„Wieder da, wo ich unbedingt hinwollte“

Loch endlich wieder auf dem Podest

+
Perfekte Linie: Auf dem blauen Kurs in Rogla fährt Cheyenne Loch bis ins Halbfinale. Am Ende wird die Neuhauserin Dritte.

Cheyenne Loch hat den Rogla-Fluch besiegt. Kurz vor der WM fährt die Raceboarderin des SC Schliersee im Parallelriesenslalom auf Platz drei.

Rogla – Pünktlich zur Snowboard-Weltmeisterschaft ist Cheyenne Loch in Topform. Beim Weltcup-Parallelriesenslalom in Rogla (Slowenien) wurde die Neuhauserin Dritte. Damit hat die 24-Jährige ihre erste Podiumsplatzierung seit mehr als drei Jahren eingefahren. Damals wurde die Boarderin vom SC Schliersee im Parallelslalom von Cortina d’Ampezzo (Italien) ebenfalls Dritte. Danach warfen Loch gleich zwei Kreuzbandrisse immer wieder zurück. Doch sie gab nicht auf und kämpfte sich an die Weltspitze zurück. „Ich bin endlich wieder da, wo ich unbedingt hinwollte.“

Eigentlich sei der Parallelriesenslalom bisher nicht ganz ihre Stärke gewesen, sagte Loch noch vor dem Weltcup in Slowenien. Und eigentlich liegt ihr auch der flache Jasa-Hang von Rogla nicht. Nach dem Wochenende sagt sie jetzt: „Ich freue mich riesig, vor allem weil es weder in Rogla noch im Parallelriesenslalom bis dato gut für mich gelaufen ist. Ich komme dieses Jahr mit den längeren Boards gut zurecht.“ Knapp 30 Zentimeter ist das Brett für den Riesenslalom länger als das Slalomboard. Die gesteckten Kurse sind von den Torabständen her ungefähr vergleichbar mit den Riesenslalom- und Slalomkursen im Ski alpin.

In der Qualifikation von Rogla brachte die Polizeimeisterin die viertschnellste Zeit auf die Piste, was ihr zumindest im Achtel- und Viertelfinale Vorteile bei der Wahl des Kurses verschaffte. Der blaue Kurs war am Samstagnachmittag der etwas schnellere. „Natürlich habe ich nach der Qualifikation auf ein gutes Ergebnis gehofft, aber nicht mit dem Podium gerechnet“, sagt Loch.

Und schon im ersten Finallauf gegen die Chinesin Ruxin Zang konnte sie den Vorteil des blauen Kurses nutzen. Mit einem Vorsprung von mehr als einer halben Sekunde stieg sie ins Viertelfinale auf, wie die Raceboarder das Erreichen der nächsten Runde nennen. Im Viertelfinale stand Loch erneut einer Chinesin gegenüber – wieder auf dem blauen Kurs. Und dieses Mal war das Rennen schon deutlich knapper: Erst an der Ziellinie war Loch das erste Mal vor ihrer Konkurrentin Naiying Gong. Mit einem Vorsprung von nur fünf Hundertstelsekunden erreichte sie das Halbfinale, in dem sie auf ihre Zimmerkollegin Selina Jörg traf. Und weil Jörg die schnellste Zeit in der Quali hingelegt hatte, verwies sie Loch auf den roten, vermeintlich langsameren Kurs.

Mit einer zwischenzeitlichen Führung machte Loch das Rennen aber richtig spannend, lehnte sich allerdings bei einem Tor im Flachstück etwas zu weit nach innen, verkantete und verließ die Ideallinie. Somit wurde das Halbfinale eine klare Angelegenheit, und Loch bekam ihre Chance im kleinen Finale. Dort traf sie auf die Italienerin Nadya Ochner. Zurück auf dem blauen Kurs zeigte die 24-Jährige einen souveränen Lauf und sicherte sich ihren Podestplatz. „Da habe ich meine Erwartungen erfüllt“, sagt Loch, die sich nach dem Rennen gemeinsam mit Jörg freute, die das große Finale gewann.

„Die ersten Rennen der Saison sind nicht so gut für mich gelaufen“, erklärt Jörg. „Umso schöner ist es deshalb, heute gewonnen zu haben und vor allem mit Cheyenne gemeinsam auf dem Podium zu stehen.“ Am Wochenende steht noch ein weiterer Weltcup-Parallelslalom in Moskau an, ehe es für die Snowboard-Elite zur Weltmeisterschaft nach Park City (USA) geht.  

emi

Quelle: Merkur.de

Auch interessant

Meistgelesen

Basketballer des TV Miesbach kommen mit vollem Einsatz zum ersten Sieg
Basketballer des TV Miesbach kommen mit vollem Einsatz zum ersten Sieg
SpVgg Unterhaching steigt in den eSport ein
SpVgg Unterhaching steigt in den eSport ein
Nedeljko Tomic: "Musste aufpassen, dass ich nicht weine"
Nedeljko Tomic: "Musste aufpassen, dass ich nicht weine"
Interimstrainerin Marie Arndt mit Debütsieg für BCF Wolfratshausen
Interimstrainerin Marie Arndt mit Debütsieg für BCF Wolfratshausen

Kommentare