Chaos in Fürstenfeldbruck

Streitclub SCF: Präsident schmeißt hin

Sigi Müller ist überraschend als Präsident zurückgetreten.

SC Fürstenfeldbruck - Der Streit zwischen dem Präsidium und der Jugendabteilung beim SC Fürstenfeldbruck ist eskaliert: Präsident Sigi Müller ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Sein Vize Eckard Lutzeier will jetzt an die Spitze.

von Andreas Daschner

Fürstenfeldbruck – Die Bombe platzte am Samstagabend: In einem halbseitigen DIN-A4-Schreiben informierte Müller seine Präsidiumskollegen darüber, dass er sein Amt umgehend niederlegt. Grund dafür ist der Zwist mit der bislang eigenständigen Jugendabteilung unter Führung von Jugendleiter Jakob Ettner, die Müller gerne wieder in die Fußballabteilung integriert hätte. „Dem widersetzt sich der aktuelle Jugendleiter mit Nachdruck“, sagt Müller. Alle Versuche, Philosophie und Arbeitsweise von Hauptverein und Jugendabteilung in Einklang zu bringen, seien gescheitert. Vize-Präsi Lutzeier strebt breits die Nachfolge an.

„Das Präsidium müsste hier dringend handeln“, sagt Müller

Außerdem kritisiert Müller, dass eine Kommunikation zwischen Präsidium und Ettner nicht stattfinde und sich der Jugendleiter jedwede Einmischung in die Jugendarbeit verbitte. „Das Präsidium müsste hier dringend handeln“, sagt Müller, sieht jedoch seine Hände gebunden. Der Jugendleiter werde von einem langjährigen und verdienten Mitglied des Vereins unterstützt, dessen Namen Müller aber nicht preisgeben will.

Eckard Lutzeier will nicht mehr nur Vize-Präsident bleiben.

Klar ist nur soviel: Dieses Mitglied habe mit dem Rückzug jeglicher finanzieller Unterstützung gedroht. „Das würde dem Verein schaden und das Kunstrasenprojekt in Frage stellen“, sagt Müller. Aufgrund dieser Entwicklung sehe er keine andere Möglichkeit, als zurückzutreten.
So richtig überrascht wurde Vizepräsident Frank Demmer von Müllers Schritt nicht. „Das ungute Zusammenspiel mit Jakob Ettner ist ja mittlerweile schon ein dreiviertel Jahr alt.“ Dass es letztlich aber so schnell gehen würde, damit hatte der SCF-Vize dann doch nicht gerechnet. Er bezeichnete den Schritt als schade, zeigte aber Verständnis dafür, „dass Sigi Müller nach den Höhen und Tiefen in der Zusammenarbeit mit der Jugendabteilung irgendwann keine Lust mehr hatte“.

Es habe sich praktisch ein Verein im Verein entwickelt, eine Entwicklung die dem schon zu Zeiten von Ex-Trainer Holger Seitz begonnenen Jugendkonzept entgegen stehe. Zudem rege sich immer mehr Widerstand im Trainerteam und unter den Eltern gegen Ettner. „Uns liegen etliche schriftliche Beschwerden der Eltern vor, mit Tomas Zivcic ist ein erfahrener Trainer bereits zurück getreten“, sagt Demmer. „Wir müssen diesen Knackpunkt lösen, damit wieder Ruhe in den Verein einkehrt“, sagt der SCF-Vize.

Bleibt es bei der derzeitigen Situation, will Demmer weitere Rücktritte amtierender Präsidiumsmitglieder nicht ausschließen. Deshalb könnte bei der Jahreshauptversammlung am 6. März sogar eine Zwangsdemission Ettners auf der Tagesordnung stehen. Demmer: „Dann wäre auch seine Abwahl durch die Mitglieder eine Option.“

Quelle: fussball-vorort.de

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