Farchet-Coach tobt nach "Offenbarungseid"

Stier: "Wir hätten auch zehn Dinger bekommen können"

Meist einen Schritt zu spät kamen die Wolfratshauser um Lars Nummer (Mi.) im Duell gegen den TSV Dachau. Am Ende einer enttäuschenden Vorstellungen stand eine verdiente 1:5-Niederlage. FOTO: HANS LIPPERT

Massiver Rückschlag im Abstiegsrennen: Nach der peinlichen 1:5-Klatsche des BCF Wolfratshausen gegen Dachau sprach Trainer Marco Stier von einem „Offenbarungseid“.

Sofort nach Schlusspfiff bestellte Stier seine Mannen in die Kabine zum Rapport ein. Trotz geschlossener Türe war eindeutig zu vernehmen, was im alles andere als stillen Kämmerlein gerade passiert. Allein die Torhüter waren von der Manöverkritik ausgenommen: Sie erhielten vom Cheftrainer sogar trainingsfrei für die kommenden Woche. „Wir werden sie nicht brauchen, ebenso wenig die Fußballschuhe“, ließ Stier tief blicken, wie die nächsten Übungseinheiten in Farchet aussehen werden. „Am Samstag in Neumarkt sehen die Spieler das nächste Mal den Ball“, erklärte der 33-Jährige. Deutlich wurde er in Bezug auf die Vorstellung seiner Mannschaft gegen Dachau: Von „Offenbarung“ und „Verweigerung“ war da die Rede. Und er verdeutlichte seiner Elf, was er von derlei Auftritten hält: „Für so eine Null-Bock-Einstellung mache ich mir nicht 24 Stunden am Tag Gedanken.“ Er habe sich für den leblosen Vortrag seiner Schützlinge vor den Zuschauern „geschämt“. Das Team zeigte mutmaß- lich die falsche Reaktion auf den Sieg in Ismaning. Der Coach hatte dies im Training bereits bemerkt: „Das war nur Halli-Galli, ohne jeglichen Zug. Aber die Spieler wollen es ja nie glauben. Und wenn du dazwischen haust, bist du der böse Trainer.“ Was Stier für die ausstehenden Partien einfordert, klingt unmissverständlich: „Das kann die Mannschaft nur mit einem Dreier wieder gut machen. Sonst brennt es zwischen uns.“ Sein Appell richtete sich in erster Linie an seine vermeintlichen Führungsspieler, die gegen Dachau in sämtlichen Belangen unsichtbar blieben.

Der Gesamtauftritt wird wohl ein Rätsel bleiben. „Ich habe wirklich keine Erklärung“, versicherte der Ex-Profi. Dachau ging nach nur neun Minuten in Führung, weil Sebastian Brey an Andrej Skoro vorbei dribbeln und den Ball in den Rückraum der BCF-Abwehr flankte. „Die Innenverteidiger pennen wieder“, kritisierte Stier. Insbesondere Lars Nummer bekam den Unmut seines Vorgesetzten zu spüren: Der 23-Jährige ließ beim Freistoß aus dem Halbfeld seinen Gegenspieler unmotiviert laufen und zum 1:2 einköpfen. Stier: „Das war eine Frechheit von ihm.“ Marian Tomicic hatte zwischenzeitlich mit einem sehenswerten Knaller unter die Latte den Ausgleich besorgt. Beim 1:4 ließ sich Nummer dann den Ball im eigenen Sechzehner vom Fuß klauen. „Wie im Kindergarten“, konnte sich sein Coach kaum beruhigen. Dass der Elfmeter zum 1:3 aus Stiers Sicht keiner war, war am Ende nicht mehr von Belang. „Wir hätten auch zehn Dinger bekommen können“, verwies der 33-Jährige auf diverse Konter-Situationen der Dachauer.

Das sagt der Fan:

Christos Georgiadis aus Wolfratshausen. TEXT/FOTO: PH

„Man muss ganz klar sagen: Der BCF Wolfratshausen hat heute in keiner Phase des Spiels Bayernliga-Niveau erreicht. Für jeden Außenstehenden war erkennbar, dass da keine zusammengewachsene Mannschaft auf dem Platz steht. Manche Spieler haben sich sogar gegenseitig angeschrien. Der Sieg geht deshalb auch in dieser Höhe für Dachau in Ordnung. Der Gegner war dem BCF heute einfach in allen Belangen überlegen.“

BCF Wolfratshausen – TSV Dachau 1:5 (1:2) Tore: 0:1 (9.) Doll, 1:1 (20.) Tomicic, 1:2 (30.) Korkmaz, 1:3 (53.) Beqiri (Foulelfmeter), 1:4 (59.) Hannemann, 1:5 (76.) Korkmaz.

Schiedsrichter: Philipp Ettenreich (VfL Zusamaltheim). – Gelbe Karten: Kantar, Onyemaeke, Skoro (alle BCF); Zach, Beqiri (alle TSV). – Gelb-rot: Skoro (79., BCF). – Zuschauer: 80.

BCF: Heep – Puta, Kantar, Nummer, Skoro, Rödl (63. Endl), Lehr, Tomicic (63. Vidovic), Hauk, Knecht, Schnabel (46. Onyemaeke). 

Quelle: fussball-vorort.de

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