Der Super-Gau

Auf Krücken unterwegs: BCF-Mittelfeldmotor Marco Höferth hat sich einen Sehnenriss zugezogen. foto: or

Wolfratshausen - Sehnenriss: Marco Höferth wird dem BCF wohl drei Monate fehlen

Wolfratshausen - Er war gefragter Gast und Gesprächspartner zugleich. Marco Höferth tauchte zum Spiel des BCF Wolfratshausen gegen Dachau auf Krücken im Isar-Loisach-Stadion auf. Die Neugierde, wie es um den Farcheter Mittelfeldmotor bestellt ist, war groß. Hat sich der zuletzt geäußerte Verdacht auf Muskelbündelriss bewahrheitet? Höferth gab allen Fragenden die gleiche Antwort: Es kam schlimmer als gedacht. Der 26-Jährige fällt wegen eines Sehnenrisses im linken Oberschenkel wenigstens drei Monate aus.

Die mutmaßliche Karenzzeit ist mit Vorsicht zu genießen. Einiges ist noch ungeklärt. Zum Beispiel, ob die Verletzung konservativ behandelt oder operiert wird. Letzteres wäre für den Unterfranken der pure Albtraum. Eine OP-Narbe am Muskel bedeutet: „Im Regelfall ist dann nichts mehr so wie vorher.“ Außerdem würde sich die Ausfallzeit erheblich verlängern.

Reiner Leitl zeigte sich genervt von der Hiobsbotschaft: „Das ist ein Verlust für uns“, gab der BCF-Coach nach der Begegnung zu Protokoll. Der 54-Jährige glaubt, dass dieser Unfall bei mehr Weitsicht und Bedacht zu vermeiden gewesen wäre. Warum musste Höferth am Mittwoch in Rosenheim auflaufen, obwohl der Oberschenkel bereits beim Aufwärmen gezwickt hatte? Leitl räumt ein, es sei stets schwierig „den Spieler die Entscheidung treffen zu lassen“.

Jetzt hat der BCF - auf bayerisch gesagt - seinen Dreck im Schachterl. Schließlich dreht sich im Farcheter Spiel fast alles um den ehemaligen Junioren-Nationalkicker. Allerdings ging es in den jüngsten beiden Partien auch ohne Höferth. Doch wie lange lässt sich der Ausfall kompensieren? Seine Dynamik, sein Ehrgeiz, der absolute Wille machen den 26-Jährigen einzigartig für die Mannschaft. Leitl gibt sich trotzig. Der BCF könne ob der Hiobsbotschaft fortan „nicht das Fußballspielen einstellen“. Der Kader sei heuer ausreichend gut bestückt, um den Ausfall zu kompensieren. „Das war letztes Jahr nicht der Fall.“ Da war Höferth mit zehn Treffern - plus entscheidendem Tor zum 2:0 im Relegationsspiel gegen Holzkirchen - maßgeblich am Klassenerhalt beteiligt. Der mögliche Vorteil: Die Flößerstädter sind nicht mehr so leicht auszurechnen. Das spezielle Augenmerk der Gegner auf Wolfratshausens Ausnahmekicker entfällt.

Höferth selbst stehen bange Tage bevor. Fünf Tage auf Krücken, danach vier weitere Wochen ohne jegliche Belastung des schadhaften Muskels. Kein Fußball, kein Fitness - gar nichts. Erst dann fällt die Entscheidung, wie aus medizinischer Sicht weiter verfahren wird. (or)

Quelle: fussball-vorort.de

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