50 Minuten Bestleistung genügen

SVH-Coach Schmitt adelt Team: "Ein Top-Spiel. Hut ab!"

Alarmstufe rot: Wenn Kazuki Date (links) und Orhan Akkurt im Holzkirchner Strafraum auftauchen wird’s gefährlich. Foto: Andreas Leder

Der SV Heimstetten stürmt in Holzkirchen zu einer 5:0-Führung, dann bekommen die Trainer „noch mal richtig Bauchschmerzen“.

Bevor er in seiner Spielanalyse zum Aber kommt, „das diesmal leider ein sehr großes Aber ist“, so Christoph Schmitt, spendiert der Trainer des SV Heimstetten erst einmal ein seltenes Rundumlob. „Richtig stark“ habe seine Elf in den ersten fünfzig Minuten der Bayernligapartie beim TuS Holzkirchen agiert. Auf einem Rasen, den man auch als Acker bezeichnen könnte, habe man „alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, so Schmitt. „Die Jungs haben ein Top-Spiel gemacht. Hut ab!“

So weit die Hymne des Trainers, die sich auch im Ergebnis widerspiegelt: In der 22., 28., 35., 40. und 49. Minute landet das Spielgerät jeweils im Netz der Platzherren, sodass der Spitzenreiter nach etwas mehr als einer Halbzeit mit 5:0 führt. Doch ein Fußballspiel – und jetzt muss das Phrasenschwein seine Ohren kurz mal zuhalten – dauert eben nicht 50 sondern 90 Minuten, was einen zu Schmitts großem Aber bringt.

Denn so rosig seine Worte für den ersten Teil der Partie ausfallen, so offen kritisiert der Coach die Leistung in den folgenden 40 Minuten: „Da sind wir gar nicht mehr reingekommen und haben zu viele Zweikämpfe verloren.“ So habe plötzlich der Gegner gedrängt und überdies drei Tore erzielt, sodass Schmitt gar von einer „Zitterpartie“ spricht. „Ein erfahrener Trainer wäre da vielleicht ruhiger geblieben“, sagt der Coach. „Aber wir drei“ – er selbst sowie die Co-Trainer Lennart Hasenbeck und Memis Ünver – „haben da noch mal richtig Bauchschmerzen gekriegt“.

Wobei am Ende ja dennoch ein 5:3-Sieg für den SVH zu Buche steht, weshalb Schmitt selbst am besten weiß, dass er Jammern auf hohem Niveau betreibt. Schließlich bleibt seine Mannschaft in Holzkirchen nicht nur im 14. Spiel am Stück unbezwungen und erzielt bereits zum sechsten Mal in dieser Saison fünf oder mehr Tore. Sondern durch den Sieg verteidigt Heimstetten auch seine Spitzenposition in der Tabelle, ehe es am Samstag zum Top-Duell gegen den Dritten DJK Vilzing kommt.

Sollte der SVH dann erneut so loslegen wie in Holzkirchen, dürfte es schwierig für die Oberpfälzer werden. Nach feiner Vorarbeit von Orhan Akkurt ist es Sebastiano Nappo, der mit seinem 17. Saisontreffer den Torreigen eröffnet. Und danach geht es quasi im Fünf-Minuten-Takt weiter: Jeweils nach Ecken fallen ein Eigentor und das 3:0 von Akkurt, ehe Kazuki Date und erneut Akkurt das Ergebnis gar auf 5:0 schrauben.

Diesen Vorsprung hätte der SVH locker heimschaukeln können – oder müssen. Doch stattdessen gelingt dem TuS vom Anstoß weg das 5:1, „weil wir geschlafen haben“, moniert Schmitt. Fortan sind die Gastgeber deutlich stärker und bissiger, kommen folgerichtig zu zwei weiteren Toren und sorgen so für Unmut beim Gäste-Trainer. Wieder einmal habe sich gezeigt, so Schmitt: „Wenn wir nicht hundert Prozent geben, dann sind wir nicht besser als jede andere Mannschaft in dieser Liga.“

TuS Holzkirchen – SV Heimstetten 3:5 TuS Holzkirchen: Zeisel, Schulz, Doppler (73. Kiran), Preuhs, Höferth, Gulielmo, Korkor, Allgeier, Kaya, Hahn, Sontheim (84. Bahadir) - Trainer: SugzdaSV Heimstetten: Riedmüller, Mömkes, Hintermaier, Wellmann, Thomik (73. Duhnke), Beierkuhnlein, Schmitt, Regal, Date (65. Krause), Nappo, Akkurt (90. Zetterer) - Trainer: SchmittSchiedsrichter: Höpfler (Zell-Bruck) - Zuschauer: 180Tore: 0:1 Nappo (22.), 0:2 Hahn (28. Eigentor), 0:3 Date (35.), 0:4 Akkurt (40.), 0:5 Akkurt (49.), 1:5 Allgeier (50.), 2:5 Allgeier (61.), 3:5 Preuhs (68.)

Quelle: fussball-vorort.de

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