Hachings Blick über den Tellerrand

Haching sieht Re-Start entspannt entgegen – und hilft bis dahin

Manfred Schwabl und die Spielvereinigung engagieren sich in der Corona-Krise verstärkt für soziale Zwecke.
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Manfred Schwabl und die Spielvereinigung engagieren sich in der Corona-Krise verstärkt für soziale Zwecke.

Die Hachinger trainieren weiterhin für den möglichen Neustart in der 3. Liga. Außerdem pflegt der Klub sein Image und wird dadurch für neue Sponsoren interessant.

  • Die SpVgg Unterhaching bereitet sich auf den möglichen Re-Start in der 3. Liga vor. 
  • Parallel engagiert sich der Verein für verschiedene soziale Zwecke. 
  • Durch die Image-Kampagne könnten neue Sponsoren angelockt werden. 

München – Am Montagabend wäre es soweit, die SpVgg Unterhaching müsste um 19 Uhr zum Prestigeduell beim TSV 1860 antreten. Wann dieses brisante Derby nun über die Bühne geht, steht noch in den Sternen. Erst am 25. Mai entscheidet der DFB-Bundestag, wie es in der 3. Liga weitergeht. Die Mehrheit der Clubs ist für die Fortsetzung des Spielbetriebes. Aber einige Kommunen erlauben nicht einmal die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes. Und andere wollen ihre Stadien nicht für „Geisterspiele“ öffnen.

Schromm: „Wir machen aus der Situation das Beste“

Die SpVgg Unterhaching geht relativ entspannt mit der ungewissen Situation um, obwohl noch alle Optionen für den Aufstieg in die 2. Bundesliga bestehen. „Wir machen aus der Situation das Beste“, betont Trainer Claus Schromm, der sich mit seinem Team auf einen Neustart vorbereitet. Dreimal wöchentlich wird in kleinen Gruppen gearbeitet, zweimal wöchentlich gibt es ein spezielles Athletik- und Individual-Training. Fast der gesamte Kader ist dabei, nur Abwehrchef Marc Endres humpelt (wegen eines Bänderrisses im Knöchel) noch auf Krücken durch die Gegend.

Präsident Manfred Schwabl blickt immer wieder über den sportlichen Tellerrand hinaus: „Fußball ist wichtig, aber es gibt aktuell wichtigere Themen im derzeitigen gesellschaftlichen Leben“. Doch die Hachinger wollen es nicht nur bei Worten belassen – es gibt auch Taten. So etwa der 25-prozentige Gehaltsverzicht der Festangestellten zugunsten der Honorartrainer und Mitarbeiter im „Niedriglohn-Sektor“.

SpVgg Unterhaching: NLZ sammelt 3500 Euro für Alten- und Pflegeheime

Bei der erst letzte Woche gestarteten Aktion „Haching für Haching“ werden 50 Prozent der Beiträge von Mitgliedern an soziale Einrichtungen gespendet. Zuletzt hat Schwabl – zusammen mit Mannschaften des Nachwuchs-Leistungszentrums – 3500 Euro an Alten- und Pflegeheime übergeben. Die Anstrengungen im sozialen Bereich haben bei möglichen neuen Sponsoren und Förderern durchaus Beachtung gefunden. Ende Juni verliert der Drittligist zwar seinen Hauptsponsor („Frostkrone“ zahlte rund 400 000 Euro), aber es soll Firmen geben, die durchaus an einem Engagement bei Haching interessiert sind. Wenn auch das Duell mit den Löwen am Montagabend ausfällt – die kommenden Wochen dürften rund um den Sportpark spannend werden.

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