Pokal: Haching trifft auf Bundesliga-Absteiger

Unterhaching - Die SpVgg Unterhaching trifft in der 1, Hauptrunde des DFB-Pokals auf den 1. FC Köln. Dies ergab die Auslosung im EM-Quartier der deutschen Nationalmannschaft in Danzig durch Nationalspielerin Viola Odebrecht als Losfee.

„Wir sind zufrieden. Der 1. FC Köln ist ein attraktiver Gegner“, kommentierte Manfred Schwabl, Sportlicher Leiter und ab Donnerstag möglicherweise sogar neuer Präsident der SpVgg, die Auslosung zur ersten Pokalrunde (17. bis 20. Juni). In puncto sportlicher Perspektive erinnert Schwabl an die vergangene Saison, als der Drittligist den Bundesligaverein SC Freiburg mit 3:2 aus dem DFB-Pokal kickte. „Das haben wir natürlich im Hinterkopf und rechnen und auch gegen Köln etwas aus. Aber so vermessen zu sagen, die Kölner sind schlagbar, sind wir nicht.“ Ein „kleiner Vorteil“ könne es sein, dass die SpVgg als Drittligist gegenüber der 2. Liga Mitte August schon einige Wochen weiter im Spielbetrieb ist.

Der Trainer des 1. FC Köln, Holger Stanislawski, sagte zur Auslosung: „Wir dürfen die Unterhachinger nicht unterschätzen. Sie sind ein ambitionierter Drittligist und haben letztes Jahr in der ersten Runde den SC Freiburg geschlagen. Darum sind wir gewarnt, aber jede Mannschaft, die an diesem Wettbewerb teilnimmt, will ins Finale, und das wollen wir auch.“

Um für Köln & Co., vor allem die Gegner in der 3. Liga, gerüstet zu sein, schwitzt die SpVgg derzeit noch bis Dienstag im Trainingslager in Grassau. „Die Mannschaft hat hart und gut gearbeitet“, berichtet Schwabl. Am Sonntag stand ein Alternativprogramm an: Statt Fußball gab’s eine Bergtour auf die Chiemgauer Hochplatte (1583 Meter) östlich der Kampenwand, anschließend kehrten die Hachinger auf der gemütlichen Rachlalm ein, wo sie sich zu bayerischer Hüttenmusi eine Brotzeit schmecken ließen.

In Unterhaching geht es derweil nicht ganz so beschaulich zu, denn die Jahreshauptversammlung am Donnerstag, 28. Juni, soll ein Tag des Umbruchs in der Vereinsgeschichte werden. Nach den Trainerwechseln bei den Profis (Claus Schromm statt Heiko Herrlich) und den U 23-Amateuren (Florian Ernst statt Harry Deutinger) bahnt sich auch an der Klubspitze ein Wechsel an: Engelbert Kupka wird wohl nach 39 Jahren als Präsident zurücktreten, Manfred Schwabl soll sein Nachfolger werden. „Natürlich vorausgesetzt, dass mich die Mitglieder wählen“, sagt Schwabl. „Meines Wissens gibt es keinen Gegenkandidaten.“

Der Umstrukturierungsprozess betrifft auch den Nachwuchs. Es seien „Änderungen im Jugendbereich in der Planungsphase“, heißt es auf der Internetseite der SpVgg. Hintergrund ist ein Präsidiumsbeschluss vom 15. November 2010, der jetzt offenbar umgesetzt werden soll. Darin heißt es unter anderem:

-Der Stamm der ersten Mannschaft muss sich künftig vorrangig aus dem eigenen Jugend- und Amateurbereich rekrutieren.

-Im Bereich Breitensport sollen vorwiegend bzw. bevorzugt Kinder und Jugendliche aus Unterhaching aufgenommen werden und spielen.

Weil dies aktuell „zu Spekulationen und Irritationen“ geführt habe, nimmt Noch-Präsident Engelbert Kupka dazu Stellung. „Wir möchten im Vorfeld der endgültigen Entscheidungsphase nochmals ausdrücklich betonen, dass zwar Mannschaften abgebaut werden, aber auch in Zukunft jedes Unterhachinger Kind wie bisher seinen Platz bei der SpVgg haben wird“, sagt Kupka. „Wir werden vor allem im Kleinstkinderbereich umstellen und eine pädagogisch wertvolle und sportlich erprobte namhafte Basis schaffen, die in anderen Vereinen bereits mehrjährig eingesetzt wird.“ Geplant sind anscheinend ein Fußballkindergarten und eine eine Fußballförderschule.Im „differenzierten Jugendbereich“, so Kupka, liege das Augenmerk in erster Linie auf der leistungsorientierten Ausbildung. Schwabl ergänzt: „Aufgrund der vorhandenen Platz- und Kabinenkapazitäten ist aus meiner Sicht diese Reform längst überfällig. Trotzdem wird auch in Zukunft das parallele Wirken von Breiten- und Leistungssport gewährleistet sein.“

MARTIN BECKER

Quelle: fussball-vorort.de

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