Pullacher Absage an den Toto-Pokal

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Robert Bäumel , der Manager des SV Pulach, sagte für die Raben beim Bayerischen Fußballverband ab.

Bayernligist SV Pullach nimmt an der Fortführung des Toto-Pokals nicht teil.

Pullach – Die wegen Corona in die Verlängerung gegangene Saison 2019/21 der bayerischen Fußball-Amateurligen ist faktisch zu Ende, der Toto-Pokal 2020/21 wurde hingegen noch nicht abgesagt. Schließlich geht es dabei für den Sieger um die Teilnahme am DFB-Pokal 2021/22. Nun hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) angekündigt, unter welchen Bedingungen es in diesem Wettbewerb sowie im neu geschaffene Liga-Pokal für Regionalligisten, dessen Gewinner sich ebenfalls für den DFB-Pokal qualifiziert, weitergehen soll.

Demnach steht es den Regionalligisten und den noch verbliebenen 24 Toto-Pokal-Teilnehmern frei, ob sie an ihrem Startrecht festhalten oder darauf verzichten. Die Regionalligisten müssen dies dem BFV bis Freitag mitteilen, die Vereine von der Bayernliga abwärts bis zum kommenden Montag, 10. Mai. Nach Rückmeldung der Klubs und der dann feststehenden Teilnehmerzahl wird der Verband die Spielpläne für die beiden Wettbewerbe erstellen, die bis spätestens 29. Juni über die Bühne gehen sollen.

Als einziger Verein aus dem südlichen Landkreis ist der SV Pullach von diesem Thema betroffen. Die Raben hatten sich in der Qualifikationsrunde der Bayernligisten überraschend gegen den FC Deisenhofen mit 3:0 durchgesetzt, wären im November dann ursprünglich zu Gast beim FC Penzberg gewesen. Diese Runde fiel jedoch dem Infektionsgeschehen zum Opfer und damit hat sich der Toto-Pokal für den SVP auch erledigt, wie der Sportliche Leiter Theo Liedl verrät: „Unser Manager Robert Bäumel hat am Freitag abgesagt.“ Die Unsicherheit, ob und wann die Behörden Pokalspiele zulassen würden, sei angesichts des Infektionsgeschehens zu groß, findet Liedl.

Und selbst wenn die Erlaubnis käme, gebe es noch reichlich Argumente gegen den Verbleib im Wettbewerb: „Du brauchst die Hygienemaßnahmen, dann hast du auch keine Zuschauer.“ Vor allem aber stehe eine vernünftige sportliche Planung dem Pokal entgegen: „Wir haben wochenlang gar nichts gemacht, dann ginge es sofort in den Wettkampfmodus, von null auf hundert, da ist meines Erachtens auch die Verletzungsgefahr zu groß. Die Mannschaft müsste außerdem bis Juni durchtrainieren.“

Unmittelbar danach würde sich dann aber schon die Vorbereitung auf die neue Saison anschließen, was einem gezielten Formaufbau entgegenstünde.

„Das Ganze ist uninteressant“, fasst Liedl die Pokal-Perspektiven zusammen. „Besonders, wenn du auswärts fahren musst. Nach Penzberg ginge es noch, aber wenn du weiter weg musst, hast du außer Kosten nichts gehabt.“

Immerhin gibt es für die Vereine, die sich freiwillig aus dem Toto-Pokal zurückziehen, ein finanzielles Trostpflaster. Man werde diese Klubs „mit einer paritätischen Ausschüttung der jetzt noch zur Verfügung stehenden Prämien entschädigen“, heißt es in einer BFV-Mitteilung. „Was da raus kommt, weiß ich nicht“, so Liedl, der zwar keinen großen Geldsegen erwartet, aber: „Es ist zumindest eine faire Lösung.“

UMBERTO SAVIGNANO

Quelle: Merkur.de

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