20 starke Minuten und ein Tor reichen

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Jubel in grün: Dominik Putzke (links, verdeckt) wurde nach seinem Tor gegen Raisting von den BCF-Teamkollegen wie (v. li.) Christoph Hüttl, Alessandro Luzzi und Werner Schuhmann gefeiert.

BCF Wolfratshausen - Eine Halbzeit des Grauens, ein toller Treffer von Dominik Putzke, und am Ende großer Jubel: Der BCF Wolfratshausen gewann das Oberland-Derby gegen den SV Raisting mit 1:0.

Eine schier surreale Stimmung herrschte zur Halbzeitpause im Isar-Loisach-Stadion. Der Weg vom Nebenplatz zum Grill war den meisten der 250 Zuschauer zu weit. So war man mehr oder weniger gezwungen, auf seinem Stehplatz zu verharren und mit dem Nebenmann das bisherige Geschehen zu diskutieren. Eindeutiger Tenor: „Das war gar nichts.“ Von beiden Seiten wohlgemerkt. Man hätte meinen können, die Mannschaft mit der höheren Anzahl an Zuspielfehlern würde am Ende das Spiel gewinnen. Die Unwucht in den Bällen war frappierend. Von gelungenen Spielzügen oder gar Torchancen war nichts zu sehen.

Was die BCF-Warte betraf, mutmaßte Reiner Leitl „viele Spiele in den Knochen und etwas Angst“ bei seiner Belegschaft. Panik vor dem Versagen ob der jüngsten Ergebnisse. Nicht nur, dass die Farcheter seit drei Spieltagen ohne Sieg sind, sie haben auch mehrmals eigene Führungen verspielt. Nach knapp einer halben Stunde geiferte Leitl aufs Spielfeld: „Ihr steht alle auf einer Linie.“ Raistings Robert Färber belehrte indes seine Equipe mit dem Satz: „Wir schenken jeden Ball her.“ Gleichwohl lassen sich die abwechslungslosen ersten 45 Minuten schnell abhaken.

Doch die von Zuschauerseite viel zitierte Hoffnung, es könne nach dem Seitenwechsel nur besser werden, sollte sich im Nu erfüllen. Leitl beorderte Lech Kasperek von der Innenverteidigung ins Mittelfeld. Ein gelungener Schachzug, denn das Zusammenspiel der Platzherren wurde zunehmend flüssiger. Erster Aufreger: Werner Schuhmann erlief einen Einwurf von Christian Duswald noch vor Überschreiten der Torauslinie. Die scharfe Hereingabe des Stürmers knallte Kristijan Cabraja an die Querlatte. Dumm nur: Raistings Kasten stand sperrangelweit auf. Immerhin waren das Publikum jetzt wieder wach. Und das war gut so. Denn die maßgebliche Szene dieses Nachmittags folgte bald. Nach 55 Minuten passierte das, womit angesichts der vorangegangenen Chronologie nicht mehr zu rechnen war: Es gab einen Torerfolg zu bestaunen. Farchet entschied die Begegnung mit einer einzigen gelungenen Aktion für sich. Werner Schuhmann – von Kasperek angespielt – legte das Spielgerät quer auf Dominik Putzke – und schon war es geschehen. Der defensive Mittelfeldspieler, in Mannschaftskreisen liebevoll „Putzi“ gerufen, donnerte den Ball mit kernigem Vollspann in die Maschen. SVR-Tormann Urban Schaidhauf konnte nur ungläubig nachschauen – 1:0.

Wolfratshausen versäumte in Person von Onur Misiroglu (Kopfball) und Schuhmann (fahrige Ballannahme) die vorzeitige Entscheidung. Deshalb wurde es noch einmal eng. Raistings Simon Nutzinger zirkelte einen Linksschuss am Torwinkel vorbei, in anderen Situationen versuchten die Gäste durch theatralische Aktionen einen Strafstoß zu erzwingen. In der Summe aber reichte beim SVR weder Investment noch Qualität, um den Wolfratshauser Vorsprung von seinem wackeligen Fundament zu stoßen. Leitls Erleichterung mündete in einer Flasche Hellem und einer Zigarette: „Jetzt können wir beruhigt nach Sonthofen fahren.“

Quelle: fussball-vorort.de

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