BCF erwägt Protest

"Skandal": Stier hadert nach Videobeweis mit Spielleitung

Ausgerechnet der ehemalige Farcheter Franz Fischer (li.), hier vor BCF-Torhüter Alex Heep und den Verteidigern Chafi Gobitaka und Andrej Skoro, erzielte das Siegtor für die Gäste aus Holzkirchen. foto: oliver rabuser

Nach einer Reihe strittiger Entscheidungen hat der BCF Wolfratshausen das Oberland-Derby gegen den TuS Holzkirchen unglücklich mit 0:1 verloren. Trainer Marco Stier attestierte Schiedsrichter Florian Riepl eine desaströse Spielleitung.

Es arbeitete in Marco Stier. Selbst am Tag darauf konnte sich der 33-Jährige kaum beruhigen. Stunden war der BCF-Coach damit beschäftigt, das Video von der Holzkirchen-Partie zu sezieren. Dann verschickte er die betreffenden Sequenzen in kleinen Clips und Bildern. Für Stier der Beleg für den massiven Eingriff des Schiedsrichters. Freilich traf Riepl seine Entscheidungen ohne technische Hilfsmittel in Echtzeit – die Summe aller vermeintlichen Fehlentscheidungen stießen jedoch bei Stier auf Unverständnis. „Skandal“, wetterte der Ex-Profi noch am Sonntagmittag. „Meine Spieler sind fertig und wütend; das haben wir nicht verdient.“ Der Coach erwägt, Protest gegen die Wertung einzulegen. Auch wenn es nur dazu dient, den Umfang an Beeinträchtigungen aufzuzeigen. Immer wieder hat sich Stier die maßgeblichen Szenen angesehen, wodurch seine Laune freilich nicht besser wurde: „Wenn man das sieht, könnte man verrückt werden.“

Was war passiert? In der Anfangsphase wurden Marian Knecht gleich zwei Treffer aberkannt. Einmal soll der Ball zuvor die Torauslinie überschritten haben, kurz darauf winkte der Linienrichter Abseits. Dann traf Angelo Hauk, doch wieder ging die Fahne hoch. Der BCF-Coach kringelte die beiden in dieser Szene tiefer stehenden Gäste-Verteidiger auf seinem Video-Bildausschnitt ein. Nach dem Seitenwechsel geriet dann der Schiedsrichter in den Fokus von Stiers Zorn. In einer tendenziell harmlosen Situation sprang die Kugel Enzo Potenza aus kurzer Distanz an die Hand. Riepl entschied auf Elfmeter. Der Ex-Farcheter Marco Höferth trat an und scheiterte an Keeper Alex Heep. Auf der Gegenseite blieb indes eine ähnliche Situation ungeahndet. Unmittelbar nach der Partie sprach Stier davon, der Unparteiische habe „unglücklich gepfiffen“. Da wusste er noch nicht, welch umfangreiches Filmmaterial er in den folgenden Stunden sichten würde.

Knackige Szenen ohne Beteiligung der Unparteiischen gab es auch. Knecht und Hauk zielten jeweils aus aussichtsreicher Position über das Quergebälk. Bei Holzkirchen scheiterte Franz Fischer am Abwehrbein von Chafi Gobitaka, als Heep bereits ausgespielt war. Der ehemalige BCF’ler Fischer war es auch, der die Entscheidung brachte: Zu Beginn der Schlussphase nutzte der Penzberger Abstimmungsprobleme in der BCF-Defensive zum Treffer des Tages – 0:1 (79.). In der Nachspielzeit klärte dann noch ein TuS-Kicker gegen Adam Puta auf der Linie. Dass zuvor ein weiteres BCF-Tor wegen eines falschen Einwurfs zurückgewiesen wurde, traut man sich kaum mehr zu erwähnen. Einzig positiver Aspekt dieses Nachmittags aus Sicht der Flößerstädter: Trotz der zweiten Niederlage in Serie bleibt der BCF mit drei Zählern Vorsprung auf einen direkten Abstiegsrang auf Platz 16 der Tabelle.

Quelle: fussball-vorort.de

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