Steht Unterhaching kurz vor der Insolvenz?

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Das Schlimmere an der Geschichte ist aber, dass es der SpVgg offensichtlich finanziell wesentlich schlechter geht als geahnt.

Unterhaching – Es waren Wörter wie „dubios“ oder „nebulös“, die im Unterhachinger Sportpark die Chefs der SpVgg aufschreckten. Jene Vokabeln begleiteten in den Medien die plötzliche Bekanntgabe des Sponsorenvertrages mit einem Herrn namens Franco Levis als Vertreter einer Investorengruppe

Um jeglichen Verdacht zu entkräften, es handle sich um einen unseriösen Geschäftspartner, schob die SpVgg am Freitagabend eine Presseerklärung hinterher. In der wurde bekräftigt: „Herr Levis bestätigt hiermit noch mal ausdrücklich und nachhaltig, dass diese Verträge von der von ihm vertretenen Investorengruppe erfüllt werden.“ Unterschriften: Präsident Engelbert Kupka, Schatzmeister Toni Schrobenhauser und der ominöse neue Partner selbst, der die finanziellen Sorgen lösen will.

Das Schreiben sollte ablenken von vielerlei Gerüchten – es bewirkte allerdings das Gegenteil, wie man am Rande des Spiels gegen Offenbach mitbekam. Die Frage, warum der Verein mit einer so ungewöhnlichen Maßnahme Vertrauen beweisen wollte, blieb unbeantwortet. Der Präsident trug nichts zur Aufklärung bei, indem er alle Interviewanfragen ablehnte.

Dabei wäre das sinnvoll gewesen, weil Kollegen durch eigene Recherchen das schon längst wenig vertrauenserweckende Geschäftsgebaren des Herrn Levis ans Tageslicht befördert hatten. Zudem gab Ex-Manager Erich Meidert zu, dass sein Rücktritt doch nicht nur die vorgeschobenen „zeitlichen Überschneidungen“ als Ursache hatte. Meidert hatte Zweifel am Deal geäußert – angeblich, weil bereits Geld hätte fließen sollen, aber bei der SpVgg bislang nie etwas ankam.

Meidert hatte Zweifel am Deal

Das Schlimmere an der Geschichte ist aber, dass es der SpVgg offensichtlich finanziell wesentlich schlechter geht als geahnt. Von drohender Insolvenz ist die Rede, von zwei Millionen Euro Minus. Und ohne die scheinbar längst erwarteten Zahlungen könnten Ende Oktober fällige Nachweise im Zuge der Lizenzerteilung an den DFB nicht erbracht werden. Ein Horrorszenario, das sich völlig im Dunkeln zusammengebraut hat.

Sicher ist derzeit nur, dass mehr an den bösen Gerüchten um die „dubiose“ und „nebulöse“ Partnerschaft dran ist, als man sich wünschen würde. Eine nächste Pressemitteilung wird nun nicht lange auf sich warten lassen, da immer mehr der merkwürdig unsichtbaren Partnerschaft an die Öffentlichkeit kommt, die noch dazu drei Monate geheimgehalten wurde. Darauf darf man gespannt sein.

Quelle: fussball-vorort.de

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