Von der Kreisklasse in die Landesliga

SV Bad Heilbrunn: Dritter Aufstieg in Folge - Klare Devise für Landesliga-Kader

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...der Rest war überbordender Jubel: Die Heilbrunner feiern im Vereinsheim Meisterschaft und Aufstieg in die Landesliga, die seit Samstagnachmittag bereits drei Spieltage vor Saisonende feststehen.

Es ist vollbracht: Der SV Bad Heilbrunn, vor viereinhalb Jahren noch Tabellenletzter der Kreisklasse, schafft den dritten Aufstieg in Folge und spielt kommende Saison in der Landesliga.

Das Bezirksliga-Team, fast nur mit Heilbrunner Spielern, legte am Freitag mit dem 3:0-Sieg gegen Schlusslicht Denklingen vor und konnte nach dem 2:2 des einzig verbliebenen Verfolgers SVN München am Samstagnachmittag jubeln: Mit elf Punkten Vorsprung steht das Team von Walter Lang drei Spieltag vor Schluss uneinholbar als Meister fest. „Es ist unfassbar, so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt der HSV-Trainer.

Er und die Mannschaft sahen am Samstagnachmittag dem Spiel der eigenen Reserve zu – und verfolgten via Live-Ticker die Partie SVN gegen Raisting. „Niemand hat damit gerechnet, dass sie Punkte lassen würden“, sagt Lang. Doch dann gerieten die Münchner mit 1:2 in Rückstand, glichen zehn Minuten vor Schluss aus, der Schluss war Bangen pur. Es blieb beim 2:2, der Rest war überbordender Jubel im Vereinsheim in Heilbrunn. Die Spieler hüpften in ihren neuen Meister-T-Shirts herum, fielen sich in die Arme, Schreie, Freude, Gesänge. „Da läuft’s einem kalt den Buckel runter“, sagt Lang. „Wir haben gefeiert“, sagt Vorsitzender Robert Rieker.

SV Bad Heilbrunn im heimischen Naturheilmittel-Stadion ungeschlagen

Eine Feier, die sich lange hinzog, noch nicht beendet ist, und sicher auch in den kommenden Wochen immer wieder aufgefrischt wird. „Man muss schauen, wo wir herkommen“, sagt Rieker. „Zu meinem 40. Geburtstag habe ich mir zwei Aufstiege in Folge gewünscht, jetzt sind es drei. Es ist unfassbar, das sind ganz besondere Momente, es ist einfach große Zufriedenheit.“ Lang: „Wir können das jetzt einfach genießen.“

Dass die Heilbrunner als Kreisliga-Aufsteiger wieder vorne mitmischen würden, hatte der Trainer vor der Saison noch ausgeschlossen. Er bezweifelte, dass Cleverness, Routine oder Kaltschnäuzigkeit für die höherer Liga ausreichen würden. Doch sein Team belehrte ihn eines Besseren. „Unglaublich, was die Spieler für eine Entwicklung hingelegt haben.“ Auch der erfahrene Kapitän Sebastian Mertens ist verblüfft: „So etwas habe ich noch nie erlebt, einfach unfassbar.“

Vielleicht war die Spielklasse 2018/19 nicht die schwierigste Bezirksliga aller Zeiten. Doch mit SVN München, 1. FC Penzberg oder auch Unterfaffenhofen, FC Anadolu Bayern und Raisting gab es durchaus starke Konkurrenz. Und Heilbrunn brachte das Kunststück fertig, alle 13 Heimspiele zu gewinnen – mit 32:4 Toren, neun Partien ganz ohne Gegentreffer. Basierend auf einer bombensicheren Abwehr war das Faustpfand vor allem das schnelle Umschaltspiel – der Wechsel von Rückwärtsbewegung bei Ballbesitz des Gegners und eigenem Ballgewinn mit Aufziehen der Offensive. Auf dieses System, das vor allem auf die Sechser zwischen Abwehr und Mittelfeld aufbaut, legt Trainer Lang größten Wert.

Zusammenhalt als Erfolgsgeheimnis: Heilbrunn geht geschlossen in die Landesliga

Auch spielerisch hielten die Heilbrunner problemlos mit. „Sonst könnte man kaum aufsteigen.“ Zudem steht der HSV auch in der Fairnesstabelle souverän vorne: Durchschnittlich eine gelbe Karte pro Spiel – die Konkurrenz kassierte mindestens doppelt so viele – und nur eine einzige Gelb-Rote: unfassbare Werte. „Vielleicht waren wir sogar etwas zu brav“, sagt Lang. „Aber wir haben es eben auf andere Weise gelöst.“

Zum Beispiel durch fairen Kampf und mannschaftliche Geschlossenheit. „Das war sicher auch entscheidend für die konstanten Leistungen“, lobt der Trainer. Keiner gab ein Spiel verloren, selbst in kraftraubenden Spielen scheute niemand einen 40-Meter-Spurt kurz vor Schluss, wenn es noch ein Gegentor zu verhindern galt. „Die starke Abwehr liegt nicht nur an den Verteidigern“, sagt Lang. „Sondern das ganze Team hat nach hinten gearbeitet.“ Bei den Heilbrunnern, die sich zu großen Teilen von klein auf kennen, opferte sich jeder für jeden auf. „Mich freut es vor allem für die Buam, dass sie diesen Erfolg geschafft haben“, sagt der Coach. „Das nehmen sie für das Leben mit, das werden sie nie vergessen. Es freut mich auch für den Verein, und mir selbst bedeutet es auch brutal viel.“

Auch wenn keiner der Heilbrunner sich nun Gedanken über die Zukunft in der höheren Liga machen möchte – ein paar Dinge gibt es durchaus zu klären. Das sind zum einen Details, die die Landesliga mit sich bringt, wie zum Beispiel eine Stadionordnung. Zum anderen Dinge wie Trainingsbedingungen und Kaderplanung. Doch es steht bereits fest, dass die Mannschaft zusammenbleiben, vielleicht um zwei oder drei Spieler in der Breite verstärkt wird. Doch auch für die Neuzugänge gilt: Spieler mit höherklassiger Erfahrung, die Geld erwarten, wird es nicht geben. „Es macht auch keinen Sinn, das Team groß zu verändern“, stellt Lang klar. „Besser kann man kaum zusammenspielen.“

Quelle: Merkur.de

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