Der neue Trainer sieht nach dem ersten Sieg noch viel Raum zur Verbesserung

Hyballa lässt Türkgücü-Spieler Kondition bolzen - „Intensiv, aber geil“

Siegesfeier nach dem Dortmund-Spiel.
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Siegesfeier nach dem Dortmund-Spiel.

Das Debüt von Peter Hyballa ist geglückt. Um seine Spielweise bei Türkgücü München etablieren zu können, muss die Mannscahft aber an ihrer Kondition arbeiten.

München – Aus Alexander Sorge sprudelte es nur so heraus. Nach Spielpfiff stand Türkgücüs Abwehrspieler strahlend am Magenta-Mikrofon, grüßte seine Mutter im Olympiastadion und dankte Tim Lobinger. Der ehemalige Stabhochspringer arbeitet mit Sorge als Mentaltrainer zusammen. Beim 2:1-Sieg über Dortmund II köpfte der 28-Jährige das 1:0, den Treffer widmete er natürlich seiner Mama.

Und hatte danach viel Lob für die Arbeit von Peter Hyballa übrig. „Es ist eine intensive Spielweise, mit kurzen Sprints – aber erfolgreich. Lieber sprinte ich fünf Meter nach vorne, um den Ball zu erobern, statt 40 Meter im Dauerlauf zurückzusprinten.“

Türkgücü München fehlt die Ausdauer für die Spielweise von Hyballa

Die ersten Ansätze von Hyballas Spielidee waren gegen den BVB schon zu erkennen. Gegenpressing, also immer Druck auf den ballführenden Spieler ausüben, um den Gegner schon früh beim Spielaufbau zu stören. Das Problem: die Ausdauer. Hyballa hatte vor dem Dortmund-Spiel nur fünf Einheiten („Speed-Dating“) mit der Mannschaft: „Da weißt du nie so genau, ziehen sie es über 90, ziehen sie es über 80 oder ziehen sie es nur 75 Minuten durch. Ich glaube, hätten wir nur dreimal wechseln können, wäre es hinten raus brutal geworden.“

Gibt alles an der Seitenlinie: Peter Hyballa.

In der Vorbereitung auf sein Debüt musste sich Hyballa selbst bremsen, nahm zum Ende der Woche die Intensität aus dem Training. Den Spielern war in der Schlussphase anzumerken, dass sie die neue Spielweise noch nicht über 90 Minuten durchziehen können. Hyballa sah deshalb ein, dass „man am Ende den Arsch zusammenkneifen und zum lieben Gott beten muss, dass du das 2:1 über die Zeit rettest.“

„Er ist ein Künstler.“

Peter Hyballa freut sich über die Leistung von Sararer

Als Trainingsinhalt für die nächsten Tage kündigte Hyballa Konditionstraining an, sein Team habe zu wenig tiefe Laufwege gezeigt, müsse nun mehr Sprintmeter ziehen. Weitere Verbesserungswünsche: Abstände verringern, noch mehr Druck ausüben. Beim Gegentor konnte sich Dortmund etwa unbedrängt durchkombinieren. Oder wie es Hyballa analysiert: „Da stehen wir einfach wie ein pinkelnder Hund und dann bekommst du solche Tore.“

Freuen konnte sich Hyballa hingegen über die Leistung von Sercan Sararer, der wie ausgewechselt spielte und beide Treffer vorbereitete: „Er ist ein Künstler. Wir haben nicht mehr so viele Dribbler in Deutschland. Er bindet immer ein, zwei Spieler.“ Auch der Treffer von Philip Türpitz, der den Ball volley ins Tornetz drosch, war ganz nach dem Geschmack Hyballas: „Einfach mal schießen. Nicht noch mal den Ball annehmen, Schnick-schnack spielen, einfach drauf pöhlen.“ Das nächste Spiel steht für Türkgücü erst am kommenden Montag in Magdeburg an. Hyballa hat also eine komplette Woche, um der Mannschaft seine Spielphilosophie noch näherzubringen.

Das Fazit von Sorge für die erste Woche unter Hyballa: „Intensiv, aber geil.“

NICO-MARIUS SCHMITZ

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