Erstes Finale für Heimstetten

Bei Sieg gegen Vilzing plant Matejka die Regionalliga

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Heimstetten ist die Torfabrik der Liga. In 22 Spielen erzielte der Spitzenreiter schon 63 Tore. F: Leifer

Vor fünf Jahren noch zählte der SV Heimstetten zur Elite des bayerischen Fußballs. Als Gründungsmitglied schlossen die Kirchheimer (Heimstetten ist ein Ortsteil) die Debütsaison der Regionalliga Bayern auf Platz fünf ab, bis heute die erfolgreichste Saison der Vereinshistorie. Zwei Jahre später allerdings erfolgte der Abstieg in die Bayernliga. Nun, in der dritten Spielzeit dort, scheint der SVH auf dem besten Weg, die Rückkehr in Bayerns Premiumliga bewerkstelligen zu können. Seit 14 Partien hat die Mannschaft von Trainer Christoph Schmitt, der das Team im Sommer übernahm, nicht mehr verloren. So empfängt man an diesem Samstag (14 Uhr) als Bayernliga-Tabellenführer die drittplatzierte DJK Vilzing.

Zwar führt die Schmitt-Elf die Tabelle nur aufgrund des besseren Torvehältnisses gegenüber dem punktgleichen SV Pullach an. Da der Titelverteidiger jedoch aufgrund der beengten Platzverhältnisse in Pullach auch in dieser Saison keine Regionalliga-Lizenz beantragen wird, ist Vilzing, das fünf Zähler zurückliegt, der derzeit hartnäckigste Konkurrent im Kampf um den Aufstieg. „Wahrscheinlich gehen wir da jetzt als Favorit rein“, ahnt auch Abteilungsleiter Michael Matejka, „Vilzing ist aber stark“, wie man „schon im Hinspiel“ (2:2) habe erfahren müssen. Falls das Rückspiel allerdings nun gewonnen würde, „und wir dann mit acht Punkten vorne sind“, so der 40-jährige SVH-Funktionär, „müssten wir uns im Winter Gedanken machen“.

Wobei im Verlauf des Gespächs schnell klar wird, dass sich die Verantwortlichen um Matejka und seinen Vater, Vereinspräsident Ewald Matejka, schon jetzt viele Gedanken machen. „Der Plan“ sehe vor, „im Winter den Kader zusammenzuhalten und möglichst wenig zu verändern“. Auch im Falle des Aufstiegs wird die Priorität darauf liegen, sich unter keinen Umständen vom eingeschlagenen Weg abbringen zu lassen. „Wir wollen auf junge Leute aus der Region setzen und auch eigene Jugendspieler einbauen“. Dass dieses vergleichsweise kostengünstige wie auch mutige Konzept schon dermaßen rasch so glänzend greift, „habe ich auch nicht erwartet“, räumt Matejka ein. Maßgeblich dafür verantwortlich ist das unaufhaltsame Offensivtrio Orhan Akkurt, Sebastiano Nappo und Lukas Riglewski, das „trifft, wie es will“, wie der Abteilungsleiter genüsslich feststellt. Mit bereits 63 erzielten Toren stellt Heimstetten die beste Offensive ligaweit, 47 davon (!) verteilen sich auf die drei Angreifer (Nappo 17, Riglewski 16, Akkurt 14). Entscheidenden Anteil am aktuellen Erfolg aber hat natürlich auch das junge Trainertrio um den erst 32-jährigen Schmitt, der dabei unter anderem seinen drei Jahre älteren Bruder Dominik coacht. Auf seiner ersten Station im Mämmerbereich wurden dem Eigengewächs mit Analytiker Lennart Hasenbeck (28) und Fitnesscoach Memis Ünver (27), der seine aktive Laufbahn erst im Sommer wegen einer schweren Knieverletzung beenden hatte müssen, zwei kongeniale Partner zur Seite gestellt.

Vorbereitet jedenfalls ist man in Heimstetten auf alle Eventualitäten. Wenngleich Matejka die „Bayernliga als die perfekte Liga für uns“ bezeichnet, ist ihm auch vor dem etwaigen Aufstieg nicht bange: „Wir haben ja schon bewiesen, dass wir Regionalliga können. Unser Weg soll aber nachhaltig sein, da bringt es mir nichts, fünf Externe dazu zu nehmen.“ Ohne ihn namentlich zu nennen, ist sicher auch für Matejka der FC Unterföhring ein abschreckendes Beispiel. Dieser stieg im Frühjahr in die Regionalliga auf, muss seine Heimspiele wegen unzureichender Bedingungen in Unterföhring jedoch in Heimstetten austragen und in der vierten Liga als Kanonenfutter herhalten. Ein ähnliches Schicksal indes ist für Heimstetten schwer vorstellbar, zu stabil präsentiert sich das gesamte Konstrukt derzeit – unabhängig vom Resultat am Samstag.

Quelle: fussball-vorort.de

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