Aufatmen in Eching

Stangl nach spätem Siegtor: "Es gibt nichts geileres"

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Grenzenlose Freude: Eching feiert Manuel Stangl (r.).

TSV Eching - Eching tut sich gegen Schlusslicht Vilsbiburg lange schwer, dreht aber die Partie noch und gewinnt mit 2:1.

Endlich das nötige Glück auf seiner Seite hatte der TSV Eching. Nachdem man 75 Minuten lang im Landesliga-Kellerduell gegen Schlusslicht TSV Vilsbiburg wie der Verlierer aussah, wendete sich doch noch alles zum Guten. In einem unglaublichen Finale gewannen die Zebras in ihren orangen Trikots 2:1 (0:1).

Wie erwartet entwickelte sich das Duell des Vorletzten gegen den Letzten zu einem Spiel, das alles andere als ein fußballerischer Leckerbissen war. Vilsbiburg hatte aber deutliche Vorteile und verdiente sich die Pausenführung, die in der 35. Minute durch einen schönen Freistoß zustande kam. Trainer Willi Kalichman ärgerte sich später, dass seine Mannschaft den vorausgehenden Freistoß schon in der Entstehung hätte verhindern müssen. Raphael Schneider verpasste mit dem Kopf einen 60 Meter weit geschlagenen Pass nur um eine Winzigkeit.

In Durchgang zwei wartete der TSV-Anhang lange Zeit vergeblich auf den Umschwung. Der nächste Niederschlag war der Platzverweis für Christian Trasberger, den er sich redlich verdient hatte. In der Folgezeit wackelte der TSV bedrohlich und hatte Glück, nicht noch den zweiten, vermutlich vorentscheidenden Treffer zu kassieren. Vilsbiburg hatte Möglichkeiten und musste sich vorwerfen lassen, nicht den Deckel drauf gemacht zu haben.

Echings Signal für die Schlussoffensive war eine Viertelstunde vor dem Ende die Einwechslung von Altmeister Fabi Hrgota, der drei Minuten später nicht viel zum Ausgleich beitragen musste. Philipp Schuler brachte den Ball in den Strafraum, die zu kurz geratene Abwehr ermöglichte Marko Juric das 1:1.

In der 89. Minute wurde es dann hektisch. Eching riskierte einen Vorstoß und holte eine Ecke heraus. Dem eingewechselten Rupert Poschenrieder fiel der Ball vor die Füße, aber der Abwehrhühne schob aus geschätzt fünf Metern nur einen gehobenen Rückpass in Richtung Tor, der TuS-Keeper konnte den Ball mühelos abwehren. Im Getümmel um den Abstauber sah der Schiedsrichter ein Elfmeter-Foul. Schütze Nummer eins in Eching ist Fabi Hrgota, der aber seinem Stellvertreter Manuel Stangl den Ball überließ. Der Winterzugang schoss zu schwach, der Torwart parierte erneut, aber Stangl bekam den Abpraller vor die Füße und vollendete dann endlich zum Siegtreffer. „Ich wollte kein Standard-Tor schießen“, scherzte Stangl später. Der Stürmer genoss die Emotionen des Moments: „Im Fußball geht alles und es gibt nichts Geileres als so ein spätes Siegtor.“

Sein Trainer Willi Kalichman sprach später in der Pressekonferenz von „einem sehr zerfahrenen Spiel“. Seine Mannschaft habe trotz des Rückstandes und der personellen Unterzahl Moral bewiesen. Wie Siegtorschütze Stangl war auch er zu Scherzen aufgelegt. Auf die Wut der Vilsbiburger angesprochen, die monierten, dass der Schiedsrichter nicht nachspielen ließ, reagierte er gelassen: „Der Schiedsrichter hat gesehen, wie blass ich im Gesicht war. Er hat aus Sorge um meine Gesundheit schnell abgepfiffen.“

Die gut gelaunten Echinger nehmen jetzt mit sechs Punkten Differenz zu Schlusslicht Vilsbiburg plus dem gewonnenen, direkten Vergleich den ersten Nichtabstiegsplatz ins Visier. Der ist nur noch drei Zähler entfernt. 

Text: Nico Bauer

Quelle: fussball-vorort.de

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