BCF unterliegt beim Schlusslicht

Stier: "Müssen eigentlich 10:0 führen, verlieren aber"

Reihenweise beste Chancen vergaben die Wolfratshauser wie Adam Puta (li.) in Kornburg und mussten nach einer Reihe von Abwehrschnitzern mit einer 1:3-Niederlage die Heimreise antreten. foto: hans lippert

Massive Abwehrschwächen und eine katastrophale Chancenverwertung bescherten dem BCF Wolfratshausen eine unerwartete 1:3 (1:0)-Niederlage bei Schlusslicht Kornburg.

Marco Stiers Analyse begann mit Eingeständnissen: „Ich bin sprachlos, so etwas habe ich noch nie erlebt.“ Die Niederlage beim TSV Kornburg hat sichtbare Spuren auf der Seele des Farcheter Trainers hinterlassen. Denn sie hätte niemals passieren dürfen. Dabei war sie mit gängigen Fußballer-Floskeln ganz simpel zu erklären: Fußball ist Ergebnissport, und wenn man vorne die Dinger nicht macht, rächt sich das meistens. Allerdings war das Geschehene schlimmer als jene Partien, in denen ein Team abgewatscht wird, weil es in einer Phase der Überlegenheit zwei oder drei Hochkaräter verpasste. „Wir müssen 10:0 führen, verlieren aber 1:3“, versuchte Stier die Geschehnisse bestmöglich zu illustrieren. Schaffte er aber nicht. „Ich habe keine Worte dafür, das ist der Super-Gau.“

Was mag in seine Kicker gefahren sein? Wenigstens in acht Fällen muss man ihnen grobe Fahrlässigkeit vorwerfen. Stier hätte die Namen seiner Spieler willkürlich nennen können, als er die Chronologie des Versagens auflistete. Schon in der ersten Minute setzte Jona Lehr den frei liegenden Ball an den Außenpfosten; Torhüter und Verteidiger waren zusammengeprallt, dem Führungstor stand nichts mehr im Wege. Als Marian Knecht nach energischer Balleroberung auf und davon marschierte und zum 1:0 einschoss, schien die Begegnung für einige Momente in korrekte Bahnen zu laufen. Der Trainer räumte ein, er sei angesichts der Überlegenheit innerlich ruhig und siegesgewiss gewesen. Ein Zustand, der augenscheinlich auf seine Kicker abfärbte, denen es in etlichen Szenen an Entschlossenheit fehlte. „Wir haben diese Situationen so schlecht gespielt“, kommentierte Stier ungläubig. So hätte Adam Puta die Kugel nur ins Tor schieben müssen, anstatt sie zu stoppen und dem Keeper zu servieren. Auch Enzo Potenza ließ aus zwölf Metern Präzision vermissen. Knecht entschied sich fürs falsche Eck, sodass der Schlussmann noch den Fuß ausfahren konnte.

Schon in der Halbzeit wies Stier seine Elf ausdrücklich darauf hin, dass derlei Flapsigkeit unangenehme Konsequenzen haben könnte. Und so kam es dann auch: Wolfratshausen kassierte innerhalb von sieben Minuten drei Gegentore nach ruhenden Bällen. „Unerklärlich“, geißelte der Coach das Verhalten seiner Abwehrspieler. Es gebe klare Zuordnungen, die allerdings „nicht eingehalten“ werden. Schlimmer noch: Bei den Kornburgern machte der 33-Jährige keinen einzigen großgewachsenen Akteur aus. Dennoch kassierte man alle Gegentore per Kopfball. Das Zeugnis für diese Partie stellte Stier seinen Kickern sowohl in Noten („Chancenverwertung: Sechs minus“), als auch in Schriftform aus: „Jetzt sind wir die Witzfiguren.“ Wirklich zum Lachen war ihm dabei nicht.

Quelle: fussball-vorort.de

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