Steingadens Hindelang tritt zurück: „Will der Mannschaft nicht im Weg stehen“

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Sieht keine Basis mehr für eine gemeinsame Zukunft: Daniel Hindelang zieht sich als Trainer des TSV Steingaden zurück. 

Steingadens Trainer Daniel Hindelang ist zurückgetreten, obwohl der TSV Zweiter der A-Klasse ist. Der Grund war ein Gespräch mit dem Kapitän.

Steingaden – Sportlich deutete nichts auf eine Krise hin. Der TSV Steingaden steht auf Rang zwei der Fußball-A-Klasse 8 und damit auf einem Relegationsplatz um den Aufstieg. Von bisher elf Spielen gewann das Team sieben, holte zudem zwei Unentschieden. Es läuft. Könnte man meinen. Doch dann kam der vergangene Sonntag. Und Daniel Hindelang verkündete nach dem 2:2 gegen Böbing: „Das war mein letztes Spiel heute. Ich trete mit sofortiger Wirkung als Trainer des TSV Steingaden zurück.“ Das saß. Und überraschte.

Denn Hindelang hat eine gute Bilanz beim TSV vorzuweisen. 2013 hatte seine Trainerkarriere in Steingaden begonnen. Zwei Jahre später führte er das Team zum Aufstieg in die Kreisklasse, wo es eine Saison spielte. Nach dem Abstieg wechselte Hindelang zum FV Walleshausen, später heuerte er beim TSV Ingenried an. Im Oktober 2017 kehrte er zurück zu seinem Heimatverein Steingaden, rettete das Team vor dem Abstieg. Die vergangene Saison schloss der TSV als Fünfter ab.

„Sportlich läuft‘s eigentlich“

„Sportlich läuft’s eigentlich“, sagt der 30-Jährige, der auch das B-Klassen-Team des TSV trainierte. Das Problem liegt woanders: „Menschlich gibt es zwischen den Mannschaften und mir zu viele Differenzen. Das macht keinen Sinn mehr.“ Das entschied Hindelang am Wochenende. Denn am Freitag suchte Kapitän Andreas Neumeier im Auftrag des Teams das Gespräch mit Hindelang. Der Ex-Trainer behält für sich, was Neumeier genau gesagt hat. Nur so viel: „Dass ich aufhöre, ging von der Mannschaft aus, nicht von mir. Ich will ihr nicht im Weg stehen.“ Am Sonntag noch sprach er mit der Abteilungsleitung. „Sie wollte eigentlich mit mir verlängern. Mit ihr hat das nichts zu tun“, versichert Hindelang.

Das bestätigt auch Fußballer-Chef Mathias Gerold. „Für uns ist das ein schlimmer Schlag“, sagt der Abteilungsleiter. „Er hat unseren Fußball geprägt und aus sportlicher Sicht alles wunderbar gemacht.“ Das Anliegen der Mannschaften drehte sich laut Gerold eigentlich auch erst um die kommende Spielzeit. „Diese Saison hätten sie gern mit ihm weitergemacht.“ Aber Hindelang habe nach dem Gespräch mit dem Kapitän keinen Rückhalt mehr im Team gespürt und seine Konsequenzen gezogen. Für die beiden Spiele vor der Winterpause hat der TSV eine Lösung gefunden. Stefan Schuster, ehemaliger Spieler und früherer A-Jugend-Trainer, übernimmt vorübergehend. „Danach müssen wir weitersehen“, sagt Gerold.

Hindelang lässt es jetzt erst einmal ruhig angehen

Während er also nun eifrig eine Lösung sucht, wird es Hindelang erst einmal ruhig angehen lassen. Er will sich nicht gleich in eine neue Aufgabe stürzen. „Jetzt ist erst mal Schicht im Schacht“, sagt er. „Ich habe mich sowieso auf die Winterpause gefreut.“ Die freie Zeit will der B-Lizenz-Inhaber nun nutzen, um sich weiterzubilden. Voller Ärger verlässt er den TSV Steingaden trotz der letzten Tage nicht. „Ich wünsche der Mannschaft sportlich alles Gute. Die Zeit hier war super und richtig schön“, sagt er. „Da lasse ich nichts drauf kommen.“

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Quelle: Merkur.de

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