Umtriebiger BCF-Coach

Stier zieht die Zügel an: "Wer arbeiten muss, hat Pech gehabt"

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Marco Stier will sein Team mit erfahrenen Akteuren verstärken.

BCF Wolfratshausen - Marco Stier sehnt den kommenden Freitag nur so herbei. Dann geht es mit der Familie zu den Eltern nach Hamburg.

In der Hansestadt feiern die Stiers nicht nur gemeinsam Weihnachten, für den Coach des Fußball-Bayernligisten BCF Wolfratshausen ist es zudem die erste Möglichkeit, um abzuschalten. Während sich seine Kicker nämlich seit geraumer Zeit dem Müßiggang hingeben, hatte Stier neben seinem Hauptberuf als Fitnesstrainer kaum eine freie Minute. Deswegen wird er ab Freitag endlich auch sein Handy abschalten. „Die letzten Wochen waren echt krass“, bestätigte der Fußball-Lehrer. „Ich war nur am Telefonieren oder habe mich mit Beratern getroffen.“ Wie es scheint mit Erfolg. Stiers spätherbstliche Ankündigung, den Kader des Bayernliga-Schlusslichts mit wenigstens vier qualitativ hochwertigen Fußballern aufpäppeln zu wollen, folgt dieser Tage der praktische Vollzug. Mit dem Ex-Profi Angelo Hauk ist ein Kontrakt mit Laufzeit bis zum Saisonende bereits unterschrieben. „Natürlich wollen wir ihn länger behalten“, betont Stier.

Gleiches gilt für das bis dato noch unbekannte Trio, mit dem jeweils noch Detailfragen zu klären sind. Stier ist guter Dinge, dass vor seinem Heimaturlaub alles in trockenen Tüchern ist. „Zu 90 Prozent klappen die Transfers“, versichert der 32-Jährige. Das Gesicht der Mannschaft wird sich über den Jahreswechsel signifikant verändern. „Muss es auch, wir sind schließlich Letzter“, gibt Stier zu bedenken. Klar ist auch: Die übrigen Neuzugänge werden allesamt nicht den Stempel Ergänzungsspieler tragen. Der Coach kündigt schon einmal einen „heftigen Konkurrenzkampf“ an und lässt selbst begründete Trainingsabsagen fortan nicht mehr gelten: „Wer arbeiten muss, hat eben Pech gehabt.“

Neuzugang Hauk wird davon kaum betroffen sein. Für den ebenfalls 32-Jährigen gab es in den vergangenen Jahren nichts anderes als Fußball. Die Zusage in Farchet ist eng an den jahrelangen Kontakt zu Stier geknüpft, denn beide Familien sind miteinander befreundet. „Ich habe ihn überreden und von unserem Konzept überzeugen können“, freut sich Stier über die Zusage Hauks. Beide kennen und schätzen sich seit dem Jahr 2010 aus der gemeinsamen Zeit beim Halleschen FC –  eine von zahlreichen Dritt- und Viertliga-Stationen des gebürtigen Münchners, der der Jugend des TSV 1860 entstammt. „Ein bodenständiger Spieler, der stets beliebt bei den Mitspielern ist“, charakterisiert Stier den neuen Sturmtank, der zuletzt das Trikot des FC Memmingen in der Regionalliga trug.

Das BCF-Suchraster ist bewusst auf erfahrene Akteure ausgelegt. „Wir brauchen Führungsspieler“, bekräftigt Stier. Mit Hauk ist der erste Routiner in Farchet gelandet. „Eine richtige Granate für diese Liga“, urteilt sein Coach. Und einer, der dennoch ins Gehaltsgefüge passt. „Angelo hatte viele Angebote und hätte woanders sicher viel mehr Geld verdient“, räumt Stier ein. Im Gegenzug bietet der Verein dem 32-Jährigen allerdings Unterstützung beim Übergang vom Fußballer-Dasein ins Berufsleben an.

Text: Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

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