Stimmung nahe am Gefrierpunkt

- Ohlstadt - Die Stimmung - genauso wie die Temperaturen - nahe am Gefrierpunkt: Zuschauern und Spielern. Ganz besonders frostig war Gefühlslage beim Trainer. Das hat mich nicht gewärmt", meinte Stefan Schwinghammer, der nach 1:5 (0:1)-Niederlage des Ohlstadt gegen den FC Aich richtig loslegte, und seine Augen funkelten dabei vor Zorn. "Wir haben uns präsentiert wie ein Abstiegskandidat und nicht wie ein Team, das nach oben will."

Schwinghammer, einst in der Landesliga für den 1. FC Garmisch- Partenkirchen und Geretsried aktiv, wurde noch deutlicher. Als Aktiver hätte seine Mitspieler bei einer derartigen Einstellung "aus den Socken getreten. Wir waren heute keine Mannschaft". Seinen Kickern sprach er alle Qualitäten ab, für die er einst stand. "Bei uns haben Herz, Kampfgeist und Laufbereitschaft gefehlt."<BR><BR>Auch die Abwesenheit von Florian Walser, Martin Müller und Franz Albrecht wollte er nicht als Entschuldigung gelten lassen. "Es haben schon öfter drei gefehlt." Die klare Niederlage zum Abschluss des Jahres 2004 hatte er schon in den vergangenen Wochen kommen sehen. Deshalb hatte er sich auch nicht geärgert, als die Begegnung in Olching am vergangenen Wochenende ausgefallen war. Doch auch in den Übungseinheiten in dieser Woche konnte er keine Besserung erkennen. "Wer nicht zu 100 Prozent trainiert, bringt auch im Spiel nicht die optimale Leistung."<BR><BR>In der Sitzung am Donnerstag hatte er noch einmal eindringlich auf die Defizite hingewiesen. Ohne Erfolg. Die Aicher, die gegen den SV Ohlstadt noch nie auch nur ein winziges Pünktchen gewonnen hatten, dominierten die Partie von Beginn an. Clever machten sie die Räume eng, ließen Ohlstadt nicht den Platz zum Kombinieren. In der ersten Halbzeit versuchte Schwinghammer noch zu retten, was schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu retten war. Anweisungen brüllte er ohne Unterlass aufs Feld, ohne sein Team zu erreichen.<BR><BR>Die Nutzlosigkeit seines Tuns erkannte er nach dem Wechsel und stellte seine Bemühungen ein. Mit häufigem Kopfschütteln tat er seinen Unmut stumm kund. Gesten sagen manchmal mehr als tausend Worte. Die Mannschaft fand keinen Ausweg aus ihrer verfahrenen Situation und versuchte immer wieder, mit untauglichen Mitteln, doch noch zum Erfolg zu kommen. Die Niederlage war bereits mit dem 0:1 besiegelt. Aichs Mannschaftskapitän Olaf Dickhoff verwandelte einen Foulelfmeter, den Martin Barwinski an Martin Deufel verwirkt hatte (44.).<BR><BR>Und Deufel erwies sich für die Aicher als Teufelskerl. Das 2:0 (63.) für den Tabellenzwölften besorgte er selbst, zum 3:0 (67.) durch Markus Schmidbauer, zum 4:0 (78.) durch Patrick Hahn (78.) und zum 5:1, das David Fehr (90.) erzielte, leistete er jeweils die Vorarbeit. Den Ehrentreffer für Ohlstadt markierte Ersatztorwart Andreas Frombeck, der für Engelbert Paschek eingewechselte wurde, Foulelfmeter. Für das neue Jahr hat sich Schwinghammer einiges vorgenommen. Konditionell er sein Team wieder auf Vordermann bringen. "Wenns spielerisch nicht reicht, muss es eben über andere Dinge gehen."<BR>

Quelle: Merkur.de

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