Sportler des Jahres 2019 im Kreis Miesbach

Vanessa Hinz: Lohn für ein bewegtes Jahr

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Doppelte Übergabe: Vanessa Hinz (M.) erhielt von Merkur-Redakteur Dieter Dorby im Namen der Leser die Trophäe zur Sportlerin des Jahres 2019 und von Kreis-Sportreferentin Sabine Kirchmair einen Blumengutschein des Landkreises.

Bereits zum vierten Mal in Folge ist Biathletin Vanessa Hinz die Sportlerin des Jahres im Landkreis Miesbach. Ein Besuch im elterlichen Garten in Schliersee.

Schliersee – In der Loipe fehlt ihr als Einzelathletin noch der ganz große Wurf – bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres 2019 im Landkreis Miesbach hat sie es aber geschafft: Biathletin Vanessa Hinz holte mit 2072 Stimmen den ersten Platz vor den Skirennfahrerinnen Marlene Schmotz (2062) aus Fischbachau und Viktoria Rebensburg (1816) aus Kreuth.

Die 28-jährige Schlierseerin krönt damit eine Saison, die von Höhen und Tiefen gekennzeichnet war und mit dem Corona-Lockdown ein abruptes Ende fand. Coronabedingt fiel der geplante Asien-Urlaub aus. Dafür gab es eine Woche Gartenarbeit und Nichtstun. Der Lockdown bedeutete eine Auszeit, die die Athletin, die sonst regelmäßig unterwegs ist, zu schätzen wusste. Kein schlechtes Gewissen, mal nur die Füße hochzulegen. Dabei war es schon von großem Vorteil, dass sie die Zeit daheim im Kreise ihrer Familie verbringen konnte und nicht allein in ihrer Wohnung in Ruhpolding. Ruhe ja, Einsamkeit nein.

Doch schon während der ersten Lockerungen war klar, dass die neue Saison nicht auf sich warten lässt. Die Planungen des Verbands gehen aktuell von einem normalen Winter aus – ohne Einschränkungen. Ende November soll die Saison starten.

Ski-Experte Christoph Fetzer überreicht den Pokal an Marlene Schmotz.

Seit 4. Mai befindet sich Hinz wieder im Training, bereitet sich auf die neue Saison vor. „Wir haben bis Mitte Juli echt gut trainiert“, berichtet sie. Eine intensive Zeit, für die es jetzt fünf Tage Urlaub gab. Den verbrachte Hinz mit ihrer Freundin, der Ex-Langläuferin Elisabeth Schicho, am Gardasee. Dann ging es weiter für eine Woche zur Seiser Alm in Südtirols Dolomiten – Höhentraining auf Europas größter Hochalm. Im Anschluss folgen nächste Woche zwei Wochen in Bormio. „Es dauert als noch etwas, bis ich wieder heimkomme.“

Die Auszeichnung bietet auch Gelegenheit, zurückzublicken. „Ich bin sehr dankbar, dass ich die Chance bekommen habe, vom Langlauf in den Biathlon zu wechseln“, sagt Hinz. Das war 2012. Mittlerweile liegt die achte Saison hinter ihr und etliche Erfolge. Mit der Staffel holte sie zweimal WM-Gold (2015, 2017) und einmal WM-Silber (2020), EM-Gold (2013) und -Silber (2014), Junioren-WM-Gold (2013) und bei den Deutschen Meisterschaften Gold in der Verfolgung (2016), Bronze in Sprint (2016) und Verfolgung (2019) sowie mit der Staffel dreimal Gold (2016, 2018, 2019) und zweimal Silber (2015, 2017).

Für die 28-jährige Schlierseerin ist auch diese Wahl zur Sportlerin des Jahres ein besonderer Erfolg, zeigt er doch ihren Stellenwert bei den Sportfans im Landkreis. „Es ist schön, dass so viele mitfiebern, mir die Daumen drücken und auch für mich gestimmt haben“, sagt sie. Denn ähnlich wie im Weltcup sei es nicht selbstverständlich, am Ende vorne zu liegen. „Verdient hätten es letztlich alle.“

Merkur-Mitarbeiter Christoph Fetzer überreicht den Pokal für den 3. Platz an Viktoria Rebensburg.

Ein Satz, der nicht einfach so dahingesagt ist. Hinz weiß aus eigener Erfahrung, dass gönnen und gönnen können zusammengehören. Das erlebte sie heuer im Februar bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Antholz, als sie im Einzel über 15 Kilometer die Silbermedaille holte. Nach einer Saison, die nicht gerade arm an Hürden, Enttäuschungen und auch Schmerzen war. Als Hinz auf Medaillenkurs war, feuerten sie sogar fremde Trainer in der Loipe an, und im Ziel freuten sich die Kolleginnen aus anderen Nationen zusammen mit ihr. „Alle haben mitgefiebert“, erinnert sich Hinz, und auch jetzt glänzen dabei noch ihre Augen. „So etwas vergisst du nicht. Dafür machst Du’s.“

Dieser Vize-Weltmeistertitel war für den Titel der Sportlerin des Jahres jedoch nicht ausschlaggebend, denn der bezieht sich ja auf das Jahr 2019. Gut möglich also, dass Vanessa Hinz es auch im kommenden Jahr an die Spitze schafft. Der Grundstein wäre zumindest gelegt.

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