Am (Spielfeld)-Rande notiert: Die Geschichte vom Tor, das eines war – Trainer sucht Willy, Willy findet Trainer

Mit dem Siegtor verabschiedete sich Thomas Krovinovic (re.) von Vizepräsident Eckard Lutzeier und dem SCF.

SC Fürstenfeldbruck - Vor, während und nach dem Spiel des SCF gegen Pullach spielten sich zahlreiche Randgeschichten ab. Hier lest Ihr alles über zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen, Laolawellen, Bierduschen und eine Verabschiedung.

Freistoß Christian Lippert, Kopfball Andreas Neumeyer, Tor. So dachten zumindest viele der 923 Zuschauer im Technomarktstadion in der 25. Minute – und lagen damit richtig, wie das exklusive Tagblatt-Foto (siehe Lokalseite 1) beweist. Gezählt hat der Treffer trotzdem nicht, weil sich Schiedsrichter Benedikt Öllinger aus Riedlhütte bei der Entscheidung auf seinen Assistenten verließ und dabei verlassen wurde. Öllingers Körpersprache deutete bereits darauf hin, dass er den Treffer geben wollte. Doch der Assistent meldete sich fahnenwedelnd zu Wort. Er hatte den Ball nicht in vollem Umfang über der Linie gesehen.
Nach kurzer Beratung des Gespanns ging’s beim Stand von 0:0 weiter. SCF-Ehrenpräsident Albrecht Huber tobte: „Der war klar drin. Und dann sagt der Linienrichter auch noch: ,Dann müsst ihr ihn halt gescheit reinhauen, so dass man’s auch sieht.’“

Da ist der Willy: Wilson „Willy“ Onyemaeke verpasst seinem Trainer die Bierdusche.

"Wo ist der Willy?“ hatte Roberto Fontana in die Runde gefragt. Dem SCF-Trainer schwante nichts Gutes. Doch alle Vorsicht half nichts. Wilson „Willy“ Onyemaeke schaffte es doch, sich unbemerkt an seinen Coach heranzuschleichen und ihm die obligatorische Bierdusche nach dem Sieg zu verpassen. Zuvor hatte der Nigerianer noch eine große Geste gezeigt: Während seine Mannschaftskameraden den Sieg feierten, wanderte der verletzte Mittelfeld-Stratege durch die Pullacher Reihen und spendete dem niedergeschlagenen Gegner Trost.

Ganze zwei Wochen haben die Brucker nun Pause. Gleich nach dem Ende der Europameisterschaft startet der Neu-Bayernligist wieder in die vierwöchige Vorbereitung für die neue Saison. Nicht viel Zeit für Trainer Roberto Fontana, die Kaderplanung zu beenden. Bislang gestaltete sich das Vorhaben schwierig. Die unsichere Ligenzugehörigkeit hemmte die Gespräche. Mit der Qualifikation für die neue Bayernliga hat der Verein nun aber ein gutes Argument mehr bei den Spielern. „Wir wollen den Großteil des Kaders halten, Neuzugänge wird’s nicht viele geben“, sagt Fontana. In den nächsten Tagen will der SCF-Trainer nun seinen 20-Mann starken Kader zusammenstellen. Als Abgang steht bislang neben Thomas Krovinovic auch Dardan Gashi fest. Der Innenverteidiger, der in Passau studiert, wechselt zum niederbayerischen SV Schalding Heining, der ebenfalls in die neue Bayernliga eingezogen ist.

Einem Brucker war nach den 90 Minuten ganz und gar nicht zum Feiern zumute. Der aus Mammendorf stammende Pullacher Trainer Carsten Teschke saß nach dem Schlusspfiff minutenlang einsam auf der Spielerbank und starrte mit hängendem Kopf Löcher in den Rasen.
Später fand er dann doch Worte. „Ganz bitter“, sei die Erfahrung der Nicht-Qualifikation für die Bayernliga. Fünf bis sechs Hundertprozentige habe seine Mannschaft vergeben. „Das Spiel war bezeichnend für die Saison, in der wir oft die Besseren waren, die Tore aber nicht gemacht haben.“ Trotzdem zeigte sich der Ex-Brucker am Ende als fairer Verlierer: „Bruck hat als Neunter schon unter der Saison mehr richtig gemacht als wir. Also sind sie am Ende auch verdient aufgestiegen.“

Bei allen Verletzungssorgen musste Trainer Roberto Fontana einen Spieler kein einziges Mal ersetzen: Kapitän Christian Rodenwald ist der „Iron Man“ des SCF und bestritt jede einzelne Minute der Spielzeit – die letzten 90 sogar mit einer dicken Grippe. Entsprechend abgekämpft, aber auch glücklich war der Spielführer nach dem gelungenen Husarenstreich. „Wer in den entscheidenden Spielen zweimal kein Gegentor kriegt, der ist auch verdient aufgestiegen“, sagte er und verteilte ebenfalls Komplimente an „seine“ Mannschaft: „Die Jungs haben heute nochmal alles rausgehauen.“  ad

Quelle: fussball-vorort.de

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