SpVgg-Präsident Kupka gibt zu: „Insolvenz ist natürlich ein Thema“

Hachings Präsident Engelbert Kupka.

Unterhaching - Die Angst vor der Insolvenz der SpVgg Unterhaching wächst. Täglich werden die Nachrichten konkreter, wie schlecht es um die Finanzlage des Klubs bestellt ist. Die Mannschaft versucht derweil, sich auf das Sportliche zu konzentrieren.

VON CHRISTIAN AMBERG

Dass die Situation längst ein Thema auch bei den Spielern ist, bestätigte am Donnerstag Torhüter Darius Kampa. Die Mannschaft traf sich am Mittwoch zu einer internen Sitzung, um die Fakten zu diskutieren. Auch ein Vertreter des VDV (Vereinigung der Vertragsfußballspieler), der Gewerkschaft der Profis, war anwesend und erläuterte mögliche Folgen einer Insolvenz. Der Tenor allerdings war - wenig überraschend: „Wir versuchen, sportlich alles zu geben, uns aufs nächste Spiel zu konzentrieren, alles andere können wir eh nicht beeinflussen“, berichtete Kampa.

Bisher sei von der finanziellen Schieflage nichts zu spüren, betonte er zudem: „Der Verein verhält sich uns gegenüber absolut korrekt, alle Gehälter wurden ganz normal bezahlt.“ Er selbst sei zudem „zuversichtlich, dass am Ende alles gut werden wird. Ich denke, dass der Verein sehr fleißig an allen Ecken und Enden arbeitet, um alles zum Positiven zu wenden.“ Eigentlich könnte man auch sagen: Beim kickenden Personal herrscht in Sachen persönlicher Zukunft derzeit nur das Prinzip Hoffnung. Das klingt auch bei Trainer Klaus Augenthaler durch: „Wir schauen nach vorne und nicht auf das, was in der Zeitung gestanden ist.“

Allerdings gab auch der Coach durchaus Einblicke in seine Gefühlswelt und zu, dass er sehr wohl Befürchtungen im Hinterkopf hat, dass sein gerade erst begonnener Neuanfang angesichts der äußerst schwierigen Lage abrupt zu Ende sein könnte, bevor der sportliche Erfolg sich richtig einstellt. „Es wäre schade“, so Augenthaler gestern, „wenn durch diese Problematik hier etwas auseinanderfallen sollte.“ Auch für den Weltmeister ist es Zweckoptimismus, zu glauben, „dass der Spielbetrieb weitergeht“. Er sei sich „sicher“ - ohne aber ein Argument dafür zu haben.

Derweil setzt sich bei den Verantwortlichen die „Kein Kommentar“-Politik fort. Häppchenweise gibt etwa Präsident Engelbert Kupka Fragestellern Auskunft. Auf Nachfrage gab er gestern gegenüber unserer Zeitung noch einmal zu: „Die Lage ist prekär. Die Insolvenz ist natürlich ein Thema.“ Die Frage, ob der Spielbetrieb für die laufende Saison gesichert ist, stelle sich „erstmal nicht“ - was immer das auch bedeuten mag. Fakt ist, dass die SpVgg bis 31. Oktober im Zuge der Lizenzierung Nachweise erbringen muss, die „nach Stand jetzt nicht gewährleistet sind“, so Kupka. Dass noch Hoffnung bestehe, der ominöse Geldgeber Franco Levis zahlt bis dahin, glaubt selbst Kupka nicht mehr wirklich. „Wir suchen nach Alternativen“, sagte der hörbar gestresste Vereins-Boss noch, „das müssen wir ja tun.“ Eine könnte Hilfe des FC Bayern sein, mit dessen Vertretern schon Gespräche geführt worden sind. „Wir haben kurz gesprochen“, gab Kupka zu, „und es ging um die Situation, wie man sich in einer schwierigen Lage gegenseitig unterstützen kann.“ Obwohl die Hilfe wohl keineswegs gegenseitig, sondern diesmal rein einseitig ausfallen würde.

Quelle: fussball-vorort.de

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