Neues Trainergespann eingestellt 

SV Sulzemoos: Der doppelte Markus setzt auf einen konstruktiven Dialog

Ziehen an einem Strang: SVS-Fußball-Abteilungsleiter Paul Kronseder (links) ist fest davon überzeugt, dass die Doppellösung auf der Trainerposition mit Markus Wagenpfeil (rechts) und Markus Niedermeyer ein Erfolg wird und den SV Sulzemoos voran bringen wird. 
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Ziehen an einem Strang: SVS-Fußball-Abteilungsleiter Paul Kronseder (links) ist fest davon überzeugt, dass die Doppellösung auf der Trainerposition mit Markus Wagenpfeil (rechts) und Markus Niedermeyer (Bild unten) ein Erfolg wird und den SV Sulzemoos voran bringen wird.  

SV Sulzemoos verpflichtet Wagenpfeil und Niedermeyer als Nachfolger des scheidenden Trainers Christian Leßmann, Wagenpfeil ist bereits als sportlicher Leiter im Verein aktiv. 

SulzemoosDer SV Sulzemoos hat einen neuen Trainer – genauer gesagt: ein neues Trainer-Duo. Markus Niedermeyer und Markus Wagenpfeil folgen auf Christian Leßmann, der im Sommer aufhört.

Ob das neue Trainer-Duo den Verein in der Bezirksliga übernehmen oder eine Klasse tiefer starten wird, das liegt nicht in ihrer Hand. Doch das sei erst einmal nicht so wichtig. „Wir sind sehr glücklich, dass es die beiden machen wollen“, sagt Paul Kronseder, der Fußball-Abteilungsleiter des SVS. Er fügt an: „Beide haben noch keine Trainererfahrung im Seniorenbereich, aber da gehen wir neue Wege. Sie kennen den Verein und waren schon in der Jugend in Sulzemoos.“ Kronseder ist überzeugt: „Niedermeyer und Wagenpfeil – das klappt.“

Nach Lessis Absage beginnt die Suche

Markus Wagenpfeil war als sportlicher Leiter in die Trainersuche involviert. Dass er selbst ein Kandidat werden würde, hatte er so nicht auf dem Schirm. Der 32-Jährige wusste, dass er im Sommer einen neuen Trainer braucht. Leßmann hatte während der Saison von Peter Held übernommen, aber nicht geplant, nach der Saison weiterzumachen.

„Trotzdem haben wir im Dezember mit Lessi gesprochen. Nachdem klar war, dass wir ihn nicht umstimmen können, mussten wir uns etwas anderes überlegen“, verrät Wagenpfeil.

Niedermeyer muss nicht lange überlegen

Der Prozess startete und mit ihm eine Idee: Niedermeyer sollte ein Teil eines neuen Trainerteams werden. „Wir wollten ‚Kuse‘ aus Niederroth zurückholen und haben ihn gefragt, ob er sich vorstellen könnte, Teil einer Trainer-Doppellösung zu werden“, erzählt Wagenpfeil.

Niedermeyer wollte. Er scheut sich nicht davor, Verantwortung zu übernehmen. „Ich bin in der Arbeit Abteilungsleiter, war während meiner aktiven Zeit im Mannschaftsrat und habe als Führungsspieler die eine oder andere Motivationsrede gehalten“, so der neue Coach.

Den Verein kennt er in- und auswendig. „Ich habe meine ganze Jugend beim SVS verbracht“, sagt Niedermeyer.

Nach dem Wechsel in den Seniorenbereich spielte er zunächst in der zweiten Mannschaft. Der Beruf ging vor. „Ich habe erst einmal die Technikerschule gemacht“, erzählt der 34-Jährige. Nachdem er erfolgreich abgeschlossen hatte, schaffte er den Sprung in den Bezirksliga-Kader und avancierte zum Stammspieler. „Ich war immer einer, der über den Kampf gekommen ist“, so Niedermeyer.

Vor der laufenden Saison verließ Markus Niedermeyer den SV Sulzemoos, er schloss sich dem KreisligistenSV Niederroth an.

Im Mai wird Niedermeyer 35 Jahre alt, ans Aufhören dachte er aber eigentlich nicht: „Ich fühle mich noch ziemlich fit und wollte weiter spielen.“ Dann fragte sein Herzensverein an.

Vage Idee mutiert zu einer Traumlösung

Der SVS hatte nun erst einen Teil des Trainerteams, was fehlte, war Niedermeyers Partner. „Eigentlich hatten wir einen Spielertrainer im Kopf. Nachdem uns alle Kandidaten abgesagt hatten, mussten wir uns etwas anderes überlegen“, erzählt Wagenpfeil.

Der Verein wusste, dass Wagenpfeil in naher Zukunft Trainer werden möchte. „Ich mache den B-Schein und hatte vor, als Trainer oder Spielertrainer woanders anzufangen. Gespräche gab es. Das habe ich auch unserer Vorstandschaft mitgeteilt“, erzählt Wagenpfeil.

Abteilungsleiter Kronseder & Co. überlegten: Warum eigentlich nicht die Eigengewächse Niedermeyer und Wagenpfeil? Sie fragten Wagenpfeil.

„Eigentlich wollte ich meine Trainerkarriere nicht in Sulzemoos starten. Wie sieht das denn aus, wenn sich der sportliche Leiter selbst zum Trainer macht“, sagt Wagenpfeil. Als er gefragt wurde, änderte sich das: „Das ist wie ein Traum. Und das ganze mit einem meiner besten Spezln zusammen zu machen – besser geht es nicht.“

Auch Niedermeyer freut sich auf die Herausforderung. Ganz ohne Trainererfahrung sind beide nicht: „Ich habe mit ‚Wange‘ ein Jahr die A-Jugend trainiert. Das hat damals gut funktioniert.“

Beide denken Fußball ähnlich, das wurde ihnen wieder bewusst, als sie sich zusammensetzten und über die Dinge redeten, die ihnen rund um die neue Aufgabe wichtig sind. „Wir haben unsere Ideen zu Papier gebracht. Es gab sehr viele Übereinstimmungen“, erzählt Niedermeyer.

Dann fügte er an: „Ich glaube aber, dass gerade die Sachen, bei denen wir nicht einer Meinung sein, unsere Stärke werden könnten.“ Der Blick aus einem anderen Winkel kann nicht schaden.

Weitere Aufgaben werden umverteilt

Der Posten des sportlichen Leiters bleibt erst einmal offen. „Wir schauen uns um. Wenn wir niemand finden, der passt, werden wir die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen“, sagt Abteilungsleiter Kronseder. Er ist mit der Entscheidung der internen Doppellösung zufrieden. „Ich blicke äußerst positiv in die neue Saison.“

Ob der SVS dann in der Bezirks- oder Kreisliga spielen wird, hängt davon ab, wie der BFV im Fall eines Saisonabbruchs entscheidet. „Sollten wir runtergehen, ist der Wiederaufstieg unser Ziel“, sagt Wagenpfeil.

Mit der neuen Trainerlösung und den beiden „Novizen“ Niedermeyer und Wagenpfeil geht der Verein zwar ein kleines Risiko ein, beide kennen aber Klub und Mannschaft. Und sie verstehen sich so gut, dass interne Streitigkeiten nicht zu größeren Problemen führen sollten. „Wir werden einen Teufel tun, und durch das Amt unsere Freundschaft riskieren. Ein Vorteil wird sein, dass wir beide nicht nachtragend sind“, sagt Wagenpfeil.

(MORITZ STALTER)

Quelle: Merkur.de

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