„Es geht nicht mehr vorwärts“

Elisabeth Schicho beendet Karriere

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Packt ihre Ski weg: Langläuferin Elisabeth Schicho vom SC Schliersee. 

Elisabeth Schicho macht Schluss: Die 27-jährige Skilangläuferin vom SC Schliersee beendet ihre Karriere. „In letzter Zeit merke ich, dass ich nicht mehr richtig weiter komme“, sagt sie.

Schliersee – „Und jedes Ende ist ein neuer Anfang.“ Mit diesen Worten verkündete Langläuferin Elisabeth Schicho in den sozialen Netzwerken jetzt ihren Rücktritt vom Leistungssport. „Die letzten Jahre hat sich bei mir ziemlich viel um meinen Sport und meine Leistungen gedreht! Ich hab’ mich jetzt aber entschieden, diesen Fokus zukünftig zu verändern“, schreibt die 27-jährige Schlierseerin, die eigentlich im besten Langlauf-Alter ist. Die Gründe dafür liegen in der jüngeren Vergangenheit.

Elisabeth oder „Lisi“, wie sie allseits genannt wird, war in der zweiten Klasse, als sie eines Tages ihr Nachbar in seiner Funktion als Langlauftrainer mit auf die Loipe nahm. „Ich bin dabeigeblieben, das Training wurde immer intensiver, und schließlich landete ich im Nachwuchskader des DSV“, beschreibt sie ihren sportlichen Werdegang. Nach dem Abitur 2010 wurde Schicho zunächst Sportsoldatin und kam drei Jahre später ins Zoll-Ski-Team.

Nachdem sie am 12. Januar 2013 bei ihrem Weltcup-Debüt im tschechischen Liberec als 28. direkt Punkte holte, ging es für die Schlierseerin langsam, aber stetig bergauf. Ein Jahr später holte sie sich bei der Junioren-WM den Titel im Sprint und Bronze über zehn Kilometer klassisch. Nach weiteren Top-Ten-Platzierungen im Weltcup und insgesamt sieben Medaillen bei deutschen Meisterschaften erfüllte sich Schicho in der vergangenen Saison ihren sportlichen Traum und fuhr für Deutschland zu den Olympischen Winterspielen nach Pyeongchang.

Der ganz große Sprung nach vorne blieb ihr allerdings bis heute verwehrt. In den Kampf um Siege oder Podestplätze konnte die 27-jährige nie eingreifen, obwohl sie in ihrer Karriere nahezu verletzungsfrei geblieben ist. „Ich war sicherlich nie ein Super-Talent, aber mit Begeisterung, Fleiß und Willen habe ich doch schöne Erfolge gefeiert!“, schreibt sie. „In letzter Zeit merke ich aber, dass ich nicht mehr richtig weiter komme, obwohl mein Training immer gut läuft. Ich habe viel ausprobiert und investiert, aber jetzt bin ich an dem Punkt angelangt, ehrlich zu mir selbst zu sein, dass es einfach nicht mehr vorwärtsgeht.“

Diese nüchterne Analyse hat sie letztlich zum Rücktritt bewogen. Ein Schritt, der alles andere als leicht war. „Ich hatte eine Wahnsinnszeit mit vielen Erlebnissen und Herausforderungen, Freudentränen und Heulkrämpfen, Höhen und Tiefen und ich bin stolz, mein Lieblingshobby zum Beruf gemacht zu haben!“

Ganz Schluss ist aber noch nicht. Am kommenden Wochenende wird Schicho ihre letzten Rennen bei der deutschen Meisterschaft in Reit im Winkl absolvieren. Erst dann ist Ende und Zeit für einen neuen Anfang. Wie der aussieht, lässt die 27-Jährige offen. 

alf

Quelle: Merkur.de

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