Bei Haching brennt es lichterloh

SpVgg Unterhaching: Präsident Manfred Schwabl nach Illertissen: „Der Funke springt nicht so über“

Wütende Haching-Fans stellen die Spieler nach der Heimniederlage gegen Íllertissen zur Rede.
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Wütende Haching-Fans stellen die Spieler nach der Heimniederlage gegen Íllertissen zur Rede.

Die SpVgg Unterhaching steckt in einem Formtief. Von den letzten fünf Pflichtspielen verlor man nur ein Ligaspiel nicht. Das endete Unentschieden.

Unterhaching – Die Lage bei der SpVgg Unterhaching ist ernst. Dies merkte man nach dem 0:2 (0:1) des Drittliga-Absteigers am Freitagabend gegen den FV Illertissen nicht nur Verantwortlichen, Trainern und Spielern nan. Sondern auch den Fans der SpVgg, die nach dem fünften erfolglosen Pflichtspiel in Serie sowohl die Mannschaft als auch Cheftrainer Wagner zur Rede stellten.

Kurz nachdem sich das Team den Anhängern gestellt hatte, zog ein nachdenklicher SpVgg-Präsident Manfred Schwabl unweit des Eingangs zum Kabinentrakt nüchtern Bilanz. „Irgendwie springt der Funke gerade nicht so über“, meinte Schwabl. Während der Hachinger Chef die derzeitige Lage mit zuletzt 17 Gegentoren in den vergangenen fünf Pflichtspielen noch moderat kommentierte, brachte der eine oder andere Spieler die aktuelle Problemzone deutlicher auf den Punkt. „Defensiv brennt es bei uns gerade lichterloh. Wir haben viel zu viele Gegentore in den letzten Wochen gefangen. Das geht so nicht“, meinte Hachings Mittelfeldspieler Christoph Ehlich.

Hinten steht die SpVgg mit dem von Sandro Wagner favorisierten System mit einer Abwehr-Dreierkette und einem defensiven Mittelfeldspieler viel zu offen und ist anfällig für Gegentore. Über die Flügel eröffnen sich den Gegnern immer wieder Freiräume. 17 kassierte Treffer in den vergangenen fünf Pflichtspielen offenbaren dieses Defizit.

Zweite Problemzone ist und bleibt die bereits in den vergangenen Wochen regelmäßig thematisierte fehlende Fitness. Insbesondere unter konditionellen Aspekten präsentiert sich die SpVgg derzeit in einem schwachen Zustand. Die unter Profibedingungen trainierenden Hachinger verlieren gegen Teams mit berufstätigen Amateurfußballern wie zuletzt gegen Illertissen mit vielen Spielern mit weitaus weniger Trainingspraxis. Zudem sind einige der Neuzugänge nicht fit. Auf der anderen Seite wirken die jüngeren Spieler überfordert, wie auch Schwabl beobachtet haben will. „Es ist alles noch sehr holprig. Am zwölften Spieltag kommt dann jetzt auch noch Verunsicherung dazu, was man heute gesehen hat“, sagte Schwabl.

Die jungen Spieler wollte der Hachinger Chef allerdings etwas aus der Verantwortung ziehen und sieht im vermehrten Einsatz der Talente für die derzeit angeschlagenen Routiniers keine Option. „Nur alles auf die Jungen abwälzen, das machen wir nicht“, sagte Schwabl. Mit der Transferpolitik der vielen unfitten oder angeschlagenen routinierten Neuzugängen hat sich die SpVgg zumindest für den aktuellen Zeitpunkt selbst in die Zwickmühle manövriert.

Es überraschte deshalb nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Illertissen nicht, dass die Fans nach dem Schlusspfiff sowohl die Mannschaft als auch den Trainer zur Rede stellten (siehe Kastentext).

Schwabl spielte bei seinem Blick voraus den Ball in Richtung sportlicher Verantwortlicher. „Es ist jetzt die Aufgabe des Trainerteams, die Situation zu analysieren. Da kann ich ihnen nicht helfen, das ist deren Aufgabe.“

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