Nach 32 Jahren zieht sich der Vorsitzende der Thalheimer Stockschützen altersbedingt zurück

Stockschützen Maria Thalheim: Ära Baumgartner ist zu Ende

Franz Baumgartner hat sich 32 Jahre lang im SSV-Vorstand engagiert.
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Franz Baumgartner hat sich 32 Jahre lang im SSV-Vorstand engagiert.

Franz Baumgartner ist ein Urgestein der Thalheimer Stockschützen. Nun, nach 32 Jahren voller Engagement für den Verein, endete seine Ära.

Maria Thalheim - Franz Baumgartner hat sich als Vorsitzender der Thalheimer Stockschützen zurückgezogen. 26 Jahre seiner Vorstandszeit hatte Baumgartner sich als (Vize-)Vorsitzender eingebracht.

Auch große Zeitspannen haben irgendwann ein Ende. Altersbedingt stellte sich der 73-jährige Großstürzlhamer nicht mehr zur Wahl bei der Jahreshauptversammlung des Stockschützenvereins (SSV) Maria Thalheim. Zuletzt hatte Baumgartner die Stockschützen erfolgreich im eigenständigen Verein geführt, der sich 2015 vom TSV Maria Thalheim abgespalten hatte.

Baumgartner hat die Erfolgsgeschichte des Vereins bedeutend mitgeprägt. Mitte 1989 war die Stockschützenabteilung in Thalheim als neue Sparte des TSV gegründet worden. Vorsitzender war damals Hans Sellmaier. Ein Jahr später haben die Sportler den Plan zum Bau von Stockbahnen eingereicht.

1991 erfolgte der Spatenstich für drei Stockbahnen plus Gerätehaus gegenüber dem Feuerwehrhaus. Nach 14-monatiger Bauzeit und 1450 geleisteten freiwilligen Arbeitsstunden feierten die Stockschützen im Sommer 1992 die Einweihung ihrer Bahnen. Damals gab es einen Festgottesdienst, Mittagstisch und „ein spannendes Promischießen noch mit Bürgermeister Lambert Bart“, erinnert sich Baumgartner.

Gute zehn Jahre später machten sich die Stockschützen wieder auf den Weg zum Bauamt. Sie reichten die Pläne für den Bau einer Stockschützenhalle ein. Anfang 2003 ging es los. 100 Kubikmeter Bauholz wurden von Landwirt Alois Bauer aus Hinterbaumberg gekauft und daraus Bretter und Schalungen für den Hallenbau geschnitten, erzählt Baumgartner, der selbst gelernter Zimmerermeister ist.

Die Kostenschätzung für die Halle lag damals bei 128 000 Euro. Doch die Stockschützen konnten durch Eigenleistung den Preis deutlich verringern. Die Gesamtkosten beliefen sich nach 4200 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden auf 75 000 Euro.

Im Oktober 2004 wurde ein ganzes Wochenende lang die Einweihung der neuen Stockbahnhalle gefeiert, unter anderem mit Gottesdienst, Kirchenzug, Live-Musik und Promi-Schießen.

Seitdem wurden in der Halle neben den sportlichen Wettkämpfen auch 15 Oktoberfeste mit teilweise über 300 Besuchern gefeiert. Gut vermarktet hat Baumgartner die Halle auch mit 17 Werbetafeln an den Banden. Damit hat er eine gute Geldquelle für die Vereinskasse aufgetan.

Leider gab es in der Geschichte der Halle auch negative Ereignisse, erzählt Baumgartner. „Wir hatten zweimal einen großen Wasserschaden im Stüberl, den wir gemeinsam behoben haben“, erzählt er. Aber auch das habe der Stimmung im Verein keinen Abbruch getan. „Alles haben wir geschafft, wir haben immer zusammengehalten, nur so kann man solche Projekte durchdrücken“, meint Baumgartner.

Im Sommer 2015 stand das nächste große Projekt für die Stockschützen an: Sie hatten sich vom Hauptverein, dem TSV Maria Thalheim, gelöst und einen eigenen Verein, den SSV Maria Thalheim, gegründet. Seit 2016 gehört der SSV dem Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) an. In der Rückschau lobt Baumgartner den damaligen TSV-Vorsitzenden Roland Kolb für die gute und faire Zusammenarbeit, besonders während der Phase der Ausgliederung.

Bestimmt 1000 Arbeitsstunden hat Baumgartner in seiner Amtszeit bei den Stockschützen investiert, rechnet der scheidende Vorsitzende nach. Und er setzt gleich hinterher, dass er das aber „alles gerne gemacht“ habe, weil das Stockschießen eben sein größtes Hobby sei. „Es gab immer viel zu organisieren“, erinnert sich Baumgartner. Da war der Vorsitzende schon mal Tage lang unterwegs, um eine Musikgruppe fürs legendäre Oktoberfest zu verpflichten. „Als Vorsitzender bist du immer Ansprechpartner Nummer eins auch für jedes Problem und Weh-Wehchen“, sagt Baumgartner.

Doch nun sollte ein anderer diesen Job übernehmen. Baumgartner hat entschieden, für den neuen Vorsitzenden Werner Müller (Vize: Erwin Strohmaier) Platz zu machen. „Man wird auch nicht jünger“, erklärt er seine Beweggründe. „Jetzt kann ich in aller Ruhe zum Stockschießen fahren und anschließend noch gemütlich eine Halbe trinken“, sagt Baumgartner.

Und er nutzt die Gelegenheit, um noch jemandem zu danken: „Alles das wäre nicht möglich gewesen, wenn ich nicht vollste Rückendeckung von meiner Frau Maria gehabt hätte. Sie gehört natürlich auch den Verein an, war und ist fast jedes mal dabei, wenn ich zur Stockbahn gefahren bin.“

Von Thomas Obermeier

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