Unterhaching seit 523 Minuten torlos

Schwabl: „Am Ende brauchen wir noch einen Psychologen“ 

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Angespannt? Sieht nur so aus: Haching-Boss Schwabl.

Manni Schwabl war schwer zu erreichen, was selten vorkommt. Er sei im Büro, hieß es, doch die Stunden vergingen. Eine, zwei, drei. Also doch: Alarm Haching?

Eine Krisensitzung nach dem Absturz auf Platz elf? „Faktisch falsch“, sagte der Präsident am Mittag ins Telefon und klang entspannt wie immer: „Die Türen bei uns sind immer offen – bei mir sowieso. Für eine Krisensitzung besteht überhaupt kein Anlass, denn Phasen wie zurzeit, die gehören eben dazu im Leistungssport.“

Nun war Schwabl schon zu Spielerzeiten jemand, den nichts so schnell aus der Ruhe gebracht hat. Andere sagen Krise, er sagt Phase – und handelt auch so. Die Zahlen zum Frühjahrstief sind ihm geläufig: Zuletzt nur fünf von 30 möglichen Punkten geholt, seit 523 Minuten torlos, – nur sechs Punkte sind es noch bis zur Abstiegszone. Doch Schwabl, der Buddha aus Holzkirchen, kontert kühl: „ Ich schau’ mir immer den Schnitt an, und der passt bei uns. Was nicht passt, ist die Quote der letzten Spiele. Dazu muss ich aber nicht studiert haben. Wir haben uns in der Hochphase nicht wichtig gemacht und große Sprüche rausgehauen – genauso halten wir es jetzt, wo es gerade mal nicht so läuft.“

„Aktionismus war noch nie ein Thema bei uns“

Das beantwortet auch die Frage, was die Hachinger nun anstellen wollen, um ihr Tabellentief zu überwinden. „Ruhe bewahren, die Dinge intern analysieren – aber das machen wir sowieso täglich“, sagt Schwabl und weist sie von sich, die Palette der möglichen, anderswo praktizierten Krisenmaßnahmen. Kurztrainingslager? Einzelgespräche? „Pah“, ereifert er sich: „Völliger Nonsens. Aktionismus war noch nie ein Thema bei uns. Am Ende brauchen wir wahrscheinlich noch einen Psychologen . . . ja, so ein Schmarrn! Wir brauchen mal wieder drei Punkte – dann läuft die Mühle wieder, aus!“

Von den vielen Verletzten, die Schwabl nicht als Ausrede gelten lässt, dürften zwar die wenigsten fit werden bis zum Heimspiel am Samstag gegen Halle. Die, die noch gesund sind, werden aber erholter sein als zuletzt in den Englischen Wochen. Und es gibt noch etwas, auf das sie in Haching seit jeher setzen: „Absolutes Vertrauen in den Trainer und in die Mannschaft.“

Warum er sich dann so lange in seinem Büro verschanzt habe? Auch diese Frage pariert Schwabl lässig: „Administrative Dinge“, sagt er: „Aber die hätte ich genauso gemacht, wenn wir Vierter in der Tabelle wären, Sechster oder Zehnter.“ 

Quelle: Merkur.de

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