Oberweikertshofen ist nicht mehr alleine - auch die anderen Vereine schalten sich ein

Skandalurteil des BFV über Kirchheims U19 - Verband in Erklärungsnot

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In Erklärungsnot: BFV-Vize Robert Schraudner (links)

Kirchheimer SC: Vor einigen Wochen wurden bereits aberkannte Punkte aufgrund eines nicht berechtigten Spielers wieder anerkannt. Jetzt wird der BFV von den Vereinen konfrontiert.

Das Beben,das die U19-Junioren des Kirchheimer SC in der Bezirksoberliga ausgelöst haben, klingt nicht ab. Nach dem SC Oberweikertshofen laufen nun auch die anderen Vereine Sturm gegen ein Skandal-Urteil des Sportgerichts. Der Verein aus dem München Nordosten hatte über Wochen einen nicht berechtigten Spieler eingesetzt und hat nach einem Verfahrensfehler keinerlei Sanktionen erwartet – bisher.

Kirchheim waren zunächst Punkte aberkannt, dann aber wieder zugesprochen worden, weil der Protest von den betroffenen Vereinen nicht innerhalb der gültigen Frist von vier Wochen eingelegt wurde. Eine Berufung Kirchheims war deshalb erfolgreich. Laut Hannes Friedl vom SC Oberweikertshofen, dessen U19 durch das Urteil noch stärker in Abstiegsnot geraten ist, seien die Vereine in regem Austausch. „Offensichtlich ist das nicht das erste Mal beim Kreissportgericht passiert. Da gibt es eine lange Latte an Urteilen.“ Auch sei Kirchheims Trainer nicht wie üblich mit einer Sperre belegt worden, wie der TSV Milbertshofen in einem Schreiben an Bayerns Verbands-Vize Robert Schraudner feststellte. Friedl spricht von einer Sonderbehandlung des Münchner Vereins.

Der Vizepräsident verweist unterdessen weiter darauf, dass dem Verband wegen des Verfahrensfehlers die Hände gebunden seien. Nach Meinung Schraudners bedarf es auch nicht einer von Milbertshofen geforderten Änderung der Rechts- und Verfahrensordnung. Sanktionsmaßnahmen seien in ausreichendem Umfang vorhanden. Das erklärt der Funktionär in einem dem Tagblatt vorliegenden Schreiben an die Vereine. Demnach könnten Punktabzug, Geldstrafe und Funktionssperren verhängt werden. „Hätte das Jugendsportgericht in diesem Fall den Fehler nicht begangen, wäre das auch entsprechend passiert“, schreibt Schraudner. Die Frage, ob der betroffene Trainer noch weiter im Amt bleiben darf, müsse nun aber der Kirchheimer SC entscheiden.

Dass vom Verband in Aussicht gestellt wird, nach Saisonabschluss „eventuell etwas für etwaige negativ betroffene Vereine tun zu wollen“, gefällt Friedl überhaupt nicht. „Was wir alle nicht wollen, ist ein Gemauschel. Und danach sieht´s jetzt aus.“ So rechnet der SCO-Trainer damit, dass im kommenden Jahr eine Liga mit 17 Mannschaften an den Start geht. „Ebrachtal, Rimsting und Isengau drin, und die vier Aufsteiger –anders können wir uns die Hilfe des Verbands garnicht erklären.“ Denn benachteiligt sei die ganze Liga geworden, und durch die lange Versatzzeit zwischen Urteil und Berufung vor allem die Teams, die im Abstiegskampf stehen.

Die Vereine fordern weiter, dass Kirchheim bestraft wird. Und zwar nach den Gesetzen und Richtlinien, die einen Vorsatz berücksichtigen. „Der böswillige Vorsatz bei Kirchheim bleibt bisher völlig außen vor“, sagt Friedl. Ziehe man diesen in Betracht, würde dies ein neues Verfahren – diesmal ohne Frist – ermöglichen.

Quelle: Merkur.de

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