Meidert bereits wieder Vergangenheit

UnterhachingBisher war 2010 schon eines der turbulentesten Jahre der Vereinsgeschichte der SpVgg Unterhaching. Gerade als nun alles in ruhigeres Fahrwasser geraten schien, platzte die nächste Bombe: Gestern trat Manager Erich Meidert völlig überraschend von seinem Amt zurück.

Erich Meiderttrat völlig überraschend alsManager der SpVgg Unterhaching zurück. Foto: Archiv mm

Der 54-Jährige war nur dreieinhalb Monate im Amt, er hatte am 1. Juli die Nachfolge von Hachings Urgestein Ralf Bucher angetreten. Eine umstrittene Personalentscheidung seinerzeit, die jedoch offensichtlich zu einer beruhigenden Neuordnung in der Geschäftsstelle und dem sportlichen Bereich geführt hat. Dass der neue starke Mann nun schon wieder das Handtuch warf, hat rein berufliche Gründe.
Meidert ist Chef einer Firma, die Wasseraufbereitungsanlagen herstellt und weltweit vertreibt. „Das Geschäft läuft gut und immer besser“, erklärte er gestern und nannte die zeitlichen Probleme als Hauptursache für den Rückzug: „Ich habe fünf Angestellte, die ständig auf mich warten müssen. Nach 13 Jahren kann ich das nicht einfach hängenlassen. Das hat mir zuletzt die Luft abgeschnürt.“

Vor allem die Englischen Wochen in der Dritten Liga hätten zuletzt wegen der immer größeren Beanspruchungen in der Firma an ihm gezehrt, sagte Meidert, „weil ich ja immer bei der Mannschaft war und ständig unterwegs. Jetzt ging das einfach nicht mehr.“ Am Anfang seiner Tätigkeit sei dies noch nicht absehbar gewesen: „Das hat sich so entwickelt, irgendwann musste ich jetzt eine Entscheidung treffen.“

Der SpVgg werde kein großer Schaden beigefügt

Die fiel zugunsten seiner Firma aus. Der SpVgg werde dadurch jedoch kein großer Schaden beigefügt, schickte der 54-Jährige umgehend hinterher. „Ich gehe ohne schlechtes Gewissen“, betonte Meidert, der die Wege für eine erfolgreiche Zukunft auch ohne ihn gesichert sieht: „Es hat sich in allen Bereichen alles sehr gut entwickelt, die Geschäftsstelle läuft hervorragend, da arbeiten super Leute.“ Die sollen nun seine Aufgaben mit übernehmen, einen neuen Manager wird es nicht geben. „Es braucht definitiv keinen Nachfolger.“

Auch Präsident Engelbert Kupka unterstrich gestern, dass durch Meiderts Arbeit in den vergangenen drei Monaten der Boden für eine Zukunft ohne Manager bereitet sei: „Wir werden die Aufgaben intern aufteilen, das wird kein Problem. Alles hat sich gut entwickelt, so dass wir der Bitte um Beendigung des Engagements entsprechen konnten.“ Wie bisher haben auch künftig Francisco Copado für den sportlichen Bereich, Jugendleiter Klaus Tobis und Nachwuchskoordinator Manfred Schwabl im Jugendbereich, Reinhold Betzendörfer als Geschäftsstellenleiter, Walter Leidecker als kaufmännischer Leiter, Daniel Battistel im Marketingbereich und Ruben Stark als Pressesprecher das Sagen – nur, anders als bisher, ohne einen weiteren Chef.

„Mein Spruch hat immer gelautet: Der Laden muss laufen, auch wenn der Chef mal da ist“, zog Meidert gestern zum Abschied wieder einmal einen seiner spaßigen Leitsätze hervor. „Das haben wir miteinander hingebracht, jetzt geht’s auch ohne mich. Ich bin hundert Prozent stolz darauf, wie ich die SpVgg nun hinterlasse.“

Inwieweit dringliche anstehende Aufgaben wie die Suche eines neuen Hauptsonsors nun vorangehen, bleibt allerdings abzuwarten. Diese Bürde hatte Meidert zur Chefsache gemacht und höchstpersönlich übernommen. Ob das Team in der Geschäftsstelle über genügend Kontakte und Überzeugungstalent verfügt, muss die Zukunft zeigen. Ebenso, ob das friedliche und effektive Zusammenarbeiten im Sportpark ohne Boss, der alle Zügel in der Hand hält, auf lange Sicht weiter funktioniert.

Quelle: fussball-vorort.de

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