1. tz
  2. Sport
  3. Amateure

„War nie der große Plan“ - SV Eichenrieds einmaliger Endspurt zum Kreisliga-Aufstieg

Erstellt:

Von: Tobias Fischbeck

Kommentare

Die Eichenrieder Meistermannschaft (hintere Reihe, v. l.): Vizechef Alfred Stangl, Coach Stefan Huber, Fabian Altstädtler, Patrick Lommer, Markus Hanusch, Michael Kopp, Daniel Wiskitenski, Max Roßkothen, Jonas Tillmann, Hansi Diop, Marco Ender, Vorsitzender Stefan Huber, Torwarttrainer Andi Hirner, Edelfan Marin Spitzl, Betreuerin Johanna Weber; (vordere Reihe, v. l.) Maxi Hofmeister, Stefan Adam, Kurbe Lommer, Jonas Dreiseitel, Justin Bauer, Jeremy Bauer, Flo Bies, Nico Gruber, Jakob Krütten, Max Geltl, Basti Mandler, Daniel Daffner, Philipp Traa und Torwart-Trainer Sepp Hobelsberger; (vorne, liegend) Maxi Kirmeyer.
Die Eichenrieder Meistermannschaft (hintere Reihe, v. l.): Vizechef Alfred Stangl, Coach Stefan Huber, Fabian Altstädtler, Patrick Lommer, Markus Hanusch, Michael Kopp, Daniel Wiskitenski, Max Roßkothen, Jonas Tillmann, Hansi Diop, Marco Ender, Vorsitzender Stefan Huber, Torwarttrainer Andi Hirner, Edelfan Marin Spitzl, Betreuerin Johanna Weber; (vordere Reihe, v. l.) Maxi Hofmeister, Stefan Adam, Kurbe Lommer, Jonas Dreiseitel, Justin Bauer, Jeremy Bauer, Flo Bies, Nico Gruber, Jakob Krütten, Max Geltl, Basti Mandler, Daniel Daffner, Philipp Traa und Torwart-Trainer Sepp Hobelsberger; (vorne, liegend) Maxi Kirmeyer. © Christian Riedel

Einen Autokorso hat Eichenried vermutlich seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 nicht mehr gesehen.

Eichenried – Am vergangenen Wochenende war es so weit, der Meisterschaft des SVE sei Dank. „So viele strahlende und glückliche Gesichter habe ich wirklich noch nie in meinem Leben gesehen. Das war einzigartig. Man sieht, dass ganz Eichenried hinter der Mannschaft steht“, sagt Trainer Stefan Huber. Er ist immer noch ergriffen.

Der SV Eichenried war die Mannschaft der Kreisklassen-Saison 2021/22. Doch ausgesehen hatte es danach nicht immer. Im Schatten des Favoriten und Nachbarn FC Moosinning 2 mauserte sich der SVE vom Außenseiter zum souveränen Meister. Dabei, betont der gerade einmal 31-jährige Meister-Coach, habe man zu Saisonbeginn eigentlich nur einen Umbruch herbeiführen wollen. Verdiente Spieler seien verabschiedet, neue dazugeholt worden, und es habe erst eine neue Hierarchie entstehen müssen. „Es war nie der große Plan, dass wir im ersten Jahr, in dem ich das Traineramt übernehme, den Meistertitel holen“, beteuert Huber.

In einer wechselhaften Vorbereitung wollte er seinen Mannen erst einmal seinen taktischen Plan einimpfen. „Testspiel-Ergebnisse sind immer schwer zu bewerten. Davon habe ich mich nicht beeinflussen lassen. Ich habe mir das Spiel meiner Mannschaft angeschaut. Und da war ich schon zuversichtlich, dass wir gut in die Vorrunde starten werden“, so der Coach, der in Bogenhausen wohnt.

Recht hatte er. Der SVE startete mit neun Spielen ohne Niederlage und sechs Siegen am Stück in die neue Saison. „Da war für mich klar, dass wir eine Rolle in der Liga spielen können. Aber ob es für den ganz großen Wurf reicht, weißt Du in diesem Moment natürlich nicht“, so Huber, der seinen Lebensunterhalt als Entwicklungsingenieur für Schiebedächer in der Automobilindustrie verdient.

Es folgte im zehnten Saisonspiel der erste große Dämpfer im Derby gegen Moosinning: „Da musste ich eine halbe Stunde vor dem Spiel die komplette Innenverteidigung ersetzen“, so Huber. Es folgte die schwierigste Phase der Saison. Eine komplette Elf war ausgefallen. „Ich habe einen sehr, sehr ausgeglichenen, großen Kader. Da haben auch andere Trainerkollegen gestaunt, weil wir selbst da noch nachlegen konnten.“

Bis zur Winterpause holte Eichenried aus sechs Spielen nur noch sieben Punkte. „Da hat man gemerkt, jetzt braucht man Geduld“, so der Coach, der beim TSV 1860 München groß geworden ist und mit Spielern wie Kevin Volland in der Jugend in der Bundesliga zusammen gespielt hat. Gegenwind aber gab es keinen für den jungen Coach. „Man hat die Situation seriös bewertet und gesehen, uns fehlen neun, zehn Leut. Wir haben uns gesammelt und uns gesagt: ,Wir wollen jetzt Platz zwei sichern’“, so der Ex-Hachinger.

Das hat nicht ganz funktioniert. Denn Eichenried startete nach der Winterpause, in der der Fokus auf der körperlichen Arbeit lag, eine neue Serie. Alle neun verbleibenden Spiele wurden gewonnen, sechs davon zu null – auch gegen den vorigen Spitzenreiter Moosinning. Huber: „Im Winter haben wir noch einmal einen, ich würde sogar sagen zwei Schritte nach vorn gemacht.“

Als Meister geht’s nun in die Kreisliga. Huber denkt schon weiter und hat seine Vorstellungen, wie es in der kommenden Saison aussehen soll: „Klassenerhalt mit einem attraktiven Fußball“, so umschreibt er das nächste Saisonziel. Dazu steht auch bereits der erste Neuzugang fest. So haben die Eichenrieder Fabian Altstädtler vom FC Dreistern-Neutrudering verpflichtet. Man bewerte derzeit den Kader und wolle die Augen nach Neuverpflichtungen offenhalten.

Einen großen Umbruch, wie vor der Aufstiegssaison, werde es laut Huber diesmal aber nicht geben. „Wir haben effektiv mit 17, 18 Mann gearbeitet, und da wollen wir uns jetzt noch einmal breiter aufstellen“, so der Meister-Coach. Sein persönliches Ziel ist die B-Lizenz. „Ich möchte natürlich auch als Trainer eine tolle Karriere haben“, so Huber, der aus einer „dunkelblauen“ Familie kommt. Vorbild dabei ist sein ehemaliger Löwen-Jugendtrainer Alexander Schmidt. Dessen Stationen im Profibereich können sich sehen lassen: 1860 München, Dynamo Dresden, Jahn Regensburg und Türkgücü München. Zu Schmidt habe er immer noch ab und an Kontakt. Im Herrenbereich habe er einiges von Michael Wagner, „Trainerlegende“ Anton Plattner, oder Thomas Seethaler mitnehmen können. Seine Spielerkarriere hat Stefan Huber noch nicht beendet, auch wenn er in der abgelaufenen Saison lediglich an der Seitenlinie stand. „Ich lasse die Aussage mal so stehen“, lässt er ein Hintertürchen offen, um vielleicht in der Kreisliga noch einmal gegen den Ball zu treten. Für sein Team startet Anfang Juli die etwa fünfwöchige Vorbereitung auf die neue Saison. (Tobias Fischbeck)

Auch interessant

Kommentare