BCF-Coach im Interview

Stier: "Bin ein Typ, der gerne Risiko geht"

+
„Bin mir zu 100 Prozent sicher, dass wir die Liga halten“: BCF-Trainer Marco Stier will mit einer harten Vorbereitung, besserem Fitnesstraining und neuen Leuten das Ruder beim Bayernliga-Schlusslicht herumreißen.

BCF Wolfratshausen - Im großen Interview spricht BCF-Coach Marco Stier über seine bisherige Amtszeit in Wolfratshausen, Neuzugänge in der Winterpause und seinen unerschütterlichen Glauben an den Klassenerhalt.

Seit rund drei Monaten ist Marco Stier nunmehr Trainer des Fußball-Bayernligisten BCF Wolfratshausen. Privat wohnt der 32-Jährige mit Frau Julia und den beiden Töchtern Lina (12) und Miley (6) südlich von München in Aying. Der diplomierte Sport- und Fitnesskaufmann zieht zusammen mit BCF-Reporter Oliver Rabuser eine Hinrunden-Bilanz.

Herr Stier, mal losgelöst von allen Widrigkeiten auf dem Platz: Wie fällt Ihre Bilanz nach drei Monaten in Farchet aus?

Es sind ja erst drei Monate, da kann man das alles noch gar nicht so richtig bewerten. Was ich sagen kann: Es macht mir riesigen Spaß, mit tollen Jungs zu arbeiten. Auch das Umfeld ist sehr familiär. Sportlich war für den Anfang nicht alles schlecht, wir hätten aber erfolgreicher sein können.

Ihr Start in Wolfratshausen war mit dem Malus von sieben Niederlagen zu Saisonbeginn behaftet. Warum haben Sie sich dieses Himmelfahrtskommando überhaupt angetan?

Ich war schon immer ein Typ, der gerne Risiko geht. Ich mag Herausforderungen, wo man an seine Grenzen gehen muss, um erfolgreich zu sein. Ich habe einen Großteil meines Lebens im Profibereich verbracht. Dort möchte ich auch als Trainer irgendwann wieder hin. Da ist der Sprung von der Bezirks- in die Bayernliga schon mal nicht schlecht.

Mal zum Sportlichen: Auffällig sind – neben den Langzeitausfällen – die vielen, teilweise immer wiederkehrenden Muskelverletzungen der Farcheter Fußballer. Gibt es womöglich regenerative Defizite?

Das ist schwierig zu sagen. Die Vielzahl, auch vor meiner Zeit, ist schon erstaunlich. Eine Doppelbelastung von Beruf und Training ist sicher nicht einfach. Zumal unter mir auch sehr viel athletischer trainiert wird. Da kommen solche Verletzungen bisweilen vor. Dafür haben wir uns in Sachen Physis und Kampfgeist richtig gut entwickelt. Mit Tom Lammest haben wir zudem einen gelernten Fitness-Trainer, der bereits in Unterhaching und Aalen hospitiert hat.

Die Durchhalteparolen mal beiseite gelassen: Ist der Klassenerhalt angesichts der vielen Verletzungen überhaupt noch ein realistisches Ziel? Sie sprachen zuletzt von der Pflicht, acht Siege aus den verbleibenden zwölf Begegnungen zu holen ...

Naja, bis auf Marco Gröschel kommen über den Winter alle verletzten Spieler zurück. Wir wollen den Kader noch verbessern, dazu steht eine komplette Vorbereitung unter meiner Regie an. Die Trainingsqualität wird nochmal höher, der Konkurrenzkampf schärfer. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass wir die Liga halten.

Bei allen Abstrichen, die Sie nach den meisten Partien bislang machen mussten: Ist Ihre sehr junge Mannschaft tatsächlich tauglich für die Bayernliga?

Wenn wir mit dieser Mannschaft absteigen, versteh’ ich die Welt nicht mehr. Sicher: Die Jungs haben in der Vorrunde viel Lehrgeld bezahlen müssen. Wir haben darüber dieser Tage noch einmal ausführlich gesprochen. Ich hoffe, jeder hat es nunmehr kapiert, dass der Fokus auf jeder einzelnen Situation liegen muss.

Als einzige Mannschaft erreichte der BCF in 22 Spielen kein einziges Unentschieden. Zufall oder Produkt der Spielweise?

Unentschieden bringen speziell uns nicht weiter. Ausnahme wäre die letzte Begegnung gegen Kirchanschöring gewesen: Da hätte ich ein 1:1 mitgenommen. Aber sonst gilt: Wir müssen Siege einfahren. Entsprechend lasse ich auch spielen. Letztlich hat es leider nicht immer funktioniert.

Sie sprachen vorhin Veränderungen am Kader an. Bei welchen Personalien kann man bereits Vollzug melden?

Jonas Striegel aus Aying stand bereits als Neuzugang fest. Hinzugekommen ist mit Andrej Skoro (vom Landesligisten SV Türkgücü-Atasport, Anm. d. Red.) ein Spieler für die linke Außenbahn. Schwierig gestaltet sich die Suche nach einem treffsicheren Stürmer, aber ich habe mein Netzwerk schon angeworfen. Dazu soll noch ein Mittelfeldspieler für die Sechser-Position kommen.

Wie sieht es mit Abgängen aus?

Felix Gellner kehrt zu seinem Heimatverein nach Eurasburg zurück. Ihm steht augenblicklich nicht der Sinn nach höherklassigem Fußball. David Rose wechselt zur A-Jugend des TSV Gilching und ist dadurch wieder näher an seinem Wohnort. Verlassen werden uns zudem Alpay Özgül und Nikola Vidakovic. Mit den übrigen Spielern planen wir fest.

Interview: Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Basketballer des TV Miesbach kommen mit vollem Einsatz zum ersten Sieg
Basketballer des TV Miesbach kommen mit vollem Einsatz zum ersten Sieg
Natalie Geisenberger macht Babypause
Natalie Geisenberger macht Babypause
Sieg ohne etatmäßige Torfrau: Eching besteht auch in Scheyern
Sieg ohne etatmäßige Torfrau: Eching besteht auch in Scheyern
Nulnummer zwischen SV Ascholding/Thanning und SV Wackersberg-Arzbach
Nulnummer zwischen SV Ascholding/Thanning und SV Wackersberg-Arzbach

Kommentare