Präsident Schwabl über die Identifikation mit der SpVgg

„Haching-Gen“ - Hain, Stahl und Bigalke wollen für immer bleiben

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Detailarbeit unter Spaniens Sonne: Gestern flogen Trainer Claus Schromm und seine Hachinger aus Cadiz zurück nach Hause.

Normalerweise fehlt Manfred Schwabl bei keiner Dienstreise der SpVgg Unterhaching. Das Trainingslager in Cadiz kürzte der Präsident nun aber ab; bei der Anreise flog er ein paar Stunden später nach, und sein Rückflug startete er vor den anderen.

VON ANDREAS WERNER

Schwabl war beide Male als Gesprächspartner angefragt worden, vergangene Woche im „Doppelpass“ von „Sport1“, aktuell nun bei „Heute im Stadion“ vom BR. „Wir werden mehr wahrgenommen“, sagte er gestern Abend unserer Zeitung, „die ganze Branche merkt immer mehr, dass wir ein paar Sachen irgendwie ein bisserl anders machen, was aber in eine ganz gute Richtung läuft.“

Schwabl will da gar nicht den großen Besserwisser herauskehren, „wir machen ja auch nicht alles richtig, und es soll keiner sagen: ,Da kommen die kleinen G’scheithaferl aus Haching’“, erzählt er. Aber er bekommt viel positives Feedback von den Kollegen, vor allem aus der gebeutelten Dritten Liga, weil er die Probleme sachlich benennt und – so die Hoffnung – zum Nachdenken anregt.

Auch bei den eigenen Spielern findet sein Einsatz Resonanz. Nach seinem TV-Auftritt im „Doppelpass“ meinte Verteidiger Christoph Greger zu ihm, er werde in den Fußball-Foren gefeiert. Er selber schaue nicht ins Internet, erzählt Schwabl. „Aber es ist ja schön, dass die Jungs das alles auch verfolgen. Es geht ja am Ende um ihre Belange.“

Die Unterhachinger Spieler sind aktuell sowieso ein besonderes Thema. „Es hat sich ein Haching-Gen entwickelt, die Identifikation ist wirklich immens hoch, das ist nicht bloß eine Floskel hier“, sagt Schwabl und kann das auch anschaulich belegen. Letzte Woche fixierte er die Vertragsverlängerung mit Stephan Hain, der Torjäger soll bis 2023 stürmen und danach im Verein Stürmer ausbilden. Nun kamen in Dominik Stahl und Sascha Bigalke die nächsten Leistungsträger auf den Präsidenten zu und sagten, sie wollen ihre Karrieren bei der SpVgg beenden. Schwabl kann sich auch hier ein Modell wie bei Hain vorstellen. Bigalke hat bereits seine A-Lizenz als Trainer gemacht und die U 14 gecoacht, Stahl studiert Psychologie – diese Leute kann man immer einbinden. „Wir werden uns da auf Modalitäten einigen, die von Fairness von beiden Seiten geprägt ist – ich vertraue diesen Persönlichkeiten total, weil ich weiß, sie haben das Herz am rechten Fleck“, so Schwabl. Im Raum stehen Verträge bis 2023, wo man im Zweifel aber schon früher die Reißleine ziehen kann, wenn es sportlich nicht mehr geht. „Man muss sich immer in die Augen schauen können und im Zweifel sagen, okay, das war es jetzt mit der aktiven Karriere – dafür finden wir im Verein etwas anderes. Wobei es auch da nicht darum gehen kann, dass einer dann bei uns die Linien am Platz zieht, nur damit er von der Straße weg ist“, sagt Schwabl, „es muss alles Sinn machen. Aber da sind wir uns einig.“ Prinzipiell sei es so, dass die verdienten Profis immense Authentizität ausstrahlen, so der Präsident, „man sieht ja, wie sie auf die Talente bei uns wirken, und auch im Umfeld stellen sie sehr viel dar“.

Dass sich Hochkaräter wie Hain, Stahl und Bigalke einem Projekt wie Haching so verschreiben, führt dazu, ein Grundgerüst über Jahre zu haben, an dem sich die jungen Spieler ausrichten. Greger unterschrieb bereits längerfristig, bei Luca Marseiler ist man in sehr guten Gesprächen, Jung-Keeper Nico Mantl und Mittelfeldtalent Niclas Anspach verkürzten den Abstand zu den Profis – „die Burschen sehen ja, dass hier was wächst, dass sie hier gut aufgehoben sind“, sagt Schwabl, „sie können sich außerdem immer auf mein Wort verlassen: Wenn ein Bombenangebot kommt, finden wir eine Lösung. Und zurück können sie auch immer kommen.“

Weil das Haching-Gen zukunftsfähig geworden ist.

Quelle: Merkur.de

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