BCF pfeift vor Kellerduell auf dem letzten Loch

Stier: Lage "so schlimm wie noch nie"

Taumelnder Boxer BCF: Trainer Marco Stier hofft, dass seine Spieler um (v. li.) Vincenzo Potenza und Angelo Hauk beim FC Ismaning über sich hinauswachsen. Foto: Hans Lippert

Ein übermächtiger Gegner wie in der Vorwoche ist diesmal nicht zu erwarten. Doch hat sich die Ausgangslage beim BCF Wolfratshausen vor der Partie beim FC Ismaning (Samstag, 14 Uhr, Erich Greipl-Stadion) aufs Äußerste verschärft.

Es ging beschaulich zu an der Kräuterstraße. Die Übungseinheiten während der Woche erweckten nicht unbedingt den Eindruck, dass hier ein Bayernligist bei der Spielvorbereitung zu Gange ist. Keine zwei Handvoll Kicker tummelten sich auf dem Kunstrasenplatz um Trainer Marco Stier. „Wir sind jetzt in einer Lage, die so schlimm ist wie noch nie“, erläutert der Cheftrainer. Zur ohnehin stattlichen Anzahl an Ausfällen, haben sich beim Grottenkick in Heimstetten noch zusätzliche Blessuren eingestellt. An geregelten Trainingsalltag war so nicht zu denken. Im Schnitt musste Stier mit acht Aktiven auskommen. Bitter angesichts der prekären Lage. Oder wie es der 33-Jährige in einem einzigen Wort präzisiert: „Katastrophe.“

Stier nannte die sportlichen Vorgänge der letzten Tage eine „Bewegungstherapie“. Mehr war schlicht nicht möglich. „Wir konnten weder etwas einstudieren, noch uns auf den Gegner vorbereiten“, bedauert der Trainer die angespannte Personalsituation. Das Motto für die Samstagspartie ist deshalb so einfach wie ungewöhnlich: „Wer da ist, der spielt.“ Stier durchlebte trotz des dosierten Programms bange Momente. „Du musst ständig Angst haben, dass sich noch einer verletzt.“

Der Ex-Profi bezeichnet den BCF in seiner aktuellen Krise als „angeschlagenen Boxer“. Ob der, wie von der einschlägigen Metapher suggeriert, auch wirklich gefährlich sein kann, steht indes völlig in den Sternen.

Gleichwohl stuft der 33- Jährige den FC Ismaning entgegen der Tabellensituation – der FCI hat lediglich zwei Punkte Vorsprung – nicht als tatsächlichen Nachbarn ein. „Platz 15 ist nicht nachvollziehbar bei deren Potenzial. Ismaning ist gespickt mit guten Einzelspielern.“ Den einzigen Vorteil pro BCF sieht Stier im Umgang mit dem Abstiegskampf. „Bei uns kennt man das Gefühl, unten zu stehen.“ Der Druck liegt somit bei den Gastgebern. Der Coach bemüht das Prinzip Hoffnung. „Wer weiß, vielleicht wachsen wir ja über uns hinaus.“

Zumindest finanziell dürfte das erforderlich sein, sollte der Ballclub im Winter nachbessern. Stier bestätigt entsprechende Gedankenspiele, hat aber diesbezüglich noch keine Konversation mit der Abteilungsleitung geführt. „Eigentlich muss man etwas machen“, nennt der geplagte Coach vorsorglich schon mal seine Sicht der Dinge.

BCF: Heep, Gobitaka, Potenza, Kantar, Skoro, Rödl, Lehr, Tomicic, Hauk, Schnabel, Knecht – Karaca,Endl, Puta, Vidovic.

Quelle: fussball-vorort.de

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