Stocksport

Felix Karpfinger nimmt einen neuen Anlauf

Unbändiger Jubel: Felix Karpfinger freut sich über einen gelungenen Schuss
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Unbändiger Jubel: Felix Karpfinger freut sich über einen gelungenen Schuss.

Europameister Felix Karpfinger wollte schon aufhören. Jetzt macht er weiter - bei einem neuen Verein. Im Interview nimmt er Stellung.

Wörth– Felix Karpfinger ist trotz seiner Jugend einer der erfolgreichsten Stockschützen im Landkreis. Der 16-jährige Wörther ist in seiner Altersklasse heuer Europameister mit der Mannschaft, Deutscher Einzel-Meister und Sieger der Max-Aicher-Cup-Serie sowie Bayerischer Vizemeister im Weitschießen geworden. Dennoch hat Karpfinger überlegt, seine Karriere zu beenden. Bei einem neuen Verein soll es jetzt aber doch weitergehen.

Felix, wie bist du zum Weitschießen gekommen?

Als Kind habe ich Fußball beim SV Wörth gespielt und auch mit dem normalen Stockschießen angefangen. Dann war eine Talentsichtung, ich habe das Weitschießen ausprobiert, es hat mir Spaß gemacht, und seit 2017 mache ich jetzt fast nur noch Weitschießen.

Wie ist deine persönliche Bestweite?

So knapp 120 Meter.

Wie kann man denn Weitschießen trainieren? Die Flächen in Eishallen sind ja für gewöhnlich nicht so lang.

Ich trainiere zum einen auf Asphalt, das mache ich das ganze Jahr über meistens am Sonntag auf Parkplätzen von Großmärkten. Was das Eistraining im Winter betrifft, so hat der Verband regelmäßige Zeiten in der Waldkraiburger Eishalle organisiert. Da nehmen wir andere Platten, damit es nicht so weit geht.

Wettkämpfe werden ja auf Asphalt und Eis ausgetragen – in Österreich sogar oft auf Natureis, das heißt auf zugefrorenen Seen. Was liegt dir mehr?

Ganz klar der Asphalt. Das Eis ist schon eine Riesenumstellung. Und du hast dabei auch noch andere Schuhe mit Spikes an.

Du hast eine tolle Saison hingelegt, unter anderem mit dem Mannschaftstitel bei der EM, dem Einzel-Titel bei der DM und dem Sieg im Max-Aicher-Cup. Im Einzel hat es dagegen bei dem EM mit Platz fünf nicht so gut geklappt. Was war los?

Ich kann es mir, ehrlich gesagt, nicht recht erklären. Ich war mit den Füßen wohl etwas zu langsam, dann haben sich auch noch technische Fehler eingeschlichen. Bei solchen Wettbewerben entscheidet meist die Tagesform, und die hat bei mir nicht gestimmt.

Die aktuelle Saison musste ja wegen Corona vorzeitig beendet werden. Du warst bei der Max-Aicher-Cup-Serie – die früher Deutschland-Cup hieß – in Führung und bist jetzt zum Sieger erklärt worden.

Da ist es sehr gut gelaufen, ich hatte bis zum Zeitpunkt des Abbruchs fünf von sechs Turnieren gewonnen.

Dann hätte ja sowieso nichts mehr schiefgehen können, oder?

Das hätte schon noch eng werden können. Ich hatte neun Punkte Vorsprung, zwei Cups standen noch aus, wobei beim letzten Cup die doppelte Punktzahl vergeben worden wäre. Aber ich freue mich natürlich über den Gesamtsieg.

Es ging das Gerücht um, dass du aufhören wolltest. Was ist da dran?

Ja, ich wollte aufhören – vorübergehend zumindest. Ich war echt am Zweifeln. Ich rücke jetzt von der U 16 in die U 19 auf. Da habe ich im ersten Jahr kaum eine Chance. Ich wollte eventuell zum Mannschafts-Zielschießen wechseln – und natürlich muss ich schauen, wie das mit meiner Ausbildung zum Kinderpfleger wird, die ich jetzt absolviere.

Wer oder was hat dich umgestimmt?

Ein Nationalmannschafts-Kollege von mir schießt beim SC Oberhummel. Dessen Vater ist Landestrainer. Da habe ich jetzt viel bessere Trainingsmöglichkeiten, und da wird auch mit Videoanalysen gearbeitet.

Wer war bis jetzt dein Trainer?

Mein Vater Robert.

Ist er ein strenger Trainer?

Nein, da schimpft eher die Mama(lacht). Mein Vater versucht mich immer aufzubauen – oder mich auch mal runterzuholen.

Was haben denn deine Vereinskollegen vom SV Wörth gesagt, als du ihnen den Vereinswechsel mitgeteilt hast?

Die waren schwer enttäuscht. Ich war ja seit letztem Jahr in der ersten Mannschaft. Aber mir wurde und wird da einfach zu viel gemeckert – im Allgemeinen, aber auch auf mich bezogen. Einige wollten auch, dass ich mich aufs Zielschießen konzentriere und das Weitschießen sein lassen sollte. Das hat mir die Entscheidung zum Vereinswechsel erleichtert. Eigentlich wollte ich mir das noch ein Jahr anschauen, aber jetzt ist meine Entscheidung gefallen.

Das Gespräch führte Wolfgang Krzizok

Quelle: Merkur.de

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