Teschke: "Bin dem Präsidenten nicht in den Rücken gefallen"

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FC Unterföhring - Der FC Unterföhring steht vor den wichtigsten Spielen der Vereinsgeschichte. Doch noch immer wirkt eine unschöne Geschichte nach: der Rauswurf von Trainer Dirk Teschke.

So spielt das Leben. Wie in einer Beziehung, die trotz aller Höhen und Tiefen letztlich doch gut funktionierte, von der durch ein extrem schmerzhaftes Ende allerdings nur noch der bittere Nachgeschmack übrig bleibt.

Ähnliches hatte sich vergangene Woche beim FC Unterföhring zugetragen. Dort hatte Trainer Dirk Teschke zu Saisonbeginn das Zepter von seinem erfolgreichen Vorgänger Alexander Ebner übernommen. Nach durchschnittlichem Saisonverlauf (Landesliga- Zwölfter mit 43 Punkten) ist eine Gesamt-Bewertung erst nach der Relegation möglich. Dort scheint man auf einem guten Weg. Nachdem die erste Runde gegen den TSV Bad Abbach erfolgreich bestanden wurde, lässt auch das torlose Hinspiel-Ergebnis im Duell mit dem FC Ergolding alle Möglichkeiten für das alles entscheidende Rückspiel am Donnerstag (17 Uhr) in Unterföhring.

Teschke allerdings ist mittlerweile nur noch Zuschauer. Mittelfeldspieler Andreas Faber hatte sich nach einem Gegentor im Rückspiel gegen Bad Abbach zu einer emotionalen Aussage in Richtung des Trainers hinreißen lassen („bei so einer Halbzeitansprache ist das doch kein Wunder“). Nachvollziehbar, dass er daraufhin von Teschke sofort ausgewechselt und mit einer Geldstrafe sowie einer Suspendierung für ein Spiel belegt worden war. Präsident Franz Faber stand zwar uneingeschränkt zu der Bestrafung seines Sohnes („wir sind ja keine Wirtshausmannschaft“), die Sperre jedoch wollte er aufheben, da „wir uns dadurch doch selber schaden“.

Zudem betont er, dass er bei „jedem anderen Spieler genauso verfahren wäre“. So stimmte er die Mannschaft mit einem flammenden Appell auf die bevorstehenden „wichtigsten Spiele der Vereinsgeschichte“ ein. „Der FCU wird die nächsten zehn Jahre wohl nicht mehr die Möglichkeit bekommen, in die Bayernliga aufzusteigen“, glaubt Faber. Als „persönlichen Affront“ fasste er deshalb auf, dass Teschke anschließend gemeinsam mit dem Mannschaftsrat die Suspendierung seines Sohnes bestätigte. „Die Strafe musste sein, es geht einzig und allein um das Strafmaß, und das bestimme ich, mein leitender Angestellter hat das zu akzeptieren“, erklärt er.

Teschke indes unterstreicht, dass „der Andi ja nicht zum ersten Mal durch mangelnde Disziplin aufgefallen ist“, er könne sich „nicht auf der Nase rumtanzen lassen“. Deshalb sehe er es „keineswegs so, dass ich dem Präsidenten in den Rücken gefallen bin, sondern eher umgekehrt, weil er mir in die Arbeit reinreden wollte“.

Faber aber fühlte sich „vor allen Leuten bloßgestellt“ und entband den 43-jährigen Übungsleiter von seinen Aufgaben, da es „jetzt um den Erfolg und nicht um das Ego des Trainers“ ginge. Schade jedenfalls, dass diese bis dahin durchaus intakte Beziehung ein so plötzliches und unrühmliches Ende finden musste.

Dieser Text erschien auf der Amateurfußballseite. Sie erscheint jeden Mittwoch im Münchner Merkur. Autoren sind Reinhard Hübner und Matthias Horner, erreichbar unter komsport@ t-online.de.

Quelle: fussball-vorort.de

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