Sponsoren unterstützen Vereine trotz Corona-Krise

Sponsoren bleiben dem SC Olching und dem SC Oberweikertshofen treu

Gemeinsam durch die Krise: Lokale Sponsoren wie die Olchinger Braumanufaktur halten zu ihrem Verein. Im Gegenzug rühren die Clubs kräftig die Werbetrommel für das Unternehmen.
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Gemeinsam durch die Krise: Lokale Sponsoren wie die Olchinger Braumanufaktur halten zu ihrem Verein. Im Gegenzug rühren die Clubs kräftig die Werbetrommel für das Unternehmen.

Die Corona-Pandemie hat viele Unternehmen hart getroffen. Doch die Firmen im Landkreis beruhigen: Sie wollen die Vereine weiter unterstützen.

Landkreis – Klagewellen wie vom Bayerischen Fußball-Verband befürchtet, Kündigungen von Mitgliedschaften und Wegbrechen von Sponsoren – im Landkreis ist davon kaum etwas zu bemerken. Sportübergreifend gilt für das Verhältnis zwischen Vereinen und Sponsoren: Man ist in der Corona-Krise vorsichtig geworden, doch man geht achtsam miteinander um.

Bei den Handballern des TuS Fürstenfeldbruck bezieht man nun durch den Status als frisch ernannter Zweitligist sogar neue Motivation. „Wir hatten unsere Aktivitäten bei den Sponsoren runtergefahren, wollen aber wieder Fahrt aufnehmen“, so Heiko Sasgen, im Bereich Sportmarketing tätig. Die Entscheidung des Deutschen Handball-Bundes, die Saison abzuschließen habe nun für Klarheit gesorgt. Die können die TuS-Handballer nun bieten. Wie Sasgen erklärte, hätten ohnehin viele Sponsoren ein Weitermachen zugesagt.

Molka: „Wir werden die Zusammenarbeit in vollem Umfang fortsetzen“

Ein Signal, das auch das international tätige Germeringer Softwareunternehmen Docuware an die Handballer des SC Unterpfaffenhofen aussendet. „Wir werden die Zusammenarbeit in vollem Umfang fortsetzen“, teilte Sabina Molka mit, Director Team- and Talent-Development bei Docuware. Die Verbindung bestehe seit vielen Jahren. „Wir sind Partner auf Augenhöhe“, sagt Molka. Was Helmut Schreiner, Handball-Abteilungsleiter des SCU bestätigt: „Das ist auf Beständigkeit und Solidarität aufgebaut.“ Verein und Unternehmen würden sich auch als Teil der Gemeinschaft in der Stadt begreifen.

Die engeren Verbindungen innerhalb einer Kommune sind in einer solchen Krise entscheidend. „Es besteht ein Gefühl des Zusammengehörens“, nennt es Reinhold Miefanger, Fußballchef des SC Olching. Zwar sei es derzeit schwer, neue Sponsoren zu gewinnen, doch die bestehenden Vereinbarungen würden eingehalten. „Man muss das aber auch pflegen“, betont Miefanger. So stellen die Amperstädter ihre Gönner derzeit auf Facebook vor.

SC Olching pflegt die bestehenden Vereinbarungen

Bei den Sponsoren kommt das gut an. „Ein guter Zug“, so Guido Amendt von der Olchinger Braumanufaktur. Auch Details seien da wichtig: „Die Fußballer bestellen jetzt extra über unseren Lieferservice.“ Der SCO und die Braumanufaktur seien regionale Marken, die sich gegenseitig unterstützen, so Amendt. „Es gibt keinen Grund, warum wir das beenden sollten.“

Dass eine „gewisse Verbundenheit zwischen Verein und Ort“ erst einmal für Ruhe sorgt, bestätigt Ulrich Bergmann, der umtriebige Fußballmanager beim SC Oberweikertshofen. Beim Bezirksligisten ist man trotzdem froh, die Rechnungen für Stadionheft und Bande schon gestellt zu haben. Es seien auch noch keine Kündigungen gekommen. Allerdings ist sich Bergmann sicher: „Bei dreistelligen Beträgen ist die Bereitschaft das Geld im Verein zu belassen sicher höher als bei größeren Summen.“

Auch Rot-Weiß Überacker muss keine finanzielle Schieflage befürchten

Auch Josef Müller, erster Vorsitzender von Rot-Weiß Überacker, muss für seinen Verein, der unter anderem den Damenfußball besonders pflegt, keine besondere finanzielle Schieflage fürchten. „Es wird sich noch eine Weile ausgehen“, sagt Müller. Er zeigte sich „sehr angenehm überrascht“ von der Solidarität im Maisacher Ortsteil und unter den 714 Mitgliedern. Im Sinne der örtlichen Verbundenheit haben aber die Rot-Weißen genauso ihren Teil beigetragen. In der Fitness-Abteilung hat man für April auf den Beitrag verzichtet, und der Vereinswirt braucht erst einmal keine Pacht zu bezahlen. In Überacker hat man außerdem eine weitere kleine Einnahmequelle. „Die Photovoltaikanlage wirft noch ein bisserl was ab“, erzählt Müller.

Einig sind sich aller Beteiligten darin, was Schreiner vom SC Unterpfaffenhofen so zusammenfasst: „Je früher Planungssicherheit besteht, umso besser ist es für Vereine und Sponsoren.“ Allerdings könnten die Sportverbände wiederum erst darauf reagieren, wenn sich Sachverständige, Experten und politische Entscheidungsträger geäußert hätten.

Text: Hans Kürzl

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