Der Ex-Hachinger im großen Vorort-Interview

Sieghart über seinen Nationalmannschafts-Wunsch: "Titel sind mein Ansporn"

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Alexander Sieghart wechselte im Sommer aus Unterhaching in die thailändische Premier League.

Im Juni letzten Jahres wurde bekannt: Alexander Sieghart wird in die Premier League wechseln. Jedoch nicht auf die Insel, sondern nach Thailand. Wie man sich ein Leben als Thai-Profi vorstellen kann und was ihm der Gewinn des Mekong-Cups bedeutet, hat uns Alex im Interview erklärt.

Vor einem halben Jahr beschrieb Alexander Sieghart seinen Wechsel nach Thailand als 'großes Abenteuer'. Jetzt hat der flinke Mittelfeldspieler seine ersten Spiele in der Thai-Premier League absolviert und zieht ein erstes Fazit. Im Interview spricht er über seine Eingewöhnungszeit, den Saison-Abbruch durch den Königs-Tod und wie er es in die thailändische Nationalelf schaffen will.

Servus Alex, das erste halbe Jahr als Profi in der thailändischen Liga ist vorüber. Wie sieht dein Fazit aus? 

Ich war mehr als überrascht von den vorhandenen professionellen Strukturen im Verein. Vorher hab ich mich so gut wie gar nicht mit dem thailändischen Fußball beschäftigt, aber so schlimm wie es sich viele vorstellen ist es definitiv nicht. Ganz im Gegenteil. In den letzten 5 Jahren hat sich der Fußball hier enorm entwickelt. Das Interesse der Menschen ist deutlich höher und lockt natürlich Sponsoren und Investoren an. Die Vereine werden immer offener für neues und orientieren sich mittlerweile sehr am westlichen Fußball. Viele Vereine haben mittlerweile Leistungszentren sogenannte Trainingscamps mit guten Rasenplätzen, Krafträumen, Schlafzimmern für Spieler und Kantinen.

Die Einheimischen sind vom ersten Tag an sehr freundlich gewesen und haben mir sofort geholfen mich zu integrieren. Auch bei meiner Thai-Sprache haben sie mir auf die Sprünge geholfen. Klar gibt es einige Punkte die ausbaufähig sind, zum Beispiel die Ernährung oder die taktische Schulung der Spieler. Aber im großen und ganzen bin ich positiv überrascht.

Wie schwer war die erste Zeit für dich? Fremdes Land, neuer Club und neue Menschen?

Die Anfangszeit war sehr schwer. Thailand ist wirklich keinen Katzensprung entfernt und ich habe normalerweise eine sehr starke Bindung zu Familie und Freunden. Wenn ich die dann drei bis sechs Monate lange nicht sehe, ist das schon nicht ohne. Glücklicherweise begleitet mich aktuell noch meine Mutter, die mir in allen Bereichen mit Rat und Tat zur Seite steht. Außerdem gibt es zur heutigen Zeit ja auch Dinge wie FaceTime und WhatsApp mit denen ich mit den wichtigsten Personen den Kontakt aufrechterhalten kann. 

Die Menschen im Verein und rundherum waren von Anfang an sehr freundlich zu mir. Das Training war natürlich hart, da ich mich erstmal an die äußeren Bedingungen anpassen musste. Es hat aber gut geklappt, weil ich fast alle Spiele von Anfang an bestritten habe. 

Außerdem ist die Spielweise ganz anders. Viele meiner Mitspieler sind taktisch schlecht geschult. Das war zu Beginn eine enorme Umstellung für mich. Mit meinem neuen Trainer hat sich das zum Glück geändert (lacht).

  Ich bin von Anfang an mit der Einstellung hierhergekommen, so viele Titel wie möglich zu holen!

 

Zuletzt hast du mit deinem Club den Mekong-Cup geholt. Was bedeutet dieser Erfolg für dich? 

Ich bin von Anfang an mit der Einstellung hierhergekommen, so viele Titel wie möglich zu holen! Ich will unbedingt in die Nationalmannschaft und mit Titeln macht man natürlich am schnellsten auf sich aufmerksam. Titel zu gewinnen, ist der Ansporn, weswegen ich Tag für Tag trainiere. Ich will in diesem Jahr noch einiges erreichen.

Deine erste Saison wurde durch den Tod von König Bhumibol im Oktober abrupt beendet. Wie schwer war dieser Schlag für dich?

Ich wurde sehr offen erzogen, was Kultur und Religion betrifft. Als ich am eigenen Leib gespürt habe, wie bestürzt das ganze Land war, habe ich mich schon ein wenig verbunden gefühlt. Ich kannte den König nur dank ein paar Erzählungen meiner Mutter. Nach seinem Tod wurde dann aber rund um die Uhr von ihm und seinen Taten berichtet. Das hat mir geholfen zu verstehen, wieso die Thais so eine hohe Verbundenheit mit ihrem König haben. Natürlich war es schade, dass die Saison abgebrochen wurde. Wir hätten uns für die asiatische Champions League qualifizieren können, aber so einen Fall musste ich akzeptieren. Unsere Mannschaft hat zehn Tage lange eine Zeremonie zum Gedenken an den ehemaligen König besucht.

Das Gespräch führte Philipp Burde

Am Donnerstag erscheint der zweite Teil des großen Sieghart-Interviews. Dort spricht er unter anderem über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der thailändischen und deutschen Liga, den Selfie-Wahnsinn der Einheimischen und seine Ex-Kollegen aus Unterhaching.

Quelle: fussball-vorort.de

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