Zu früh für Liga drei

SpVgg Unterhaching stellt keinen Lizenzantrag

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„Sehr gute Werbung für uns“: Präsident Manfred Schwabl über seine Hachinger.

SpVgg Unterhaching - Keine leichten Zeiten durchlebt derzeit der Regionalligist SpVgg Unterhaching. So verspielte das Team von Trainer Claus Schromm zuletzt beim 1:1 in Schweinfurt in der Nachspielzeit den Sieg.

Das erste Heimspiel nach der langen Winterpause gegen den SV Schalding-Heining musste wegen schlechter Bodenverhältnisse abgesagt werden. Somit liegt die letzte Einnahme schon fast drei Monate zurück. Damals sorgten fast 13 000 Zuschauer beim 1:3 in DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen allerdings für eine fette Kasse. Insgesamt nahm der frühere Bundesligist in diesem Wettbewerb fast eine Million Euro ein.

Trotzdem verkündete der Verein, dass man keinen Lizenzantrag für die dritte Liga stellen wird. „Wir müssen erst die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schaffen, bevor wir an die dritte Liga denken, da sind wir noch lange nicht so weit“, meinte Präsident Manfred Schwabl. Fehlende Finanzmittel für benötigte Bürgschaften, verbunden mit der noch nicht abgeschlossenen Kooperation mit einem strategischen Partner ließen Schwabl zu dieser Entscheidung kommen. „Die Durchfinanzierung für die dritte Liga ist nicht gegeben“, begründet der frühere Nationalspieler den Schritt.

In der Tat, der Weg von Liga vier in Liga drei ist steinig und es gibt viele Stolpersteine. Deshalb haben von der bayerischen Regionalligisten nur Wacker Burghausen und Jahn Regensburg einen Antrag gestellt. Die zweiten Mannschaften der Profiklubs könnten auch ohne Lizenzantrag, bei sportlicher Qualifikation, an der Aufstiegsrunde teilnehmen.

Auch diese Relegation steckt voller Tücken – nur drei von sechs Teams aus fünf Regionalligen schaffen den Sprung in Liga drei. Schon mehrfach wurde über eine Modifizierung dieser Regelung nachgedacht, bisher aber ohne Ergebnis.

Für Unterhaching ist der Aufstiegszug abgefahren. So denkt der Präsident bereits an die kommende Saison: „Da wollen wir dann ganz oben angreifen“. Es gibt ab jetzt also noch zwölf „Vorbereitungsspiele“ für das nächste Spieljahr und den bayerischen Totocup. Da wollen sich die Hachinger erneut für die DFB-Pokalhauptrunde mit den Profiklubs qualifizieren. Im April will Schwabl bei einer Mitgliederversammlung den künftigen Weg der Spielvereinigung verkünden.

Es ist längst keine Geheimnis, der Ex-Profi klebt nicht am Präsidentenstuhl. „Wenn jemand kommt, gehe ich auch ins zweite Glied zurück, ich würde mich sowieso am liebsten mehr um den sportlichen Bereich kümmern“, hat Schwabl mehrfach betont. Besonders der eigene, so erfolgreiche Nachwuchs liegt ihm am Herzen. Und wegen der schwierigen finanziellen Situation würde sich Schwabl umso mehr über engagierte Mitstreiter und Sponsoren freuen. Verständlich, denn auch in der Saison 2016/2017 wird der Rückweg in die dritte Liga nicht einfacher.

Quelle: fussball-vorort.de

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