Haching-Coach schwärmt und freut sich auf Rückrunde

Schromm: "Wir haben eine geile Truppe"

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Claus Schromm (li.) und Manni Schwabl waren trotz des Ausscheidens hoch zufrieden.

SpVgg Unterhaching - Der Regionalligist schnuppert gegen Bundesligist Bayer Leverkusen an der Pokalsensation, unterliegt aber am Ende dem Favoriten mit 1:3.

Es war ein Abend für Nostalgiker, gestern in Unterhaching: Vollbesetzte Ränge im Sportpark, Flutlichtspiel gegen einen Champions League-Starter - der große Fußball war endlich mal wieder zurückgekehrt. Manfred Schwabl genoss es, sich durch die Mengen im Biergarten zu schie-ben. Die Fans klatschten den Präsidenten fleißig ab, ein verkleideter Nikolaus klopfte ihm auf die Schulter: „Viel Glück, ich hab’ für euch den Sieg dabei!“ Daraus wurde am Ende nichts, es blieb bei einem Schuss Romantik in diesem Pokal-Achtelfinale, das Bayer Leverkusen 3:1 gewann.

1860-Manager Oliver Kreuzer war da, etliche Hachinger Helden von einst: Die Neuauflage des historischen Meisterschaftsfinales vom Sommer 2000 zog die Menschen in Scharen an. Sie bereuten den Ausflug nicht. Sie sahen eine unterhaltsame Pokal-Partie, mit einem couragierten Außenseiter, der sogar eine Zeit lang an den Viertelfinalcoup glauben durfte. „Wir wollten den 12500 Zuschauern – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – einen schönen Abend machen, das ist uns gelungen“, sagte SpVgg-Trainer Claus Schromm, „wir können richtig stolz sein. Wir haben eine geile Truppe und können uns auf die Rückrunde freuen.“ Sein Trainer-Kollege Roger Schmidt freute sich, „ein hartes Stück Arbeit“ erledigt zu haben: „Haching hat gezeigt, dass sie stark sind. Gratulation auch an die Fans, es war ein toller Abend.“

Schwabl verfolgte die Partie im Pulli – neun Tage vor Weihnachten sorgte das Gastspiel der Leverkusener dafür, dass die Betriebstemperatur auch so hoch genug war. Zunächst entwickelte sich eine einseitige Partie; die Gäste schnürten den Regionalligisten in dessen Hälfte ein. Sinnvolle Befreiungs-aktionen blieben erst einmal eine Rarität, nachdem gleich in der zweiten Minute ein Vorstoß von Maximilian Bauer recht salopp mit der Hacke geklärt worden war. Stefan Marinovic im Tor der Hachinger stand immer wieder im Fokus, der Neuseeländer riss einige Male die Fäuste hoch zur Rettungstat.

Nach 20 Minuten wurden die Platzherren frecher – und plötzlich gab es dafür den Lohn: Der wache Alexander Sieghart eroberte den Ball, der starke Thomas Steinherr trieb ihn über die linke Seite bis zum Tor, und Bauer verwandelte den Abpraller. Das Stadion tobte, die Sensation lag in der Luft. Allerdings nur vier Minuten. Der haushohe Favorit erhöhte das Tempo, logische Konsequenz war der rasche Ausgleich, den der kaum zu kontrollierende Chicharito besorgte. Bis zur Pause gab Leverkusen die Regie nicht mehr ab, auf Hachinger Seite wurde es dafür unrühmlich, als einige Dummköpfe immer wieder Becher auf den Platz warfen. In der zweiten Hälfte hielten die Hachinger erneut gut mit, einziger Vorwurf an die Mannschaft von Claus Schromm konnte sein, dass sie sich zu zaghaft nach vorne wandte. Doch gelegentliche Ausflüge wurden stets gefährlich; einer hätte unter Umständen sogar einen Elfmeterpfiff verdient gehabt, aber es gab keinen, und quasi im Gegenzug schubste Stefan Kießling zum 2:1 ein. Schwabl warf daraufhin zornig seine Jacke durch die Gegend, trat sie in hohem Bogen über den Kopf seines Co-Trainers. Er hatte ein Foul vor der Leverkusener Führung gesehen.

Nach 80 Minuten musste UIlrich Taffertshofer mit Gelb-Rot vom Platz, drei Minuten später schoss Karim Bellarabi das 3:1. Den tapferen Platzherren war der Zahn gezogen. Die Fans riefen dennoch unermüdlich weiter „Haching, Haching!“ - bis auf die Becherwerfer waren sie erstligareif, an diesem Abend für Nostalgiker.

Quelle: fussball-vorort.de

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