 25 Jahre laufenden Pachtvertrags mit der Stadt. Der Vertrag zum Sportgelände läuft aber nur noch rund acht Jahre. Dementsprechend gibt es auch keine Zuschüsse und keine Möglichkeit, die Sanierung umzusetzen. Eine Verlängerung des Pachtvertrags wird es auf die Schnelle auch nicht geben, da dieser an die aktuellen rechtlichen Regelungen angepasst werden soll. Diese Situation gilt im Übrigen auch für die anderen Freisinger Fußballvereine: Deren Pachtverträge sind bereits abgelaufen oder laufen demnächst aus.

Die Stadt fordert in Eichenfeld also eine Sanierung, verhindert diese aber selbst durch einen fehlenden Neuabschluss des Pachtvertrags. Die Mitglieder der SG Eichenfeld waren ob dieser Nachricht fassungslos und stellten die Frage, ob die Stadt an Breitensport und an Jugendfußball überhaupt interessiert sei. Das Ergebnis des von der Stadt selbst in Auftrag gegebenen Sportentwicklungsplans würde etwas anderes erwarten: Hier wurde klar dargestellt, dass es im Freisinger Norden zu wenige Fußballplätze gibt. Die SG Eichenfeld muss nun als Ersatzmaßnahme eine Messung der Standfestigkeit der Flutlichtmasten auf eigene Kosten vornehmen, um eine Verschiebung der Maßnahme genehmigt zu bekommen. Ebenso müssen beide Plätze saniert werden, um den Spielbetrieb zu ermöglichen. Alle Alternativvorschläge wurden von der Stadt bisher abgelehnt. Gehen in Eichenfeld die Lichter also demnächst tatsächlich aus? Die SG Eichenfeld fühlt sich im Stich gelassen.

Wenigstens die Abteilungskasse hat aktuell ein kleines Guthaben. Neben Beiträgen und Spenden sind Einnahmen aus den eigenen Jugendturnieren dringend erforderlich, um die Kosten für die Ausrüstung der Teams, den BFV etc. zu decken.

Und auch bei der Neuwahl der Abteilungsleitung gab es eine positive Entwicklung: Die frühere Abteilungsleitung hatte sich ohne Übergabe oder Neuwahl einfach vom Acker gemacht. Doch nun stellte sich ein Team, bestehend aus Bernhard Gschlössl (1. Abteilungsleiter), Thomas Feye, Ludger Reuter und Gerhard Wimmer als weitere Abteilungsleiter sowie Erwin Maurer und Florian Warmuth als Beisitzer zur Wahl. Der Wahlvorschlag wurde einstimmig angenommen. Die Abteilungsleitung hat nun eine Mammutaufgabe vor sich: Neben der Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten für alle Teams, muss man den Umbau des Herrenbereichs angehen und für die neue Saison ein starkes Team um den neuen Trainer Markus Ujwari zusammenstellen.

Zweite Mannschaft und die Frauen-Spielgemeinschaft mit Eittingermoos haben mit den Aufstiegen schon mal gezeigt, dass man sportlich erfolgreich sein kann. Wenn die Stadt Freising es ermöglicht, kann das auch zukünftig in Eichenfeld so sein und die Lichter im Freisinger Norden bleiben noch an.

Text: Gerhard Wimmer

Quelle: Merkur.de

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