Shohat als Vater des Pullacher Erfolgs

Pullach – Was für ein Krimi: Mit einem 8:7 (3:3, 1:1)-Erfolg im Elfmeterschießen über den Landesliga- Konkurrenten TSV Landsberg hat der SV Pullach die zweite Hauptrunde im Bayerischen Toto-Pokal erreicht.

Statistik

SV Pullach: Shohat – Duswald, Will, Königer, Berchtold, Knapic, Schuff (74. Heckel), Lautner, Loistl (66. Hodzic), Maric, Schlichting (46. Rauch)

Tore: 0:1 Schuster (19.), 1:1 Schlichting (27.), 1:2 Schuster (47.), 2:2 Rauch (49.), 3:2 Hodzic (79.), 3:3 Schappert (88.)

Elfmeterschießen: 0:1 Steinberger, 1:1 Duswald, 1:2 Strohhofer, 2:2 Knapic, 2:3 Kirschenhofer, 3:3 Rauch, Salemovic drüber, Heckel drüber, 3:4 Bonfert, 4:4 Königer, Shohat pariert gegen Schuster, 5:4 Maric

Eigentlich will sich Max Fundeis ja nicht mehr groß ins Tagesgeschäft einmischen. Aber als Roman Schuster nach dem 3:3 im Pokalspiel zwischen dem SV Pullach und dem TSV Landsberg als sechster Schütze der Gäste zum ominösen Punkt schritt, konnte sich der ehemalige SVP-Manager einen Tipp nicht verkneifen.
„Lang stehen bleiben!“ rief er Gil Shohat zu, und tatsächlich parierte der Torwart den in die Mitte gezielten Ball des in der regulären Spielzeit zweimal erfolgreichen Landsbergers. Nun war der Weg in die zweite bayrische Hauptrunde für die Raben frei, Mario Maric machte mit dem Schuss zum 5:4 in diesem Elfmeterschießen den letzten Schritt.
Trotz des wertvollen Hinweises: Vater des Sieges war doch eher Shohat als Fundeis. „Ich habe irgendwas gehört, aber ich weiß gar nicht, ob es vor dem letzten Elfer war“, berichtete der Keeper, der seine entscheidende Tat so begründete: „Schon beim Anlauf war zu sehen, dass er eigentlich nur geradeaus schießen kann.“ Der ehemalige Torwart der israelischen U21-Auswahl hatte zudem auch schon während des Spiels zwischen den Landesligisten geglänzt, und zwar über die gesamten 90 Minuten, was sich von kaum einem seiner Vorderleute behaupten ließ. „Die erste Halbzeit war ein Katastrophenkick“, gab Pullachs Trainer Carsten Teschke zu, „Wir wollten Landsberg von Beginn an unter Druck setzen, das ist uns überhaupt nicht gelungen. Und dann machen wir viel zu viele individuelle Fehler.“

Toni Rauch sorgt nach Einwechslung für viel Schwung

Auch die schön herausgespielte Führung der Gäste durch Schuster (19.) begünstigten die Pullacher durch zu unentschlossenes Attackieren im Mittelfeld und eine zugleich zu offene Abwehr. Wie gut, dass wenigstens einer im ersten Spielabschnitt voll auf der Höhe war: Stürmer Philipp Schlichting glich mit einem platzierten 20-Meter- Schuss aus (27.) und erntete nicht nur wegen dieses überlegten Treffers Lob vom Coach: „Mit ihm war ich zufrieden, er hat ständig das Pressing versucht.“

Nach der Pause kam Schlichting allerdings nicht wieder, er war angeschlagen, wurde durch Toni Rauch ersetzt. Der egalisierte nicht nur Schusters schnelles 1:2 (47.) postwendend (49.), sondern brachte viel Schwung, wie das Geschehen nun überhaupt viel flotter war. Von der harten Laufeinheit des Vortags (wir berichteten) ließen sich die Raben nichts mehr anmerken.

„Die zweite Halbzeit war wesentlich besser, da war es ein Duell auf Augenhöhe“, umschrieb Teschke den offenen, unterhaltsamen Schlagabtausch, in dem sein Team immer mehr Oberwasser bekam. Und so schien das 3:2 durch den eingewechselten Elvir Hodzic (79.) die Entscheidung zu bedeuten, da die Gäste zu diesem Zeitpunkt nichts Konstruktives mehr zuwege brachten. Doch in den Schlussminuten demonstrierten die Pullacher wieder ihre Verunsicherung nach der jüngsten Negativserie in der Liga, gestatten Landsberg Chance um Chance, einmal rettete Michael Berchtold, zweimal zeigte Shohat seine Klasse. Gegen Matthias Schapperts scharfen Schuss war aber auch der starke Torwart machtlos (88.). „Das müssen wir nach der Führung ruhiger zu Ende spielen“, kritisierte Teschke, doch das gewonnene Elfmeterschießen versöhnte ihn: „Wir waren heute die Glücklicheren, aber wir sind eine Runde weiter, das zählt.“

vom Umberto Savignano

Quelle: fussball-vorort.de

Rubriklistenbild: © fvo

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