SpVgg Unterhaching geht an die Börse

Der Kurs stimmt

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Die SpVgg Unterhaching und ihr Präsident Manfred Schwabl wecken mit ihrem Börsengang großes Interesse.

Unterhaching– Fußballvereine ohne das Sprachrohr Soziale Medien sind gar nicht mehr vorstellbar. Jeder Klub inszeniert sich auf Instagram, Facebook und Co., so wie er sich sieht. Der FC Bayern trat gestern im sportlich bedeutungslosen Audi Cup an und begann den Tag im Internet unter dem Motto„Matchday“. Die SpVgg hatte gestern das sportlich hoch interessante Drittligaspiel beim KFC Uerdingen vor der Brust und postete am morgen auf gut bayerisch „Spuidog“. Also: Der FC Bayern sieht sich als Weltklub, was er natürlich auch ist, die SpVgg Unterhaching als bodenständigen Fußballverein, der fest in der oberbayerischen Fußballszene verankert ist. Was sie auch ist.

Und diese tiefe heimatliche Verwurzelung weiß die SpVgg Unterhaching zu nutzen. Gestern ab 9 Uhr wurde die Aktien der SpVgg Unterhaching erstmals an der Münchner Börse frei gehandelt. Und das mit – zumindest gestern – großem Erfolg. Bis Freitag Mittag konnte jeder die Aktie für 8,10 Euro erwerben, gestern wurde sie gehandelt. Sie eröffnete mit einem Kurs von 8,30 Euro pro Stück und kletterte bis zum Nachmittag auf zwölf Euro, was einem Plus von rund 48 Prozent entspricht. „Wenn eine Aktie beim Start über ihrem Zeichnungswert liegt, ist das immer sehr positiv und ein Erfolg“, freute sich Andreas Schmidt, der Geschäftsführer der Börse München.

Die SpVgg Unterhaching ist nach Borussia Dortmund erst der zweite Fußballverein in Deutschland, der diesen Schritt geht. Die Dortmunder taten dies vor 19 Jahren – mit zunächst mäßigem Erfolg. Mittlerweile hat sich die Aktie des BVB freilich wieder ei nigermaßen gefangen, lag gestern Nachmittag aber mit 9,03 Euro unter dem Hachinger Wert.

Im Rahmen des Börsengangs hatte die SpVgg Unterhaching 332 469 Aktien zu einem Festpreis von 8,10 Euro verkauft und damit rund 2,7 Millionen Euro eingenommen. Dabei gingen mehr als 1150 einzelne Bestellungen ein, was für eine Aktienemission, die direkt an der Münchner Börse gezeichnet werden konnte, einen Rekordwert darstellt.

Dies belegt das große Interesse ganz unterschiedlicher Anlegergruppen an der Emission und garantiert eine breite Streuung der Aktien. Gemeinsam mit der vorbörslichen Platzierung beträgt der Bruttoemissionserlös damit bereits 6,7 Millionen Euro. Die noch übrigen gut 600 000 Aktien sollen im Rahmen einer Privatplatzierung ausgegeben werden. Gespräche mit Interessenten aus dem In- und Ausland werden derzeit intensiv geführt, ein Abschluss wird für Herbst 2019 erwartet, teilt die SpVgg mit. „Wir freuen uns sehr über die große öffentliche Aufmerksamkeit und die enorm vielen Zeichner. Damit haben wir unser Ziel, die Aktien möglichst breit zu streuen, erreicht. Die Spielvereinigung verfügt schon jetzt über ein hohes Eigenkapital, ist schuldenfrei und hat bis auf weiteres Planungssicherheit. Dies ist alles andere als selbstverständlich im Profi-Fußball“, sagt SpVgg-Präsident und Geschäftsführer Manfred Schwabl. „Jetzt ist es an uns, das entgegengebrachte Vertrauen zu bestätigen. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga innerhalb der kommenden drei Jahre ist unser klares Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir unseren erfolgreichen bodenständigen Weg fortsetzen. Dies bedeutet vor allem, dass es auch weiterhin keine hohen Ablöse- und Gehaltszahlungen geben wird.“

An der Börse ist der SpVgg Unterhaching also durchaus ein guter Auftakt gelungen. Die Nervosität von Geschäftsführer Schwabl war somit unbegründet: „Ich war schon ziemlich angespannt, wie vor meinem ersten Bundesliga- oder Länderspiel. War halt komplettes Neuland, da gehen einem schon viele Dinge durch den Kopf“, sagte der Unterhachinger.

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Quelle: Merkur.de

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