Finalist steht im Stau

Sixtus-Cup geht mit Top-Endspiel zu Ende

Ein Teil des Sixtus-Cup-Organisationsteams: TC Schliersees Vorsitzender Werner Zehrer (vorne) mit (ab hinten v.l.) Gitti Riepl, Lisi Bungart, Wolfgang Kirchner, Turnierleiterin Barbara Guggenbichler, Markus Guggenbichler, Turnierleiter Christian Reicherseder, Jens Pohl, Julia Seemüller, Tanja Pohl und Andreas Swatosch.
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Ein Teil des Sixtus-Cup-Organisationsteams: TC Schliersees Vorsitzender Werner Zehrer (vorne) mit (ab hinten v.l.) Gitti Riepl, Lisi Bungart, Wolfgang Kirchner, Turnierleiterin Barbara Guggenbichler, Markus Guggenbichler, Turnierleiter Christian Reicherseder, Jens Pohl, Julia Seemüller, Tanja Pohl und Andreas Swatosch.
Gut besucht war das Sixtus-Tennis-Turnier vor allem am Samstag und am Sonntag.
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Gut besucht war das Sixtus-Tennis-Turnier vor allem am Samstag und am Sonntag.
Alina Lex spielte sich ins Halbfinale, trat dort aber nicht an.
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Alina Lex spielte sich ins Halbfinale, trat dort aber nicht an.
Ottmar Neidhardt war heuer zum ersten Mal nicht mehr Turnierleiter. Er stand aber beratend zur Seite.
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Ottmar Neidhardt war heuer zum ersten Mal nicht mehr Turnierleiter. Er stand aber beratend zur Seite.
Anja Wildgruber unterlag Lara Schmidt im Finale des Sixtus-Cup deutlich.
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Anja Wildgruber unterlag Lara Schmidt im Finale des Sixtus-Cup deutlich.
Lara Schmidt setzte sich im Finale des Sixtus-Cup klar durch.
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Lara Schmidt setzte sich im Finale des Sixtus-Cup klar durch.
Strahlende Siegerin: Lara Schmidt (2.v.l.) gewann das Finale des Sixtus-Cup gegen Anja Wildgruber (2.v.r.). Elisabeth Schicho und Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer gratulieren.
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Strahlende Siegerin: Lara Schmidt (2.v.l.) gewann das Finale des Sixtus-Cup gegen Anja Wildgruber (2.v.r.). Elisabeth Schicho und Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer gratulieren.
Einen großen Kampf lieferte sich Hannes Wagner im Finale des Sixtus-Cups mit Rene Schulte.
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Einen großen Kampf lieferte sich Hannes Wagner im Finale des Sixtus-Cups mit Rene Schulte.

Mit dem besten Endspiel seit 15 Jahren ist das Sixtus-Tennis-Turnier am Sonntag zu Ende gegangen. Bis es soweit war, dauerte es: Einer der beiden Finalisten stand im Stau.

Schliersee – Manchmal kann die Planung noch so gut sein, am Ende kommt doch alles anders. Aufgrund der schlechten Wettervorhersage hatten die Turnierleiter Barbara Guggenbichler und Christian Reicherseder am späten Samstagnachmittag entschieden, die Final-Partien des 68. Internationalen Sixtus-Cups am Sonntag schon eine Stunde früher und parallel auszutragen. Und tatsächlich war es in Schliersee um 10 Uhr trocken, die Plätze in perfektem Zustand und die Zuschauer auf ihren Plätzen. Anja Wildgruber (MTTC Iphitos München) und Lara Schmidt (TC Dresden-Blasewitz) bereiteten sich auf ihr Finalmatch vor – doch Rene Schulte (TC Bad Homburg) vermisste seinen Gegner. Hannes Wagner (TC Schießgraben Augsburg) stand auf der gesperrten A 8 bei Brunnthal im Stau. So spielten also doch zunächst die Damen und die Herren im Anschluss. Trocken blieb es bis fast zum Schluss.

Vorjahressieger will Titel sportlich verteidigen

Dass das Herrenfinale überhaupt gespielt wurde, ist Schulte zu verdanken. Nach den Regeln des Tennisweltverbands ITF muss ein Spieler nur 15 Minuten auf seinen Gegner warten, ehe ihm der Sieg zugesprochen wird. Doch der Vorjahresgewinner wollte seinen Titel sportlich verteidigen und nahm die Verzögerung entspannt: „So habe ich länger Zeit zum Frühstücken.“ Wagner versuchte unterdessen, irgendwie von der A 8 zu kommen. Schließlich fuhr ihm ein Freund auf der entgegengesetzten Richtung entgegen, Wagner packte seine Tennistasche und flitze quer über die Autobahn. Seine Mutter blieb im Wagen im Stau sitzen. „Das war eine glückliche Fügung“, sagt Reicherseder. „So konnten wir doch nacheinander spielen und das Turnier sportlich beenden.“

Lara Schmidt gewinnt Sixtus-Cup überlegen

Ihre sportliche Klasse zeigte währenddessen Lara Schmidt. Die 19-Jährige ließ beim 6:1, 6:3 Anja Wildgruber keine Chance. „Sie hat mit 14 Jahren schon die ersten Turniere gespielt“, erzählt Reicherseder. Auch in Schliersee war die gebürtige Mittelfränkin schon öfters. „Man hat bei ihr von Jahr zu Jahr sehen können, wo die Reise hingeht.“ Schmidt hatte allerdings auch eine Partie weniger zu absolvieren. Ihre Halbfinal-Gegnerin Alina Lex (TC Rot-Blau Regensburg) trat nicht an. „Ihr kleiner Bruder ist in eine Glasscherbe getreten und sie hat ihn zum Arzt gebracht“, berichtet der Turnierleiter. Lex war davon ausgegangen, dass aufgrund der langen Regenunterbrechung am Samstag nicht mehr gespielt werden würde. Doch der Regen verzog sich und alle Partien gingen über die Bühne. „Da haben wir dann nach dem Regelwerk gehen müssen.“

Herrenfinale geht über drei Sätze

Richtig spannend war das anschließende Herrenfinale. Wagner waren die Anreisestrapazen nicht anzumerken. Mit hochklassigem Tennis und großem Kampf setzte der Augsburger Schulte unter Druck und gewann den ersten Satz mit 7:6. Auch im zweiten Durchgang brachte erst der Tie-Break die Entscheidung, diesmal zu Gunsten Schultes. Der Konstanzer begeisterte die Zuschauer auf den vollen Tribünen vor allem mit seiner einhändigen Topspin-Rückhand und ließ im dritten Satz nichts mehr anbrennen. Mit 6:4 holte sich der Vorjahressieger erneut den Titel, die damit verbundenen 1500 Euro Preisgeld und Punkte für die deutsche Rangliste. Zwar fing es gegen Ende zu tröpfeln an, doch erst nach dem Matchball setzte der Regen ein.

„Der Wettergott muss ein Tennisfan sein“

„So ein Dusel. Der Wettergott muss ein Tennisfan sein“, sagt Ottmar Neidhardt und ergänzt: „Das war das beste Endspiel in Schliersee seit 15 Jahren.“ Und Neidhardt muss es wissen: Er war seit Ende der 1970er bis Mitte der 80er und wieder ab 2002 Turnierleiter des Sixtus-Cups, ehe er das Amt heuer an Guggenbichler und Reicherseder abgab. Letzterer zog nach seinem ersten Turnier ein positives Fazit. „Es wäre Wahnsinn, wenn im ersten Jahr alles perfekt funktioniert“, sagt Reicherseder. „Aber die fünf Turniertage als Team waren sehr stark.“ Dazu gehört auch Guggenbichler, sagt Werner Zehrer, Vorsitzender des TC Schliersee. „Sie ist die korrigierende, vermittelnde und beruhigende Kraft für Helfer, Spieler und Zuschauer. Ohne sie geht’s nicht.“ Und auch nicht ohne die Kollegen von der SG Hausham, ergänzt Reicherseder. „Ein Anruf genügt und sie haben uns wieder zwei Tage lang ihre Plätze zur Verfügung gestellt.“

Turnier findet 2020 wieder statt

Das wird wohl auch im nächsten Jahr so sein. Denn: „Das Turnier im Rahmen der German Masters Series findet sicher statt“, sagt Vorsitzender Zehrer. Ob es dann noch den Namen Sixtus trägt, wollte er nicht kommentieren. „Wir hoffen, dass Sixtus an Bord ist. Unsere Mannschaft steht bereit.“

jpa

Quelle: Merkur.de

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