Türkgücü-Neuzugang über Ziele

Thee: "Es ist klar, dass der Verein etwas vor hat"

Stephan Thee will mit Türkgücü-Ataspor in die Bayernliga. Foto: Michael Buchholz

Stephan Thee kommt als Leitwolf zum Tabellenzweiten der Landesliga Südost. Im großen Interview spricht er über die Gründe seines Wechsels von Buchbach zu Türkgücü-Ataspor, die Ziele mit seinem neuen Verein und die Aussicht auf zwei Saisonabschlussfeiern. 

Mit Stephan Thee hat sich Türkgücü-Ataspor in der Winterpause namhaft verstärkt. Der Ex-Profi weiß, wofür ihn der ambitionierte Landesligist geholt hat. Im Interview erklärt er, warum der Abgang aus Buchbach nötig war, wie es ihm nach seiner Verletzung aus der Vorrunde inzwischen geht und den drohenden Umweg über die Relegation in die Bayernliga. 

Nach vielen Jahren im höherklassigen Fußball führt Dich Dein Weg zum ersten Mal in die Landesliga. Glaubst Du, dass es für Dich eine große Umstellung von der Regional- auf die Landesliga wird?

Ich glaube, dass die Umstellung gar nicht so groß sein wird. Der größte Unterschied wird sein, dass wir in der Regionalliga oft gegen Teams gespielt haben, die unter professionellen Bedingungen trainiert haben und man das als Verein wie Buchbach natürlich nicht stemmen kann. Dadurch hat man den „professionellen“ Teams gegenüber oftmals Nachteile, gerade im athletischen Bereich. Der größere Unterschied wird sich in der Spielanlage zeigen. Mit Buchbach waren wir oft Außenseiter und mussten das Spiel nur selten selbst gestalten. Bei Türkgücü-Ataspor werden wir wohl öfter den Ball haben und meist als Favorit in die Spiele gehen. Eine spannende und herausfordernde Aufgabe.

Als Hauptgrund für Deinen Abgang von Buchbach wird Dein neuer Job bei der Polizei in Dachau genannt. Hast Du dort schon angefangen? Wie unterscheidet sich der Trainingsumfang für Dich bei Türkgücü-Ataspor im Vergleich zum TSV?

Nein, die Ausbildung beginnt zum 1.März 2018. Ich werde allerdings bei der Polizei München beginnen. Die Ausbildungsstätte ist jedoch in Dachau, daher sind die Fahrten zum Training nach Buchbach zeitlich nicht mehr machbar. Ich hätte also somit nicht mehr trainieren können. Und genau das war bzw. ist problematisch. Ich kann den Aufwand in Buchbach nicht mehr realisieren. Der Trainingsumfang ist also nicht das Problem, sondern eher der zeitliche Aufwand, mit denen die weiten Fahrten nach Buchbach verbunden sind. Hinzu kommt, dass Buchbach bereits um 18:30 Trainingsbeginn hat und Türkgücü erst später trainiert. Der Trainingsumfang bei Türkgücü-Ataspor ist ansonsten nahezu identisch mit Buchbach.

Du hast Dich in der Vorrunde am Fuß verletzt und erst im letzten Spiel vor der Winterpause Dein Comeback gegen die kleinen Bayern gefeiert. Wie geht es Dir? Bist Du zu Beginn der Vorbereitung schon bei 100%?

Das Comeback gegen die Bayern war so gar nicht geplant, aber mein Fuß hat sich schon wieder gut angefühlt und viele Alternativen waren zu dem Zeitpunkt auch nicht mehr auf der Bank. Eigentlich hätten wir am Wochenende danach noch gegen Seligenporten gespielt, da hätte ich von Beginn an auflaufen dürfen. Ich hab also keine Probleme mehr und werde zu Beginn der Vorbereitung bei 100% sein.

Teammanager Kadir Alkan hängt die Messlatte hoch und hat neulich bei uns im Interview gesagt: „Stephan ist genau das, was wir brauchen.“ Wie gehst Du mit der Erwartungshaltung um? Spürst Du bereits Druck?

Solche Worte hört man natürlich gerne. Die Verantwortlichen von Türkgücü-Ataspor werden auch einiges von mir erwarten, sonst hätten sie mich nicht verpflichtet. Aber das gilt für mich genauso wie für alle anderen Neuen und natürlich für die Spieler, die bereits da sind.

Deine neue Mannschaft ist gespickt mit Spielern, die wie Du schon in höheren Ligen am Ball waren. Wie groß ist der Druck für Dich und die anderen Jungs, im Sommer den Aufstieg zu schaffen?

Es ist klar, dass der Verein etwas vor hat. Druck habe ich jedoch immer nur durch mich selbst verspürt. Ich will immer und jedes Spiel gewinnen. Wenn wir das schaffen, werden wir auf jeden Fall aufsteigen, auch wenn es vielleicht dann über die Relegation sein wird.

Spitzenreiter Freising spielt bisher eine hervorragende Saison und hat bei einem Spiel weniger vier Punkte Vorsprung auf Türkgücü-Ataspor. Wie optimistisch bist Du, dass es vielleicht doch noch für die Meisterschaft reicht? Oder plant ihr bereits mit der Relegation?

Was ich bis jetzt verfolgt und erzählt bekommen habe, steht Freising völlig zurecht an der Tabellenspitze. Sie haben eine absolut überzeugende und konstante Vorrunde gespielt und sind damit zurecht der Meisterschaftsfavorit. Wir wissen, dass wir es nicht mehr selbst in der Hand haben direkt aufzusteigen. Was wir aber beeinflussen können, ist unsere Leistung. Wir sind gut beraten, erstmal auf uns zu schauen und unsere Spiele zu gewinnen. Wir wollen das Optimale aus der restlichen Saison rausholen und dann schauen wir mal, wo wir am Ende landen.

Im Mai könntest Du sogar auf zwei Saisonabschlussfeiern eingeladen werden. Im besten Fall eine Nichtabstiegsfeier in Buchbach und eine Aufstiegsfeier in München. Hand aufs Herz, welche Feier würde Dich mehr reizen?

Da ich fest davon ausgehe, dass Buchbach den Nichtabstieg früher klar macht als letztes Jahr und sicher in der Liga bleiben wird, würde ich mich dann doch etwas mehr über den Aufstieg mit Türkgücü-Ataspor freuen. Ich hoffe aber auf zwei Feiern.

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Arjen Robben: Kantersieg bei Trainer-Premiere - Ex-Bayern-Star erklärt seine Vereinswahl
Arjen Robben: Kantersieg bei Trainer-Premiere - Ex-Bayern-Star erklärt seine Vereinswahl
2:1 in der 95. Minute! Joker Daniel Gädke erlöst den SE Freising
2:1 in der 95. Minute! Joker Daniel Gädke erlöst den SE Freising
2:1-Sieg im Spitzenspiel: TSV Eching rückt dem FC Schwaig auf die Pelle
2:1-Sieg im Spitzenspiel: TSV Eching rückt dem FC Schwaig auf die Pelle
Heimstettner Sechserpack gegen die Löwen
Heimstettner Sechserpack gegen die Löwen

Kommentare