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Anzeige-Eklat: „Etwas, das ich lieber unterlassen hätte“ – Egenburg wollte Sulzemoos nichts Übles

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Von: Moritz Bletzinger

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Patrick Belitz (SV Günding, l.) verweist auf das Regelwerk – Stefan Naßl (VfL Egenburg) bereut seine unbedachte Äußerung.
Patrick Belitz (SV Günding, l.) verweist auf das Regelwerk – Stefan Naßl (VfL Egenburg) bereut seine unbedachte Äußerung. © SV Günding/VfL Egenburg

Streit im Dachauer Hinterland. Der SV Günding hat den SV Sulzemoos angezeigt und auch der VfL Egenburg soll Aktien in der Geschichte haben. Jetzt reagierten die Vereine.

Sulzemoos – Der SV Sulzemoos ist wütend und enttäuscht von seinen Nachbarn. Der SV Günding hat den eigentlich eng befreundeten Klub angezeigt. Der Tipp, dass ein SVS-Akteur nicht spielberechtigt war, soll aus Egenburg gekommen sein.

Aus Sulzemooser Sicht ist die Geschichte um die Anzeige zum Ausflippen. Mit dem SV Günding wurde am Samstag nach dem Spiel noch gemeinsam gefeiert und die Gäste sollen beteuert haben, dem BFV nichts zu melden. Einen Tag später ging die Mail aber raus. Und auch das noch: Die Info über den Regelverstoß sickerte von Egenburg nach Günding. In der Jugend arbeiten Egenburg und Sulzemoos in der SG Sulzemoos/Egenburg/Odelzhausen zusammen. SVS-Abteilungsleiter Dennis Reith denkt jetzt darüber nach, die Spielgemeinschaft zu kündigen.

Anzeige: SV Günding verweist auf Regelwerk – Fußballabteilung „sah sich gezwungen, an den BFV zu melden“

Wieso hat der SV Günding den Nachbarverein angezeigt? Wurde tatsächlich vorher versprochen, davon abzusehen? Und wie gestaltet sich die Rolle des VfL Egenburg wirklich? Jetzt melden sich die Verantwortlichen der beiden Klubs zu Wort.

Gündings Abteilungsleiter Patrick Belitz fasst sich kurz. Am Samstag habe er noch nichts vom Sulzemooser Regelverstoß gewusst. Versprechungen seien von seiner Seite keinesfalls gemacht worden, betont er: „Am Sonntag wurde der Fußballabteilung des SV Günding zugetragen, dass eventuell ein Fehlverhalten des SV Sulzemoos vorlag. Da die Fußballabteilung in der Verantwortung des Vereins steht, sah sie sich gezwungen, an den BFV zu melden. Nun muss dieser Entscheiden, ob es sich um ein Fehlverhalten gehandelt hat.“

VfL Egenburg wollte Sulzemoos nichts Schlechtes – Naßl hadert: „Etwas, das ich lieber unterlassen hätte“

Ausführlicher äußert sich Egenburgs Jugendleiter Stefan Naßl, der selbst unglücklich über die Entwicklung ist. „Das ist sehr blöd gelaufen“, sagt er: „Ich gestehe ein, dass mir Sonntag-Mittag beim Durchschauen der Spielberichte der Nachbarvereine der Einsatz von Stefan Eckstein ins Auge gestoßen ist und ich im Familienkreis auch den Regelverstoß angesprochen habe. Aufgrund der Kreise die der Vorfall nun gezogen hat: Etwas, das ich lieber unterlassen hätte.“

Sein Bruder hat die Information offenbar weitergetragen. Von einer Bier-Forderung hat Stefan Naßl aber nichts mitbekommen. Kaltgetränke könne man sich in Egenburg selbst leisten. Und noch wichtiger: „Mir ist es ehrlich gesagt wurst, wie sich Sulzemoos und Günding bei einem Spiel trennen. Wir spielen nicht in der selben Liga, noch nicht einmal im selben Fußballkreis.“

VfL Egenburg versteht Rolle im Anzeige-Streit nicht – „schon einen Tag vorher scheinbar ausgeräumt“

Einige Dinge stoßen ihm aber doch sauer auf. „Auffällig ist der offensichtliche Widerspruch, dass die Sulzemooser schon am Samstag-Abend mit den Gündingern über den Vorfall gesprochen haben wollen“, beklagt Naßl, „zu diesem Zeitpunkt war mir der Vorfall noch nicht bekannt. Ich habe erst am Sonntag gesehen, dass die betreffenden Spiele stattgefunden haben.“

Naßl rätselt: „Somit stellt sich schon die Frage, was der VfL Egenburg überhaupt mit dem Vorfall zu tun hat, wenn dieser doch schon knapp einen Tag vorher durch die beiden betreffenden Vereine scheinbar in geselliger Runde ausgeräumt wurde.“

„Unbedachte Äußerung im Familienkreis“: Egenburg-Jugendleiter bereut Eklat um Sulzemooser-Wechselfehler

Außerdem betont Naßl, er habe Sulzemooser Funktionäre in der Vergangenheit „nicht nur einmal auf solche Geschichten aufmerksam gemacht“. Die Regularien zum Einsatz von Jugendspielern sollten eigentlich bekannt sein, mahnt er. Außerdem hätte er sich eine bessere Kommunikation des SV Sulzemoos gewünscht, um dem verärgerten Partnerverein seine Sicht der Dinge zu schildern. Eine böse Absicht hatte der Egenburger Jugendleiter nie.

Ein klärendes Gespräch ist jetzt zwischen den Vereinen wohl auf jeden Fall notwendig. Viel Ärger, den sich Naßl am liebsten gespart hätte: „Das meinem Verein und mir der Wechselfehler der Sulzemooser durch meine unbedachte Äußerung im Familienkreis nun so auf die Füße fällt, ist sehr ärgerlich.“ (moe)

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