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SGEE sagt ade: Frauenteam meldet sich vom Spielbetrieb ab

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Die Spielerinnen der SGEE bejubeln ein Tor..
Es war eine tolle Zeit, doch die ist nun vorbei: Die SGEE-Mädels hatten sich in der Kreisliga etabliert und durften schöne Tore bejubeln – wie hier im Spiel gegen den FCA Unterbruck. © Michalek

Die Spielgemeinschaft Eichenfeld/Eittingermoos löst sich auf. Die Personalengpässe machen ein weiteres Zusammenspiel nicht möglich.

Eichenfeld/Eittingermoos – Seit 2018 kämpften die Fußballerinnen der SG Eichenfeld/Eittingermoos gemeinsam um Punkte. Nach dieser Saison ist nun Schluss: Die Personalengpässe machen ein weiteres Zusammenspiel nicht möglich – das Team meldet sich ab.

Sowohl die Frauen der SG Eichenfeld Freising als auch die Mädels vom FC Moos-Eittingermoos prägten jahrelang den Frauenfußball im Landkreis Freising. 2009 meldete man in Eichenfeld eine erste Damenmannschaft, schon damals unter dem heutigen Trainer Michael Hillebrand. Es folgten viele ereignisreiche Jahre mit Aufstiegen, in der Truppe herrschte ein großer Zusammenhalt. „Die gute Stimmung war das, was uns immer ausgemacht hat“, erinnert sich Coach Hillebrand.

Tolle Erfolge beim VW-Cup und beim Erdinger Meister-Cup

Und auch die Eittingermooserinnen waren weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt, stellten sie doch erstmals bereits vor über 30 Jahren ein Frauenfußballteam. Ein besonderes Highlight in der Geschichte des Teams, das seit 2005 von Trainer Heinrich Ermair gecoacht wurde, war der Gewinn des VW-Cups beim VfL Wolfsburg 2009. Als Preis gab es damals ein Trainingslager in Andalusien mit ehemaligen Nationalspielern. Aber auch das Finale im Erdinger Meister-Cup gegen die Damen des FC Ingolstadt war für die Mooser Mädels etwas ganz Besonderes. „Als Zweiter haben wir eine komplette Feier für die gesamte Mannschaft bekommen“, erzählt Ermair, der die schöne Zeit mit seinen Team vermissen wird.

Gemeinsam mit Alexander Kürzinger, der bei der SGEE als Torwarttrainer immer mit dabei war, agierten die bei-den Frauenfußballurgesteine anschließend bei der Spielgemeinschaft, die sich aus personellen Gründen zusammengeschlossen hatte. „Wir haben perfekt zusammengefunden und waren sofort eine richtige Gemeinschaft“, sagt Hillebrand, der damals direkt in der Premierensaison mit dem Team in die Kreisliga aufstieg, wo die Frauen bis zuletzt auf Torejagd gingen.

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Doch durch die Corona-Pandemie wurde die Situation für die SGEE immer schwieriger. „Unsere Hauptanlaufquellen für Spielerinnen, der Flughafen und die Uni, sind uns fast komplett weggebrochen“, erklärt Ermair. Dadurch wurde die Personaldecke in den vergangenen beiden Jahren immer dünner. Trotzdem hat die Spielgemeinschaft die gesamte Saison über gekämpft, und auch viele ehemalige Fußballerinnen gaben zeitweise ihr Comeback.

Corona hat alles komplizierter gemacht

Doch nach dieser Spielzeit ist Schluss – es reicht einfach nicht mehr für einen konkurrenzfähigen Kader. Eines ist allerdings klar: „Die Freundschaften bleiben auch abseits des Fußballplatzes bestehen“, sagt Hillebrand. Und auch für viele der Mädels bedeutet die Abmeldung vom Spielbetrieb nicht das Karriereende: Sie werden bei zwei anderen Vereinen aus dem Landkreis unterkommen und ihrem Sport treu bleiben.

Zum Saisonausklang verabschiedete sich das Team mit einem großen Abschlussfest in Eittingermoos. Der würdige Rahmen in Form eines letzten Punktspiels war der SGEE allerdings nicht vergönnt: Der Gegner am letzten Kreisliga-Spieltag, der TSV Rohrbach, musste kurzfristig absagen. Der Grund: mal wieder Corona. Doch das trübte die Stimmung nicht, hatte man doch in der Woche davor bei der SpVgg Wolfsbuch/Zell noch einen Sieg mitnehmen können und sich damit würdig aus der Kreisliga verabschiedet.

Trotzdem blicken die beiden Coaches mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. „Es war einfach eine schöne Zeit“, sagt Ermair, der sich mit dem Team im Sommer noch einmal zum traditionellen Fußballgolf-Ausflug treffen wird. Er wird gemeinsam mit seinen Kollegen an der Seitenlinie sicher auch in Zukunft die eine oder andere Partie der ehemaligen SGEE-Mädels verfolgen.

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