Sensationen bleiben aus

Garmisch-Partenkirchen: Kreispokal im Überblick

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Schon wieder schlägt’s ein: Florian Elgas (l.) von der SG Oberau/Farchant muss den Gegnern beim Jubeln zusehen. 

Der Qualitätsunterschied war schlichtweg zu groß. Sowohl die SG Oberau/Farchant als auch der TSV Oberammergau haben in der ersten Runde des Kreispokals gegen höherklassige Gegner ihre Grenzen aufgezeigt bekommen.

Besser erging es den Garmisch-Partenkirchner Teams vom FC Megas und dem VTA. Sie bleiben dem Wettbewerb ebenso erhalten wie der SC Eibsee Grainau und der SV Eschenlohe, der mit dem Sieg gegen KreisklassistenEurasburg für eine positive Überraschung sorgte.

SG Oberau/Farchant –
1. FC Penzberg 0:6 (0:2)

Schiedsrichter: Max Gall (SV Söchering). – Zuschauer: 45. – Tore: 0:1 (9.) Hiry, 0:2 (19.) Fischer, 0:3 (64.) Wiedenhofer, 0:4 (68.) Huber, 0:5 (76.) Fischer, 0:6 (88.) Neziri.

Sebastian Schmölzl kennt das Rezept, wie ein höherklassiger Verein im Pokal auftreten sollte. Er hat es als Keeper beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen oft genug miterlebt. „Du musst den Gegner einfach laufen lassen, bis er nach 60 oder 70 Minuten kaputt ist.“ Eine Methode, die auch der 1. FC Penzberg am Mittwochabend in Runde eins des Kreispokals in der Partie bei der SG Oberau/Farchant angewendet hat. „Sehr erfolgreich“, versichert SG-Trainer Schmölzl mit Blick auf den Gegner. „Penzberg hat das souverän runtergespielt.“ Und nach besagter Spielzeit schraubten die Gäste das Ergebnis nach einer 2:0-Halbzeitführung auch noch deutlich nach oben auf den 6:0-Endstand. Für die eigene Mannschaft habe die Begegnung gezeigt, „dass wir noch viel zu tun haben“, sagt Schmölzl, der gemeinsam mit Sascha Handke an der Linie coachte. Das neu zusammengewürfelte Team hatte vor allem mit der physischen Überlegenheit der Penzberger zu kämpfen, hatte in den direkten Duellen selten die Nase vorne. „Für uns war es eine gute Laufeinheit“, urteilt Handke. Der Bezirksligist spielte nicht groß auf, agierte aber clever, ließ Ball und Gegner laufen. Schmölzl war am Ende nicht groß enttäuscht. „Im Grunde ist es so gekommen, wie es kommen musste gegen ein drei Ligen höheres Team.“ Ärgerlich sei für ihn die Auslosung gewesen. „Wir hätten gerne noch ein Match in der nächsten Runde gehabt. Aber das ist halt Pech, dass du gleich einen Bezirksligisten kriegst.“

SC Eibsee Grainau –
TSV Murnau 3:0 (2:0)

Schiedsrichter: Paul Thiel (TSV Farchant). – Zuschauer: 15. – Tore: 1:0 (8.) Hauck, 2:0 (39.) T. Bilz, 3:0 (72.) Masur.

Andreas Zinn kann sich entspannt zurücklehnen. Während der Trainer des SC Eibsee Grainau mit seiner Frau die Flitterwochen in den USA genießt, haben seine Kicker souverän die zweite Runde des Kreispokals erreicht. Gegen den Kreisligisten TSV Murnau, der allerdings mit einer stark verjüngten Zweiten Mannschaft antrat, setzte sich der A-Klassist mit 3:0 durch. „Und das war auch in der Höhe verdient“, betont Christoph Elsner, der Zinn bis zu dessen Rückkehr gemeinsam mit Martin Nöhmeier, Hannes Gaißmaier, Daniel Pichler und Markus Masur als Coach vertritt. Kurios: Gegen den TSV stand der Vorsitzende des SCG zudem im Tor. Elsner, Grainaus Mädchen für alles. Sein Auftritt als Keeper soll jedoch ein einmaliger bleiben. Ein Neuzugang steht bereits in den Startlöchern, gegen Murnau fehlte lediglich noch die Spielgenehmigung. Machte aber nichts, zu halten bekam Elsner eh nicht viel. „Zwei Schüsse, mehr nicht“, sagt er. Zu dominant traten seine Vorderleute auf. Mit schnellem Kurzpassspiel kombinierten sie sich immer wieder nach vorn. „Das hat teilweise echt gut ausgesehen.“ Die Überlegenheit, die durchaus zu mehr Toren hätte führen können, erkennt auch Konrad Berger neidlos an. „Der Gegner war klar besser“, räumt die Murnauer Fußball-Legende ein, die für den verhinderten Stephan Bierling als Coach der TSV-Reserve einsprang. Sein Fazit fällt trotzdem positiv aus. „Die Jungs haben 90 Minuten Gas gegeben und wichtige Erfahrungen gesammelt.“

DJK Penzberg –
FC Megas 5:6 n.E. (2:2)

Schiedsrichter: Hermann Buchberger (SV Polling). – Zuschauer: 25. – Tore: 0:1 (15.) Ege, 1:1 (23.) Friedrich, 2:1 (30.) Hadi, 2:2 (41.) Ege.

Womöglich war das 17:0 des FC Megas Garmisch-Partenkirchen in der Vorsaison einen Ticken zu deutlich. Anders lässt es sich kaum erklären, warum die Werdenfelser diesmal gehörig kämpfen mussten, ehe der Pokal-Erfolg gegen die mittlerweile in der C-Klasse beheimatete DJK Penzberg feststand. „Wir sind die Sache wohl etwas zu locker angegangen“, räumt auch Trainer Evangelios Chatzis ein. Es entwickelte sich eine offene Partie, in der Ahmed Ege beide Treffer für Megas erzielte. Viele weitere Chancen blieben ungenutzt. Auch weil mit Christian Eke und Wahid Glamian die beiden besten FC-Stürmer fehlten. „Sonst hätten wir sicher ein paar Tore mehr gemacht.“ So aber ging’s ins Elfmeterschießen. Dort avancierte Torwart Jalal Khalil mit zwei gehaltenen Strafstößen zum Helden. „Klasse gemacht“, lobt Chatzis.

SpVgg Maxkron –
VTA Garmisch-P. 2:8 (1:3)

Schiedsrichter: Robert Jyrek (SV Bad Heilbrunn). – Zuschauer: 30. – Tore: 0:1 (4.) Alfeki, 0:2 (12.) Atlas, 0:3 (33.) Sahintürk, 1:3 (39.) Verep, 1:4 (51.) Alfeki, 1:5 (55.) Sahintürk, 1:6 (58.) Karg, 2:6 (60.) Verep, 2:7 (87.) Atlas, 2:8 (89.) Karg.

Ansehnliche Spielzüge, viele Tore, ein deutlicher Pokal-Sieg – so geht Frustbewältigung. Der Start in die neue Saison ist dem VTA Garmisch-Partenkirchen nach dem Abstieg aus der A-Klasse eindrucksvoll gelungen. An dem 8:2-Erfolg gegen die SpVgg Maxkron hatte Trainer Zeki Serdaroglu entsprechend wenig auszusetzen. „Eine sehr ordentliche Partie von uns“, sagt er. Besonders Justin Karg war von den Gastgebern zu keiner Zeit zu halten. „Er war enorm viel unterwegs.“ Und erfolgreich. Zwei der acht Tore gingen auf sein Konto. Ebenfalls doppelt trafen Dominic Atlas, Ferhat Sahintürk sowie Neuzugang Kanim Alfeki, der vom FC Megas zum VTA gewechselt ist. „Ein junger, schneller Mann, der uns weiterhilft.“

SV Eschenlohe –
SV Eurasburg 8:7 n.E. (1:1)

Schiedsrichter: Stephan Thiel (TSV Farchant). – Zuschauer: 25. – Tore: 0:1 (5.) Jäger, 1:1 (48.) Böhmer.

Ganz langsam lief Thomas Hesse an. Den Kopf oben, Blick geradeaus. Er wartete nur darauf, dass sich Andreas Schwaighofer bewegt. Und der Torhüter des SV Eurasburg-Beuerberg tat ihm den Gefallen. Schwaighofer sprang frühzeitig nach rechts, Hesse schob den Ball locker ins freie Eck. Der Pokalsieg des SV Eschenlohe in der ersten Runde des Kreispokals mit 8:7 nach Elfmeterschießen war perfekt. „Musste ich den Jungs eben wieder einmal zeigen, wie das mit dem Toremachen geht“, sagt Spielertrainer Hesse und lacht. Ein schelmischer Kommentar, hinter dem aber durchaus ein Fünkchen Wahrheit versteckt ist. Denn in den 90 Minuten zuvor war seinen Schützlingen trotz bester Chancen lediglich ein Treffer gelungen. Und das ausgerechnet in einer der am wenigsten vielversprechenden Situationen der Partie. Aus sehr spitzem Winkel drosch Lukas Böhmer den Ball zum 1:1-Ausgleich unter die Latte. „Typisch, dass wir erst einen Unmöglichen versenken“, sagt Hesse. Marios Kanakidis und Florian Schorer hatten zuvor weitaus bessere Möglichkeiten teils kläglich ausgelassen. „Unser altes Leid.“ Insgesamt geht der Sieg für Hesse in Ordnung. Die Eurasburger, die als Kreisklassist eine Liga höher als der SVE aktiv sind, hatten vor allem in der zweiten Halbzeit nur noch wenig Offensivaktionen. Zur Überraschung von Hesse. „Ich hätte mir mehr vom Gegner erwartet.“ Ein deutlich größeres Kaliber wartet mit Bezirksligist 1. FC Penzberg in der kommenden Runde auf die Eschenloher. „Da freuen wir uns drauf“, betont der Coach. Eine Überraschung sei schließlich immer möglich – und wenn dafür wieder Elfmeterspezialist Hesse sein Können zeigen muss.

TSV Oberammergau –
TSV Altenstadt 0:3 (0:3)

Schiedsrichter: Rudi Kögel (SV Schwabsoien). – Zuschauer: 40. – Tore: 0:1 (17.) S. Schmitt, 0:2 (34) S. Schmitt, 0:3 (37.) Yapici.

Rum ist sie, die Siegesserie des TSV Oberammergau. Beim 0:3 gegen den TSV Altenstadt kassierte der A-Klassen-Aufsteiger die erste Heimniederlage seit April 2018. „Schon schade“, sagt Michael Drewing. Allerdings kein Grund, sich zu ärgern. Zu deutlich war der Klassenunterschied im Vergleich mit dem Kreisligisten. „Richtig gute Fußballer“ sah Drewing aufseiten der Altenstädter. Und die sorgten bereits in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse. Nach drei blitzsauberen Kombinationen musste ein Gäste-Stürmer jeweils nur noch den Ball ins Tor schieben. Ehe sich die Oberammergauer an das Tempo ihrer Kontrahenten eingestellt hatten, war die Partie entschieden. Aber aufzugeben ist nicht die Sache der TSV-Kicker. „Wir wollten nach der Pause dagegenhalten“, betont Abteilungsleiter Drewing. Das Vorhaben glückte. Die zweiten 45 Minuten endeten torlos. Florian Noll hätte sogar fast den Ehrentreffer für die Heimelf erzielt. Drewings Fazit: „Auf der Leistung lässt sich aufbauen.“

Quelle: Merkur.de

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