Vor dem Anpfiff was fürs Herz

Erst Heiratsantrag, dann Heimerfolg! SV Ohlstadt kann nach Derby feiern

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Pure Romantik vor dem Derby: Ohlstadts Levent Karaca macht seiner Frau einen Heiratsantrag.

Roter Glitter säumt die Seitenlinie. Bekannte und Freunde scharen sich um Levent „Lenzi“ Karaca, dahinter versammeln sich die Fußballer des SV Ohlstadt und die Gäste aus Uffing.

VON OLIVER RABUSER

Ohlstadt – Ein großer Moment: Ohlstadts Rechtsverteidiger macht Freundin Güler einen Heiratsantrag – den sie annimmt. „She said yes“ – Sie hat Ja gesagt –, steht auf dem weißen Shirt, das Karaca unter seinem blauen Leiberl trägt.

So haben die Feierlichkeiten am Sonntagnachmittag für den SV Ohlstadt bereits vor Anpfiff zum Derby begonnen. Und sie gingen nach dem Abpfiff weiter. 2:1 gewannen die Gastgeber, für sie läuft die Saison also weiter positiv, wenngleich das von der Mannschaft gesteckte Ziel knapp verfehlt wurde. Nach 90 Tagen – so lange läuft die aktuelle Runde inzwischen – wollte der SVO 18 Pluspunkte gesammelt und maximal 14 Gegentreffer kassiert haben. Tatsächlich musste Kevin Ziener 15 Bälle aus dem Netz holen, auf der Habenseite stehen 16 Zähler. Für Jan Tischer dennoch eine gute Serie. „Wir wollen uns bis zum Winter oben festbeißen“, kommentiert der Coach das weitere Vorgehen. Ganz anders klingt der Plan in Uffing. „Mund abwischen, weiter machen – auch wenn es mit jeder Niederlage schwerer fällt“, sagt Trainer Thomas Neumeier nach dem sechsten Streichresultat im Aufstiegsjahr.

Gerade zwei Minuten waren gespielt, als Bernhard Kurz einen direkten Freistoß aus 18 Metern und zentraler Position flach in die linke Torecke jagte. Maximilian Schwinghammer war in die Zange genommen worden, eine der wenigen souveränen Entscheidungen einer von beiden Seiten kritisch beäugten Schiedsrichterleistung. Dann bedankte sich Karaca auf seine Weise für das Spalier der Kollegen. Sein raumgreifender Flugball auf Schwinghammer leitete das 2:0 der Platzherren ein, bei dem sich der Torjäger agiler und entschlossener zeigte als sein Gegenspieler Philipp Jarosch.

„Die erste Halbzeit geht klar an Ohlstadt“, räumte Neumeier ein. Zumal Kurz noch an einer Hereingabe vorbeirauschte, obendrein Schwinghammer sich frei vor dem Tor regelwidrig behandelt fühlte. Vor allem zwei Punkte monierte Neumeier: „Zu weit weg vom Gegner und eroberte Bälle postwendend verloren.“ Besser wurde es mit der Hereinnahme von Felix Hoffmann und Philipp Destek. Tischer mahnte seine Elf vor einem möglichen Gegentor, das man „auf keinen Fall zulassen“ dürfe. Dennoch nahm sich das Team beim 2:0 wie so oft etwas zurück, ohne jedoch völlig vom Kurs abzuweichen. „Im Zweikampf war immer noch viel Wille dabei“, lobte der Coach.

Dass es am Ende noch einmal brisant wurde, lag an verbesserten Uffingern und an einer heiklen Szene, die der Unparteiische zur Empörung der Gastgeber gegen die Ohlstädter wertete. Der Kontakt an Yannic Freys Fuß war bei dessen Eintritt in den Sechzehner klar zu vernehmen, doch der Elferpfiff blieb aus. Uffing konterte und bekam seinerseits den Strafstoß, als Ziener Ball und Gegenspieler in einem Aufwasch abräumte. „Durch eine Fehlentscheidung kommen wir wieder ins Zittern“, mosert Tischer.

Uffing schob nun mutiger nach vorne, schuf sich aber keine hochkarätigen Chancen mehr. Ihm fehle ein Kicker wie Schwinghammer, der „durch seinen Körper im Sechzehner Rabatz macht. Dieser Spieler ist bei uns verletzt“, sagt Neumeier mit Blick auf Georg Kutter. Der SVO hatte durch Hannes Fischer und Kurz die gute Möglichkeit zur Vorentscheidung. Doch blieb es letztlich beim knappen Heimerfolg der Ohlstädter, den Neumeier als gerecht anerkannte. Das Lob an sein Team: „Die Reaktion in der zweiten Halbzeit hat gepasst.“

Quelle: Merkur.de

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